Pressemeldung: Trotz Riester im Alter keine Privatrente

von
Erich

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der hiesigen Presse wird heute die Behauptung aufgestellt, aus internen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung gehe hervor, dass selbst ein Durchschnittsverdiener, der 32 Jahre in die Rentenkasse einzahlt, im Jahr 2030 voraussichtlich keinen Nutzen von der Privatrente hat.

Da ich davon ausgehe, dass sich diese Aussage nicht nur auf Personen erstreckt, die trotz Ihrer Rente auch noch auf Sozialhilfe angewiesen sind, wäre ich für eine kurze Erläuterung dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

von
Ilsi

Meine Frage trifft auch den Kern dieser Frage...
(wurde im TV bei Monitor gesagt...)

Ist es an dem, dass die angesparte Riester-Rente als Vermögen bei der Beantragung der Grundsicherung angerechnet wird?

ilsi

von
GHA

Ja !!

von
alex

Sofern man im Alter ein Gesamteinkommen von weniger als 700 Euro monatlich hat, lohnt es sich einen Antrag auf "Grundrente" zu stellen. Zu dem Gesamteinkommen gehört u. a. neben der gesetzlichen Rente auch die sogenannte "Riesterrente".

Die Riesterrente wird also auf das Gesamteinkommen angerechnet, und nicht zusätzlich zur "Grundrente" gezahlt.

Dabei wird von der momentanen Rechtslage ausgegangen, die sich für Personen, die erst in vielen Jahren in Rente gehen, auch wieder ändern kann.

Es lohnt sich also immer ein Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung, welche Art der Altersvorsorge sinnvoll erscheint.

Ichselber habe keinen Riestervertrag abgeschlossen, sondern zahle in einen Aktienfond-Sparplan ein. Wer wissen möchte, welcher das ist, kann mich gerne anmailen/anschreiben.

Jeder sollte sich beraten lassen, mit welcher Rente er/sie im Alter (auch bei verminderter Erwerbsfähigkeit!) rechnen kann und muss wählen, ob diese Rente ausreicht.

Ggf. lassen sich "Lücken" mit Produkten wie die Riester-Rente, Aktienfonds, Versicherungen (BUZ usw) durchaus sinnvoll schließen.

von
Willow

Hallo erstmal,

also mir hat die Finanztest sehr geholfen bei meiner Entscheidung zur privaten AVOR. Allerdings ist es sicherlich richtig, dass wenn man noch 20-30 Jahre vor sich hat eine Prognose unmöglich ist. Riester ist schon eine gute Alternative und wenn man es richtig macht (auch hier nur aus heutiger Sicht betrachtet), dann kann man schon eine gute Vorsorge ansparen. Niemand weiß was kommt, dass schliesst jedoch eine Vorsorge nicht aus. Denn Propheten sind wir alle nicht.
In der Hoffnung, das die gesetzliche Rente plus Vorsorge (egal welcher Art) im Alter ausreicht, grüße ich alles "Vorsorger" und die die es noch werden wollen.

p.s. Hinsichtlich der o.g. Zeitschrift wollte ich keine Werbung machen!!!

Es kommt, wie es kommen soll und das ist das Einzige was sicher ist!

Experten-Antwort

Liebes Forum,

ja, eine Riester-Rente wird bei der Berechnung eines Grundsicherungsbedarfs angerechnet. Daraus sollte man aber nicht den Rückschluss ziehen, keine Altersvorsorge mehr zu betreiben. Wer weiß schon, ob er später auf eine Grundsicherung angewiesen ist?

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die meisten Rentner neben der gesetzlichen Rente und der Riester-Rente weitere Einkünfte erzielen. Riester-Rente ist also ein Baustein in der Av.

Gruß
Redaktion

von
dirk

"Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die meisten Rentner neben der gesetzlichen Rente und der Riester-Rente weitere Einkünfte erzielen. Riester-Rente ist also ein Baustein in der Av."

Diesen Spruch habe ich heute schon in den Nachrichten gehört.

Die Rentner, die anderweitige Einnahmen haben dürften wohl kaum die sein, die sich mit der Problematik Grundsicherung auseinandersetzen werde.
Betriebsrenten und Einnahmen aus Vermögen oder Vermietung etc. die meisten Rentner werden dieses haben. . . . .

Halte ich für absolut unrichtig
!

Experten-Antwort

Hallo dirk,

unsere Aussage stützt sich auf die AVID.

Gruß
Redaktion

von
Schiko..

Es ist einfach erstaunlich wie mit der Bezeichnung
"Grundsicherung" umgegangen wird.

Kann mir den ausdruck als unwort des jahres 2008
vorstellen.

Ursprünglich ab 1.1.2003 diese bezeichnung einge-
führt als neue sozialleistung.Streng zu beachten, es
sollte ja nur eine ergänzung zur geringen rente sein.

Schon immer wesentliche berechnungsgrundlage für
die bedarfsermittlung das eigene einkommen. In der
hauptsache nettorenten gleich welcher art.

Ja natürlich, auch die riester nettorente. Nur weil diese
rente einen besonderen status hat, unpfändbar, hartz
sicher und, und, wurde scheinbar angenommen, diese
nettorente wird bei der bedarfsermittlung berücksich-
tig, welch ein unsinn.
Wer erhält überhaupt grundsicherung?

Personen mit gewöhnlichen aufenthalt in der BRD.,
die das 65. lebensjahr vollendet haben. oder das
18. lebensjahr und unabhängig von der arbeitsmarkt-
lage aus medizinischen gründen dauerhaft voll er-
werbsgemindert sind.
Zu berücksichtigen sind einkommen wie:
* renten und pensionen * wohngeld* erwerbsein-
kommen , * zinsen und sonstige einkünfte aus
kapitaleinkommen, miet und pachteinnahmen,
sowie sonstige einnahmen.

Sparbeträge, also kontoguthaben die 2301/ 2915
ledig/vh. , bleiben anrechnungsfrei.
Keinen anspruch auf leistungen haben personen ,
* wenn das einkommen von unterhaltspflichtigen
eltern oder kindern jährlich einen betrag von
100.000 übersteigt.

Maßgebend ist der derzeit geltende regelsatz zur
sozialhilfe von 347 euro. So könnte es sein:

347,00 fiktiv sozialhilfesatz
300,00 als zulässig anerkannte wohnungsmiete
060,00 heizungskosten
------------
707,00 bedarfsermittlung. Die städte können die
zulässigkeit der höchstgrenzen für miethöhe
selbst bestimmen, der mietspiegel wird
berücksichtigt.

500,00 netto als gesetzliche rente angenommen und
157,00 netto riesterrernte verbleiben
----------
657,00 anrechnungsfähiges einkommen, somit
050,00 grundsicherung.
----------
707.00
======
Natürlich, ohne die 157 riesterrente wäre die
grundsicherungs unterstützung 207, statt euro 50.

Schlimm genug für betroffene, aber auch weit überzogen
das ganze thema.
Kenne die aktuelle statistik nicht, ausgangspunkt für be-
troffene waren 2006 ca. 700.000 bezieher. Kann mir
vorstellen, viele dieser 700..000 sind überhaupt nicht
finanziell in der lage, einen riestervertrag abzuschliessen.

Inwischen gilt es als modern, feststehende tatsachen,
als finanzielle überraschungen anzukündigen.Bild-
zeitung, plusminus, report, und, und beleuchten das
thema, bringen aber keine berechnungsbeispiele die
nachvollziehbar sind.
Bedenkt man, ursprünglich wurden ca. 6 millionen
rentenbezieher wegen der möglichkeit des bezuges
von grundsicherung angeschrieben, auch gleichzeitig
antragsformulare übersandt, welch ein unsinn.

Auch hier gilt, viel weniger aktionismus, ist manch-
mal mehr.

MfG.

von
Maria L.

Hallo alex,

zufällig lese ich gerade, daß Sie in einen Aktienfonds sparen. Hoffentlich nicht nur in einen einzigen? Sie sollten in mehrere gestreute Aktienfonds regelmäßig sparen.

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo Schiko.,

Sie gehen immer nur von der aktuellen Situation aus - ist ja auch verständlich, da Sie selber schon Rentner sind.

Aber Sie können doch auch die ganzen beunruhigenden Berichte lesen, wonach es zukünftig eben sehr viel mehr Grundsicherungsempfänger geben wird. Und darunter eben durchaus auch viele, die sehr wohl jahrelang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben.

Gruß,
Maria L.

von
Schiko.,

Wir kennen uns ja persönlich nicht, dies ist vielleicht gar kein
nachteil.

Der satz, .....ist ja auch verständlich, da sie selber schon rentner,
ist bei mir vollkommen fehl am platze.

Kann mich auch mit 46 bzw. 48 beitragsjahren keinesfalls mit
anderen vergleichen, zumal in der immer schlechter werdenden
situation für künftige rentner.Auch für meine vier kinder und
schwiegerkinder mache ich mir sorgen.

Kommt hinzu, bin noch in zwei vereinen mit je über 300 mitglieder
tätig da erfährt man auch über renten unterschiedliche meinungen.

Kenne also die aktuellen jahresverdienste in unterschiedlicher höhe,
weiß aber auch, ein mindestlohn von 7,50 bringt in 40 jahren eine
bruttorente von 522 im monat. In solchen fällen ist"Grundsicherung"
vorprogrammiert, anderseits werden auch die wenigsten dieser per-
sonen überhaupt in der lage sein, beiträge für riester aufzubringen.
Lasse einmal inflationsrate und künftige rentenerhöhung weg.

Was ich aber schlimm finde, die politik vergißt immer, besonders
bei neuen gesetzen klarheit und wahrheit an den mann zu bringen.

Bin natürlich auch sicher, in der grundsicherung werden die zahlen
stark nach oben gehen.

Vielleicht gehören ja auch sogar sie zu den kreis die nicht wußten,
dass riesterrente selbstverständlich bei der bedarfsfestellung an-
gerechnet wird. Es steht ja auch nirgends, dass diese rentenart
nicht darunter fällt.
Lese soeben in der tageszeitung-- Gott sei Dank-, nichtmal 400000
personen erhalten bisher grundsicherung. Gleich noch eins, auch
mietbeihilfe wird als einkommen gewertet

Halte es auch nicht für besonders glücklich hier auf solche
sendungen mit eigenen falschbewertungen aufmerksam zu
machen.

Millionen von jetzigen rentner meinen doch, dies könnte ja auch
sie betreffen und sind dehalb verunsichert.

MfG.