"Pflichtbeitragszeit berufliche Ausbildung"

von
Sigrid

Ab dem 17. Geburtstag sind in meinen Versicherungsverlauf insgesamt 14 Monate "Fachschulausbildung" aufgeführt.
Ich habe jetzt gelesen: damit die Höherbewertung der berufl. Ausbildung / Fachschulbesuch bei der späteren Rente berücksichtigt wird, muß im Versicherungsverlauf die Bezeichnung "Pflichtbeitragszeit berufliche Ausbildung" stehen.
Frage: müssen meine 14 Mon. Fachschulbesuch somit auch als "Pflichtbeitragszeit berufl. Ausbildung" gekennzeichnet werden?
Falls ja: Was muß ich bei der DRV veranlassen, damit diese die Änderung / Korrektur entsprechend vornimmt?

von
Schade

Pflichtbeitragszeit berufliche Ausbildung liegen nur vor, wenn Sie in einer Berufsausbildung auch tatsächlich aus Ihrem Lohn Beiträge gezahlt haben, also im Arbeitsverhältnis standen. Und hierbei spielt das Alter keine Rolle.

Haben Sie hingegen nicht gearbeitet, sondern z.B. ganztags eine Schule besucht, liegt eine (beitragsfreie) Anrechnungszeit vor, die erst ab 17 zu berücksichtigen ist.

Bitte nicht Äpfel mit Birnen verwechseln.

Experten-Antwort

Pflichtbeitragszeiten sind in dem von Ihnen angesprochenen Sinne Zeiten der betrieblichen Berufsausbilung, da Pflichtbeitragszeiten grundsätzlich immer dann vorliegen, wenn sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer (in diesem Fall Auszubildende) Beiträge zur Rentenversicherung entrichtet haben.

Während des Fachschulbesuches wurden Ihnen zwar berufsspezifische Kenntnisse vermittelt, es handelt sich jedoch um eine Schulausbildung, für die keine Beiträge entrichtet wurden, da sie sich nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis befanden. Diese (Fach-)Schulausbildung, kann daher lediglich als Anrechnungszeit bewertet.

Daher ist es richtig, dass in dem Ihnen vorliegenden Versicherungsverlauf die Zeit des Fachschulbesuches nicht als "Pflichtbeitragszeit berufliche Ausbildung" gekennzeichnet ist.

von
W*lfgang

Hallo Sigrid

als Nachtrag: am Anfang/nach der Schule steht bei Vielen die 'Lehre'. Die ist mit beruflicher Ausbildung gemeint.

Die Fachschulausbildung erhält vom Prinzip her die gleiche Auf-/Bewertung, wie diese ominöse 'berufliche Ausbildung'. Vereinfacht wird der Durchschnittswert Ihres Versicherungsleben ermittelt und davon 75 % für die Fachschulausbildung angesetzt. Insofern ist eine Fachschulausbildung sogar etwas mehr 'wert' als nur die Lehre - wo hier schon Beiträge vorhanden sind und die nur noch auf 75 % ergänzt werden können.

Gruß
w.