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Pflichten der DRV im Widerspruchsverfahren

von
Winfried 59

Hallo,
im Rahmen der Begutachtung für die DRV wurden durch den Orthopäden schwere Depressionen festgestellt. Die EMR wurde abgeleht, weil ich noch einen Verweisungsberuf ausüben soll. In meiner Widerspruchsbegründung bat ich um eine Begutachtung durch einen Facharzt für Neurologie/ Psychiatrie, da meine Depressionen eine schwerwiegende Erkrankung sind. Der zuständige Referent sagte mir heute, daß mein Widerspruch nun
,,entscheidungsreif" wäre und ich dann nach der Widerspruchskommission beim Sozialgericht einen unabhängigen Gutachter
verlangen könnte. Nun wurden meine Depressionen komplett ignoriert, daß die Widerspruchskommission in der Regel so entscheidet, wie es ihr von der DRV vorgeschlagen wird, wurde in diesem Forum schon oft genug diskutiert, auch mein Fall wird keine Ausnahme sein.
Hat die DRV nicht die Verpflichtung, alle meine Gesundheitsschäden zu prüfen, kann sie einfach Erkrankungen unter den Tisch fallen lassen? Bis zur Widerspruchskommission sind noch einige Wochen Zeit,kann ich auf einem Gutachten bestehen? Wie kann ich mich wehren?

Experten-Antwort

Theoretisch sollten alle Befunde als Grundlage dienen, ob dem so ist oder nicht, kann hier im Forum keiner etwas sagen. Zu den anderen Problemen können Sie einen Sozialrechtsanwalt, SoVD oder VdK einschalten.

von
Schade

Wenn ich eine schwere Depression hätte auf Grund derer ich nicht mehr arbeiten zu können glaube, würde ich meiner Widerspruchsbegründung ein aussagefähiges Attest meines Neurologen beilegen.

Was meint Ihr Neurologe / Ihr Psychiater zu der Angelegenheit?

Einer Aussage eines Orthöpäden zu einer Depression scheint mir nicht al zu bedeutsam - ein Bäcker aüßert sich auch nicht zur Wurstherstellung.

von
Klemens

Sehe die Sache exakt wie @schade:

Seid wann kann ein Orthopäde jetzt schon schwere Depressionen diagnostizieren ?

Das ich einzig und alleine Sache eines Facharztes für Psychiatrie ( also eines Psychiaters ) eine solch
- sehr schwerwiegende ! - Diagnose zu stellen.

Schuster bleib bei deinen Leisten sage ich da mal in Richtung dieses Orthopäden...

Und an ihrer Stelle wäre ich - wenn Sie auch meinen eine Depression zu haben - dann schon lange bei einem Psychiater in Behandlung.

Ich denke die RV wird dies ähnlich sehen und da Sie bisher nicht in Behandlung sind, ihren Widerspruch darum abweisen.

Vor dem Sozialgericht werden dann - womöglich - die Karten neu gemischt und dann dort unter Umstnden auch vom Gericht eine Begutachtung bei einem Facharzt für Psychiatrie angeordnet.

Aber als erstes sollten SIE sich sofort in entsprechende Behandlung begeben, damit erstmal mal überhaupt entsprechende Diagnosen FACHÄRZTLICH ! festgestellt werden und diese damit überhaupt in ihrem EM-Verfahren Verwendung finden können.

Für ihr laufendes Widerspruchsverfahren wird dies alles aber wohl leider zu spät kommen...

von
Winfried 59

Habe am Montag Termin beim Facharzt,
nach Rücksprache mit meiner Krankenkasse
eilig bekommen. Aber ich brauche von der DRV das Formular ,, ärztlicher Befundbericht", um die Diagnose in das Rentenverfahren mit einzubringen und ebendies hatte der Referent mir verwehrt, obwohl es bis zum Widerspruchsausschuß noch Wochen vergehen.
Er meinte, das könne alles bei Gericht geklärt werden. Und das finde ich nicht richtig.

von
Klemens

Es ist eigentlich traurig und ihr Fall ist typisch dafür , wie ein EM-Verfahren völlig aus dem Ruder laufen kann und welche Fehler bzw. Versäumnisse auch vom Antragsteller selbst dabei gemacht werden...

Eine psychische Erkrankung muss man immer frühzeitig bzw. sofort ins EM-Verfahren mit einbringen, weil diese sehr sehr oft sogar entscheidend sein kann. Und dies kann nur mit Einreichung von ärztlichen Attesten / Berichten etc. ihrerseits geschehen und damit belegt werden. Dies bedingt aber zwangsläufig natürlich , das Sie sich auch in Behandlung befinden - was Sie ja bis dato noch nicht mal sind...

Allerdings verstehe ich nicht, warum Sie sich - unabhängig vom EM-Verfahren - nicht schon längst in Behandlung begeben haben, wenn Sie wirklich so krank sind. Ihre Depression kann darum eigentlich ( bei aller Zurückhaltung meinerseits ) so schwer nicht sein, denn selbige wäre Lebensbedrohlich und das würden Sie auch so empfinden.

Die ist so schwer, das man förmlich um ärztliche Hilfe fleht , weil man nichts - aber auch gar nichts mehr - geregelt bekommt - . Sie können/wollen morgens nicht mehr aufstehen, sich waschen, ankleiden und Essen zu sich nehmen. Einfachste Verrichtungen des täglichen Lebens sind völlig unmöglich ( wie Einkaufen, Telefonieren ezc. ) und man verschanzt sich zu Hause und geht keinen Schritt mehr vor Tür.

Selbst hier so einen Beitrag zu schreiben wäre bei einer schweren Depression eigentlich völlig unmöglich ( spreche aus eigener Erfahrung ).

Es ist also schnell mal so daher gesagt, das man eine schwere Depression hat...

Solange Sie also keine fachärztliche Bestätigung/Diagnose für eine Depression und dessen Stärke ( leicht/mittel/schwer )haben, wäre ich sehr vorsichtig. Eine nur leichte depressive Episode ( wo man alles was ich oben schrieb noch machen kann ) hat wenig bis keinen Einfluss auf die Entscheidung für eine EM-Rente.

Retten Sie jetzt was noch zu retten ist. Ich befürchte allerdings es ist defintiv zu spät, da ihr Fall ja bereits - so wie ich das heraus lese - bereits von der Widerspruchstelle bearbeitet wurde ( und zwar negativ für Sie ) und die ganze Sache nur noch der Vorlage vorm Widerspruchsausschuss bedarf. Und die entscheiden eben zu 99% so wie ihnen der Fall von der Widerspruchsstelle vorgelegt wird. Darum auch das entsprechende Statement des Referenten.

Eine Befundberichtsanforderung oder gar eine Begutachtung können Sie auch nicht von der RV verlangen bzw. " erzwingen ". Ob und wann im EM-Verfahren ein Befundbericht von ihrem behandelnden Arzt angefordert wird und/oder eine Begutachtung notwendig wird, entscheidet alleine der med. Dienst der RV.

Und für die Jungs ist ihr Widerspruchsverfahren medizinisch gesehen quasi zum jetzigen Zeitpunkt bereits abgeschlossen..

Sie müssen dann eben im Sozialgerichtsverfahren mit Hilfe eines versierten Fachanwaltes oder des Vdk/SoVD dann alle Register ziehen um die EM-Rente noch zu erlangen.

Alles Gute und viel Erfolg.

von
Grashüpfer

Die DRV scheint kein Interesse an zeitnahe Bearbeitung der Anträge zu haben. Nach Antragsstellung passiert erst mal zweieinhalb Monate nichts. Mit Chance wird man nach einem viertel Jahr zu einem Gutachter der DRV eingeladen. Dieser gibt sich dann als Doktor der Medizin, Fachrichtung Orthopädie aus und gibt vor, den Auftrag zu haben, Dich untersuchen zu sollen.
Wenn Du mit zunehmendem Alter nur leichte kaufmännische Tätigkeiten verrichtet hast und Deine Arbeitszeit selbst verkürzt hast, weil Deine Gelenke altersbedingt nicht mehr so recht mitmachen, interessiert es der DRV nicht die Bohne, sondern wirst auf vollschichtige, körperlich schwerere Tätigkeiten verwiesen, als Du vorher leisten konntest. Daß in Deinen Blutwerten sich mittlerweile der CRP-Wert auf 42,5 mg/l erhöht hat, interessiert der DRV nicht ansatzweise.

von
Schade

Sorry Leute, ich halte diese Frage wieder mal für eine Konstruktion, die dazu dienen soll sich über die DRV auszukotzen und Stammtischparolen loszulassen.

Ist die Story real, kann man nur sagen, dass sich Winfried 59 und all diejenigen, die ihn bislang (medizinisch) beraten haben selten dämlich und naiv verhalten haben.

Normalerweise ist man erst mal einige Zeit arbeitsunfähig, dann läuft das EM Verfahren, nun der Widerspruch und noch immer redet Winfried 59 von schwerer Depression war aber bislang noch nicht deswegen in Behandlung - das alles muss doch schon mindestens 6 Monate dauern. Was hat er zu seiner Heilung unternommen?

Und am Montag scheint ihm das Formular "Befundbericht" am wichtigsten zu sein.

Wenn der Facharzt am Montag die "schwere Depression" als solche erkennt, wird er doch hoffentlich auch ohne das Formblatt in der Lage zu sein die Depression zu diagnostizieren und ihre Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit von Winfried 59 zu Papier zu bringen.

Und diesen Papier soll Winfried 59 als Nachgang zur Widerspruchsbegründung einschicken....

Was haben seine Ärzte denn bisher gesagt, wie hat er den Widerspruch begründet?

Fragen über Fragen - so was sollte es eigentlich nicht geben; ich halte das ganze für eine erfundene Story

von
Machts Sinn

Wenn der Renten-Gutachter tatsächlich eine schwere Depression diagnostizierte, hätte die DRV dem selbstverständlich nachgehen müssen, sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch im Widerspruchsverfahren – Untersuchungsgrundsatz § 20 SGB X http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__20.html und Beweismittel § 21 SGB X http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_10/__21.html

Da das Widerspruchsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, können bzw. müssen die unterbliebenen Feststellungen nachgeholt und die Erkenntnisse gewertet werden. Den Behörden wurde ab 01.04.2008 durch § 192 Abs. 4 SGG nämlich die verstärkte Pflicht auferlegt, notwendige Ermittlungen spätestens im Widerspruchsverfahren umfassend und vollständig durchzuführen. Sonst können die Gerichte den Behörden ganz oder teilweise Kosten auferlegen, die diese dadurch verursacht hat, dass sie erkennbare und notwendige Ermittlungen unterlassen hat, die dann im gerichtlichen Verfahren nachgeholt werden müssen. http://www.gesetze-im-internet.de/sgg/__192.html

Außerdem hat das Gericht nach § 131 Abs. 5 SGG die Möglichkeit, den Rechtstreit ohne in der Sache zu entscheiden durch Aufhebung des Widerspruchsbescheides an die Behörde zurückzuverweisen, wenn es eine weitere Sachaufklärung für erforderlich hält. http://www.gesetze-im-internet.de/sgg/__131.html

von
Winfried 59

Ich habe nichts erfunden!
Ich war in dem Glauben, daß
künstliche Kniegelenke und drei absolute
Spinalkanalstenosen ausreichend für eine EMR sind.Ich kann nur noch wenige Meter gehen, aber auch das interessiert die DRV nicht. Und wie sich eine Depression anfühlt, braucht mir hier niemand erzählen.
Schade, daß man sich hier gegenseitig runtermacht.

von
Winfried 59

Vielen Dank, der einzig hilfreiche Beitrag hier!

von
-_-

Zitiert von: Winfried 59

Vielen Dank, der einzig hilfreiche Beitrag hier!

Wenn Sie eine schwere Depression haben, sollten Sie sich in fachärztliche Behandlung begeben. Bieten Sie der DRV schriftlich an, einen ärztlichen Befundbericht über Ihre Erkrankung vorzulegen.

von
Machts Sinn

Zitiert von: -_-
Bieten Sie der DRV schriftlich an, einen ärztlichen Befundbericht über Ihre Erkrankung vorzulegen.

Seltsames Selbstverständnis! Wichtig ist, die gesundheitliche Einschränkung geltend zu machen. Die DRV kann den Befundbericht selbst einholen und muss dann auch die Kosten (27,50 Euro) erstatten. Im Übrigen: die Formulare gibt es beispielsweise hier: http://www.deutsche-rentenversicherung-nord.de/cae/servlet/contentblob/62582/publicationFile/19835/SMD%202061.pdf