Private Altersvorsorge

von
Marie

Ich bin 28 Jahre alt (ledig) und habe ein monatliches Einkommen von 5300 Euro. Zur Inanspruchnahme der Riester-Förderung zahle ich in einen Aktienfond ein. Nun wurde mir ein Angebot für eine betriebliche Altersvorsorge gemacht, jedoch ohne finanzielle Beteilung des Arbeitgebers. Es wurde mir eine staatliche Förderung von ca. 56 % des Beitrags in Aussicht gestellt, die sich aus Ersparnis bei den Steuern und den Sozialversicherungsbeiträgen ergibt. Die Steuerersparnis ist mir klar. Was ich jedoch nicht verstehe ist die Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Beiträge sozialversicherungsfrei, die unter der Beitragsbemesssungsgrenze liegen. Das sind in diesem Jahr mtl. 5300 Euro, also genau der Betrag, den ich z. Zt. verdiene. Z. Zt. wäre also der Beitrag für die Altersvorsorge noch voll sozialversicherungsfrei. Wie ist das aber, wenn in einigen Jahren mein Lohn weit über der jeweiligen Beitragsbemesssungsgrenze liegt? Wirkt sich dann die Sozialversicherungsfreiheit für die Beiträge überhaupt noch aus? Außerdem gibt es doch bestimmt für die jährlichen Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge Höchstgrenzen bei Steuer und Sozialversicherung (hinsichtlich der in Aussicht gestellten Ersparnissen). Wenn ja, wie hoch sind die bei Steuer und Sozialversicherung? Da es für mich wirklich sehr schwierig ist, bei diesem komplizierten Sachverhalt eine richtige Entscheidudng zu treffen, bitte ich um entsprechende Aufklärung und danke hierfür im voraus bestens.
Mit freundlichen Grüßen
Marie

von
Maria L

Hallo Marie,

sind Sie freiwillig gesetzlich krankenversichert oder privatversichert?

Gruß,
Maria L.

von
HLRT67

Wenn Sie alle Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge ausschöpfen, können Sie zum einen 212 Euro pro Monat (4% der jeweiligen BBG, können also im nchsten jahr auch 214 Euro sein), zum anderen nochmals 150 Euro pro Monat (1.800 Euro im Jahr) umwandeln - bei 5.300 Euro Bruttolohn zahlen Sie im Moment eben auf 212+150=362 Euro monatlich keine RV- und AV-Beiträge. Steigt Ihr Einkommen schneller als die BBG, vermindert sich diese Beitragsersparnis, weil ein immer gößerer Teil dieser 362 Euro oberhalb der RV/AV-BBG "verschwindet (so wie jetzt bereits bei einem Einkommen so deutlich über der KV/PV-BBG keine Ersparnis eintritt). Letztenendes geht es um die Steuerersparnis heute - und um die Frage, wie das alles in 40 Jahren aussieht, wenn Sie in Rente gehen und der Vertrag ausbezahlt wird (was heute steuer- und beitragsfrei bleibt, wird dann mit Sicherheit belastet - in welcher Höhe, steht in den Sternen). Hierzu sind jedoch bereits einige Beiträge im Forum vorhanden, da will ich nichts wiederholen.

von
Maria L.

Hallo Marie,

haben Sie Ihr Jahresgehalt auf den Monat umgerechnet (5300*12 = 63.600) oder kommen noch weitere Gehaltszahlungen dazu (Weihnachtsgeld etc.)? Dann wären Sie nämlich auch über der BBG für die Rentenvers. Über der BBG für die Kranken-/Pflegeversicherung sind Sie sowieso dicke, d.h. Sie sparen dort nichts (sofern Sie gesetzlich versichert sind), müssen aber nachher DOPPELTE Beiträge für KV/PV im Alter bezahlen (nutzen Sie die Suchfunktion hier: "Doppelverbeitragung", "Dreifachverbeitragung"). Oder lesen Sie diesen Thread:

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.
Das ist für Sie ein Verlustgeschäft, also Finger weg von betriebl. AV! Wenn der Arbeitgeber nichts dazuzahlt, umso schlimmer. Entgeltumwandlung mindert Ihre Ansprüche an gesetzliche RV, Arbeitslosenvers., Krankengeld (jeweils für die Anteile unterhalb der betreffenden BBG). Die tolle Förderquote gilt nur im jeweils ersten Jahr Ihrer Anlage, alle folgenden Jahre verzinst sich Ihr Kapital mehr schlecht als recht (je nach Art der Betriebsrente, bei festverzinslichen ist es am schlimmsten). Wenn Sie den Arbeitgeber wechseln, machen Sie ein weiteres Verlustgeschäft.

Sie sind Besserverdienerin, da gibt es nur eines: regelmäßiges monatliches Ratensparen in Aktienfonds, für beste Renditen lieber ohne Riester-Förderung oder zumindest zusätzlich zur Riesterförderung. 10% des Nettoeinkommens ist das Minimum für den Sparbetrag, bei Ihrem Gehalt sollten Sie sich auch 20% leisten können, dann klappt die Vermögensbildung umso besser. Rechnen Sie vorsichtshalber nicht mit der gesetzlichen Rente, die Ihnen heute in der Renteninformation bescheinigt wird. Versuchen Sie, Ihre Altersvorsorge unabhängig davon zu planen - umso besser, wenn nachher noch die gesetzliche Rente dazukommt. Sie können bei Ihrem Gehalt Ihre Altersvorsorge eigenständig finanzieren.

Bitte lesen Sie diesen Thread, dann muß ich mich nicht wiederholen:

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.
Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Marie

Vielen Dank für die Antworten, die ich aus zeitlichen Gründen erst jetzt beantworten kann.
Ich bin freiwillig gesetzlich krankenversichert. Mein Jahresgehalt sind die 5300 x 12 = 63.600 Euro. Es könnten, das ist aber z. Zt. sehr ungewiss, noch 3 - 4000 Euro dazu kommen. Ich bin sehr froh, dass ich solche kompetene Erklärungen erhalten habe. Ich habe schon mit einigen Leuten in meinem Alter darüber gesprochen, aber da herrscht sehr viel Unkenntnis oder Halbwissen.
Auf jeden Fall kann ich jetzt eine eigene Entscheidung treffen und muss nicht das glauben, das mir irgendwelche Interessenvertreter vorgaukeln.
Liebe Grüße Marie

von
Marie

Hallo Marie,

viel Unkenntnis und Halbwissen, Sie sagen es. Die von Ihnen genannten Interessenvertreter haben auch logischerweise wenig Interesse an einer Aufklärung der Bevölkerung. Melden Sie sich wieder, wenn sich Ihre Fragen nicht erschöpfend klären lassen anhand der bereits hier gegebenen Antworten und der von mir angegebenen Verweise.

Gruß,
Maria L.

von
Welchen Job?

Hallo Marie - aus Neugierde, was für einen Job haben Sie, um als 28jährige Frau schon soviel Gehalt zu bekommen?

von
Nix

Hallo Marie!
Gerade bei Ihrer Gehaltsklasse zahlt es sich aus, nur in Aktienfonds ohne staatliche Zulagen zu investieren.
Es gibt zahlreiche Beiträge auf dieser Seite, die auch ich geschrieben habe.
Geben Sie mal in die Suchfunktion dieser Seite den Namen "Nix" ein.
Dann finden Sie zahlreiche Beispiele für Aktienfonds, die man für die Altersvorsorge besparen kann.
Googeln Sie mal auch im Internet selbst. Geben Sie "Fonds für Lau" ein. Da kommen zahlreiche Fondsshops, bei welchen Sie Aktienfonds komplett ohne Ausgabeaufschlag besparen können und mit wenig Depotgebühr.
Sind Sie risikoorientiert(mit 28 Jahren darf man das noch sein), dann besparen Sie einen Asienländerfonds. Sind Sie ein Angsthase(sicherheitsorientiert), dann nehmen Sie einen Europa-Regionen-Fonds oder einen europäischen Länderfonds, den Sie dann über Jahrzente besparen können( steigt der Fonds in einem Jahr überproportional, dann bitte einfach umschichten und Gewinne sichern!)

Merke: Alles, was in Deutschland mit Zulagen(Riesterzulagen, Rürup-Märchen, Werbungskosten und sonstiger Blödsinn) bezuschusst wird, ist für die private Altersvorsorge absolut unrentabel.

Welche Aktienfonds gut sind, können sie an der "Schulnote" unter www.fondsnote.de erkennen. Gute Fonds wurden auch von www.finanztest.de getestet und filtriert....und für gut befunden.

Vorgehensweise:
1)Googeln: "Fonds für Lau"
und einen günstigen Anbieter finden

2) Fondsnote.de und finanztest.de durchchecken und einen guten Aktienfonds raussuchen.

3) Checken Sie bei dem unter 1) gefunden Fondsshop, ob der Fonds ohne Ausgabeaufschlag erhältlich ist.

4) Wenn ja: Sparplan anlegen.
Merke:
Abgeltungssteuer ab 01.01.2009
Deshalb 1 Depot eröffnen für die Zeit ab jetzt bis 31.12.2008. Anschliessend Sparpläne auf diesem Depot beenden.

2.Depot eröffnen für die Zeit ab 01.01.2009
und hier die Fondssparpläne weiterbesparen.

Begründung:
Fallen bei der Depotstelle Depotgebühren an, werden nach dem FiFo-Prinzip (First-In-First-Out) die zuerst gekauften Fondsanteile wieder verkauft, die Sie ja dann abgeltungssteuerfrei vor dem 01.01.2009 erworben haben.

Welchen Job Sie ausüben, interessiert mich hierbei wenig.
Es gibt in Deutschland viele Möglichkeiten, viel Geld zu verdienen....übrigens: mit Aktienfonds geht das auch ohne gutes Einkommen. :-)
Auf die lange Ansparzeit kommt es an. "Kaufen und liegenlassen" heisst die Devise bei Aktienfonds.
Das ist wie mit dem guten Wein. Erst mit der Zeit kommt die Reife.

Viele Grüsse

Nix

von
Maria L.

Klasse Beitrag, Nix!

Ich möchte noch einen weiteren wichtigen Gedanken gerade für Besserverdiener ergänzen.

Wohlhabend wird man NICHT durch ein hohes Einkommen. Wohlhabend wird man durch regelmäßiges Sparen und investieren in rentable Anlagetitel - und das klappt sogar bei geringem Einkommen, bei höherem fällt es natürlich leichter.

Nur das Geld, was man behält, mehrt den eigenen Wohlstand, nicht das Geld, was man ausgibt.

Dazu gab es vor einiger Zeit auch einen interessanten Artikel im manager-magazin.

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,537054,00.html

Und der Aufbau eines eigenen Vermögens ist die beste Altersvorsorge.

Gruß,
Maria L.