PKV und Altersteilzeit

von
Datephos

Guten Abend,
ich spiele mit dem Gedanken in ATZ zu gehen. Da ich in der PKV versichert bin, stellt sich die Frage, ob bei dem errechneten Auszahlungsbetrag tatsöchlich noch der Beitrag der PKV-PPV abzuziehen ist.
Danke für Ihre Antworten

von
KSC

Von welchem Auszahlungsbetrag reden Sie?

Wenn Sie eine Rentenauskunft meinen, dann geht bei Privatversicherten keine KV und PV ab.
Im Gegenteil dieser Personenkreis erhält einen Beitragszuschuß in Höhe von 7,3% der Rente.

von
W*lfgang

Zitiert von: Datephos
Da ich in der PKV versichert bin, stellt sich die Frage, ob bei dem errechneten Auszahlungsbetrag tatsöchlich noch der Beitrag der PKV-PPV abzuziehen ist.
Datephos,

nicht GKV = Rente voll ausgezahlt mit einem KV-Zuschuss von 7,3 %, da Sie ihre KV-Beiträge selbst zahlen. UND: sofern Betriebsrente oder andere ansonsten GKV-pflichtigen Altersversorgungen zu erwarten sind, erfolgt kein Abzug von rd. 18 % auf diese Einkünfte. Bei 'hohen' Altersversorgungseinkünften stehen Sie mit einer PKV grundsätzlich finanziell sogar besser da.

Ob allerdings der AG in der ATZ-Phase den KV-Zuschuss für die PKV aufgrund des bisherigen Entgeltes oder des halben Brutto-Entgelts weiter zahlt ...hmm? Wenn Sie eh deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, dürfte das egal sein – wenn, ...ansonsten intern nachfragen. Und die KV-Fragen zur künftigen Rente kann Ihnen auch jedes Rathaus/Versicherungsamt beantworten.

Gruß
w.

von
Thomas H.

[quote=268903]
Guten Abend,
ich spiele mit dem Gedanken in ATZ zu gehen. Da ich in der PKV versichert bin, stellt sich die Frage, ob bei dem errechneten Auszahlungsbetrag tatsöchlich noch der Beitrag der PKV-PPV abzuziehen ist.
Danke für Ihre Antworten

Wenn ich die Frage von @Datephos richtig verstanden habe, ist er noch im Erwerbsleben und beabsichtigt in ATZ zu gehen, um an deren Ende nahtlos in die Gesetzliche Rente zu gehen, je nachdem welche notwendigen Beitragszeiten bis dahin zusammen kommen. Was sich mit Abschlägen oder ohne auswirkt. Wenn das zutreffend sein sollte, schreibe ich jetzt meine Antwort hierzu:

ATZ - PKV

Der Zuschuss zur privaten Krankenversicherung beträgt die Hälfte des Betrages, der sich bei Anwendung des um 0,9 Beitragssatzpunkte verminderten allgemeinen Beitragssatzes und der bei Krankenversicherungspflicht zugrunde zu legenden beitragspflichtigen Einnahmen (max. Beitragsbemessungsgrenze KV/PV) als Beitrag ergibt.

Maximaler Betrag ist jedoch die Hälfte des Beitrages, den der Arbeitnehmer für sich und seine zuschussberechtigten Angehörigen zu zahlen hat. Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer, die bei einer Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung keinen Anspruch auf Krankengeld hätten, ist für die Berechnung des Beitragszuschusses der ermäßigte Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung anzuwenden und ebenfalls um 0,9 % zu vermindern.

Es kann aber Sonderregelungen geben je nachdem wie die ATZ ausgestaltet ist! Wann erhalten Sie wieviel Prozent vom Einkommen bei wieviel Prozent der Arbeitszeit? Das klären Sie mit der Personalabteilung und ggf. mit dem Betriebsrat ihres Unternehmens bei dem Sie beschäftigt sind.

Bitte beachten Sie das bei Reduzierung ihres Gehaltes, meist Blockmodell, ihres monatlichen ATZ Einkommens, oft mit Hinzurechnung des durch 12 Monate geteilten 13. Gehaltes plus Urlaubsgeldes plus Aufstockung seitens des Arbeitgebers Sie wieder gesetzlich, bzw. freiwilliges Mitglied der KV werden könnten. Sie müssen aber nicht zurück. Ist eine persönliche Ermessens/-Kostenfrage.

Was noch wichtig wäre zu erwähnen: Das in der Arbeitsphase erwirtschaftete Wertguthaben wird in der Freistellungsphase – unabhängig von eventueller Krankheit und deren Dauer – ausgezahlt. Nicht jeder Betroffene denkt an diese Möglichkeit und die privaten Krankenversicherungen haben nicht wirklich Interesse daran, dass die Prämie angepaßt wird. Deshalb vorher darum kümmern, bevor die Freistellungsphase beginnt.

Rechtsgrundlagen zum Lesen.
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/257.html
http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/243.html

Experten-Antwort

Als privat krankenversicherter Rentner zahlen Sie Ihre Prämien (Beiträge) eigenverantwortlich an Ihr Versicherungsunternehmen. Die Beitragshöhe ist einkommensunabhängig und richtet sich allein nach den versicherten Gesundheits- und Pflegerisiken.
Zu Ihrem Beitrag können Sie einen Zuschuss vom Rentenversicherungsträger erhalten.
Der Zuschuss errechnet sich aus dem allgemeinen Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung und Ihrer Rente. Sie erhalten als Zuschuss den halben Beitrag, der sich aus der Anwendung des allgemeinen Beitragssatzes auf den Zahlbetrag Ihrer Rente ergibt. Der Zuschuss wird auf die Hälfte Ihrer tatsächlichen Beitragsaufwendungen begrenzt.

Interessante Themen

Gesundheit 

Wenn die BU-Versicherung nicht zahlen will

Berufsunfähig – aber die eigens für diesen Fall abgeschlossene Versicherung stellt sich quer. Wie Versicherte vorbeugen können.

Rente 

Kinderregelung in der KVdR nutzen

Freiwillig versicherte Rentner müssen für die Krankenversicherung tief in die Tasche greifen. Dabei muss das in manchen Fällen gar nicht sein.

Altersvorsorge 

Wann lohnt sich eine private Pflegeversicherung?

Im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Also besser eine private Pflegezusatzversicherung abschließen?

Altersvorsorge 

Altersvorsorge: Börse für Einsteiger

Aktien und Fonds bieten langfristig bessere Renditechancen als sichere Zinsprodukte, aber sie bergen auch mehr Risiken. Wie Sie teure Fehler bei der...

Altersvorsorge 

Mit wenig Geld fürs Alter vorsorgen

Viele Geringverdiener sorgen nicht zusätzlich für den Ruhestand vor. Dabei reichen oft schon ein paar Euro, um sich attraktive Zuschüsse und Zulagen...