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Private Altersvorsorge

von
Björn

Hallo,

die Entscheidung ist gefallen:

Ich habe mich gegen die Riester-Rente entschieden.
Ich bin gern bereit auf die staatlichen Zulagen zu verzichten.

Ich habe mich für das monatliche Ratensparen in Aktienfonds entschieden (Vermögensbilung; Laufzeit über 30 Jahre)

Ich persönlich sehe diese Anlageform als meine PRIVATE ALTERSVORSORGE.

Jetzt gehts aber um die praktische Umsetzung.

Und dabei möchte ich möglichst keine Fehler machen!!!

Es geht hier um eine sehr langfristige Anlage von monatlich 150 Euro.

1) Das Depot möchte ich bei DWS unter www.dws-direkt.de eröffnen.

Frage: Was haltet ihr von dieser Entscheidung?

(Obwohl mir bewusst ist, dass es sicherlich günstigere Anbieter gibt, habe ich ein besseres Gefühl -gerade wegen der sehr langen Laufzeit- beim Marktführer anzuzlegen)

Frage: Oder lohnt sich das nicht bei nur 150 Euro monatlich weil die hohen Gebühren und Ausgabeaufschläge von DWS vieles auffressen? (Ich muss ja auch noch die Abgeltungssteuer zahlen!)

Ich habe mich für drei Fonds von DWS entschieden (also jeweils 50 Euro).

Fragen: Ist das eurer Meinung nach ok? Oder ist das Risiko viel zu Hoch weil es nur drei Fonds (alle weltweit) sind?

Auf was muss ich noch alles achten bevor ich das Depot eröffne und es mit der ersten Rate losgeht?

Über zahlreiche Meinungen von euch würde ich mich sehr freuen!!! Bin auch für alle Tipps / Tricks dankbar!!!

Hat die von mir ausgewählte Form der privaten Altersvorsorge irgendwelche gravierenden Nachteile, die ich vielleicht übersehen habe?

Falls jemand Kunde bei DWS ist würde ich mich natürlich auch über Erfahrungsberichte freuen ...

Viele Grüße

Björn

P.S.: Ich bin übrigens Jahrgang 1979

von
Nix

Hallo Björn!

Ich finde es sehr gut, dass Sie sich für die Altersvorsorge mit Aktienfonds entschieden haben. Ich bin selbst Jahrgang 1971 und bespare schon seit vielen Jahren Aktienfonds für die private Altersvorsorge.....kenne mich mit der Materie schon sehr gut aus.

Unter www.fondsdiscount.de können Sie über 1000 Aktienfonds komplett ohne Ausgabeaufschlag zeichnen.

Ich würde mich da nicht an einen speziellen Anbieter(Fondsgesellschaft DWS oder Fidelity etc) binden, bei dem Sie nur eine BEGRENZE FONDSAUSWAHL haben und NUR WENIG FLEXIBEL sind.

Sie sind Jahrgang 1979 und damit auch noch gerade mal 7 Jahre jünger als ich. Soviel jünger also auch nicht.
Ich würde an Ihrer Stelle bei dem von mir genannten Anbieter oben ein Konto bei einer seiner Partnerbanken eröffnen.
Dann sind Sie flexibel, was die Fondsauswahl auch von Fonds anderer Fondsgesellschaften angeht.

1 Nachteil bei DWS-Direkt:
Bei der DWS-Direkt zahlen Sie bestimmt einen Ausgabeaufschlag. Richtig?

1 Vorteil bei Fondsshops:
Bei fondsdiscount.de zahlen Sie KEINE Ausgabeaufschläge!!!

1:0 für Fondsdiscount (wir sind ja noch in Olympia-Laune)

Sicher haben Sie bei DWS-Direkt auch eine jährliche Depotgebühr von bestimmt EUR 50,--.
Stimmts?

Über Fondsdiscount.de können Sie ein Depot bei Comdirect.de eröffnen und die Depotgebühr ENTFÄLLT - DIE AUSGABEAUFSCHLÄGE ÜBRIGENS AUCH - KOMPLETT!!!!!

2:0 für Fondsdiscount.de!!!

2) Ihre Fondsauswahl
Schade, dass Sie mir die Fonds nicht genannt haben.
Hätte mir diese angschaut, auch wenn ich für weltweitanlegende Aktienfonds nicht unbedingt positiv gestimmt bin bei der von Ihnen angedachten Anlagedauer bis zur Rente ....über 40 Jahre....

DESHALB: Ich würde KEINE 3 WELTWEITANLEGENDEN FONDS NEHMEN!!!!

In Ihrem Alter hätte ich folgendes gemacht:

1 x EUR 50,--
UBAM NEUBERGER US VALUE
ISIN LU0045841987(einer der besten US-Aktienfonds)

1 x EUR 50,-- Fidelity South East Asia(einer der besten Asienfonds)
ISINLU0048597586

1 x EUR 50,-- Carmignac Euro-Entrepreneurs (einer der besten Europafonds)
ISIN FR0010149112

Ich bin mir sicher, das Sie die o.g. Fonds bei DWS-Direkt.de nicht bekommen und wenn dann nur mit zusätzlichen Gebühren....die Sie sich sparen können....

Sie schreiben von Ausgabeaufschlägen bei der DWS

Sie sind in der heutigen Zeit bereit, Ausgabeaufschläge zu zahlen?

Bei Fondsdiscount.de ZAHLEN SIE KEINE AUSGABEAUFSCHLÄGE!!!

DAS IST WICHTIG FÜR DIE RENDITE! KEINE AUSGABEAUFSCHLÄGE = MEHR RENDITE FÜR SIE!!!

Ausserdem sollten Sie sich die Flexibilität Ihrer Jugend behalten und schon deshalb die Fonds bei einem neutralen Fondsanbieter/DISCOUNT-SHOP zeichnen

Übrigens auch bei www.avl-investmentfonds.de nicht, nur um einen weiteren Anbieter zu nennen um nicht in die Kritik zu verfallen, Schleichwerbung zu machen.

Es gibt auch viele andere Anbieter.... Mit Fondsdiscount.de habe ich persönlich die besten Erfahrungen gemacht.

Ob das Risiko viel zu hoch ist?
FÜR SIE ist mir das RISIKO NICHT HOCH GENUG!!!!!!

MERKE: MEHR RISIKO = MEHR RENDITE!!!!

SIE SIND JAHRGANG 1979. Da haben Sie noch viele Jahre Zeit bis zu Rente und da kann das Risiko ruhig ein bisschen höher sein. Da müssen Sie in Aktienfonds mit hohen Schwanken wie den Fidelity South East Asia setzen.(als Beimischung) Mit dem Amerikafonds setzen Sie auf die Weltmacht Amerika. Die besten Firmen kommen aus Amerika

Nehmen Sie meine Fondsauswahl oben.
Dann haben Sie auch ein bisschen Risiko dabei!!!
Dafür auch mehr Chancen auf gute RENDITE!!!! Und die ist WICHTIG BEI IHREM JAHRGANG 1979!!!

Viele Grüsse

Nix

von
Maria L.

Hallo Björn,

bei Ihrer konkreten Frage darf mein Beitrag nicht fehlen - als Ergänzung zu Nix.

Ihre prinzipielle Entscheidung gegen die Riester-Rente und für Aktienfonds ist goldrichtig. Das gilt auch und gerade in der aktuellen krisenhaften Situation der Weltwirtschaft.

In der heutigen Zeit sollten Sie keine Ausgabeaufschläge bezahlen müssen. Langfristig wichtiger für die Rendite sind allerdings die jährlichen Kosten eines Fonds. Die Management- bzw. Verwaltungsgebühr bzw. die TER (Total Expense Ratio) sollte möglichst gering sein. Das unterscheidet sich von Fonds zu Fonds. Bevor Sie sich für einen konkreten Fonds entscheiden, sollten Sie die Fondsprospekte studieren, diese enthalten Angaben zur Anlagestrategie des Fonds und auch zu den Kosten.

Ich würde nicht 3 Fonds der gleichen Fondsgesellschaft nehmen. Das beinhaltet ein zu hohes Risiko. Sollte die Fondsgesellschaft in Konkurs gehen, gehören Ihre Fondsanteile zwar Ihnen, weil sie Sondervermögen sind, Sie haben dadurch aber trotzdem Nachteile, weil Sie in andere Fonds umschichten müßten und ggf. längere Zeit auf die Abwicklung warten müßten. Ich würde Fonds unterschiedlicher Gesellschaften wählen, und auch nicht nur deutsche! Wenn es z.B. in Deutschland eine nachteilige Gesetzesänderung geben sollte, die die Fondsgesellschaften betrifft, sind dann alle Ihre Fonds betroffen. Wählen Sie auch ausländlische Fondsgesellschaften, deren Fonds hier zum Vertrieb zugelassen sind (es gibt über 4000 in Deutschland zugelassene Fonds).

Bei allem, was Sie tun, ist Streuung wichtig. Das gilt insbesondere für die Fondsauswahl. Eine weltweite Streuung ist wichtig. Besser als weltweit anlegende Fonds ist es dabei, jeweils auf eine Region und ggf. eine Branche fokussierte Fonds auszuwählen, die inhaltlich keine Überschneidungen haben. So ähnlich wie Nix das bereits vorgeschlagen hat, ich würde allerdings noch stärker fokussieren. Wenn einzelne Aktiengesellschaften in mehreren Ihrer ausgewählten Fonds enthalten sind (und bei 3 weltweit anlegenden Fonds kann das leicht passieren), dann erhöht das Ihr Risiko - Sie bekommen dann ein Klumpenrisiko. Außerdem haben Sie dann vielleicht einzelne Branchen oder Regionen zu stark übergewichtet. Es ist im Ergebnis risikoärmer, wenn Sie das entzerren. Außerdem erhöht es Ihre Renditechancen.

Mit 3 Fonds zu starten ist gut. Innerhalb einiger Jahre sollten Sie dann aber 2 weitere Fonds dazunehmen - zur Reduzierung des Risikos und Erhöhung der Chancen.

Bevor Sie Ihre Sparpläne eröffnen, brauchen Sie unbedingt ein Finanzpolster. Von Banken werden hier immer nur 3 Monatsgehälter empfohlen, das ist viel zu wenig (Banken verdienen gut daran, wenn Sie später aus Not einen Kredit aufnehmen müssen). Je nach Ihren persönlichen Umständen sollten es mind. 6 Nettomonatsgehälter sein, die jederzeit sofort frei verfügbar sein müssen. Das Finanzpolster ist für Situationen vorgesehen, in denen Sie unvorhergesehene notwendige hohe Ausgaben zu tätigen haben (z.B. Arbeitslosigkeit, Unfall, Krankheit, kaputtes Auto etc.). Das Finanzpolster muß so hoch sein, daß Sie alle Schadenereignisse, die mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann während Ihrer Ansparzeit auftreten können, abdecken können, ohne vorzeitig Ihre Fonds veräußern zu müssen. Für die Aktienfonds sollten Sie eine Ansparzeit von mindestens 20 Jahren vorsehen, je länger je besser.

Einziger Nachteil vom Aktienfondssparen: keine sogenannte Hartz IV- Sicherheit. Auf die Hartz IV - Sicherheit von Riesterverträgen würde ich aber in langfristiger Betrachtung auch keinen Euro verwetten, Sozialleistungen werden als Folge steigender Staatsverschuldung immer weiter abgebaut werden. Sie müssen sich nur darüber klar werden: Sie verzichten bewußt darauf, Sozialleistungen des Staates irgendwann in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie alles richtig machen, werden Sie schon lange vor Ende Ihrer Ansparzeit soviel Vermögen gebildet haben, daß Sie sich im Notfall selber den Hartz IV- Satz bezahlen können und somit nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Ich bin Privatanlegerin und beziehe mein Wissen hauptsächlich von dieser website, die ich Ihnen nur wärmstens ans Herz legen kann (studieren Sie die Informationen gründlich und lassen Sie sich Zeit mit der Auswahl der Aktienfonds):

www.finanzuni.org

Gruß,
Maria L.

Experten-Antwort

Gestatten Sie und bitte vorab die Bemerkung, dass dieses Forum von der Deutschen Rentenversicherung betrieben wird. Konkrete Auskünfte zur individuellen Planung der eigenen Altersvorsorge unter Einbeziehung privater Finanzprodukte am Markt sind uns nicht möglich.

Die Planung der eigenen Altersvorsorge ist eine höchst individuelle Sache. Viele Wege führen nach Rom, ein Spruch den wir alle kennen. Als Beimischung zur Altersvorsorge eignen sich selbstverständlich auch Aktienfonds für den risikobewussten Anleger. Wir weisen darauf hin, dass die Verbraucherzentralen - allerdings nicht kostenlos - Beratungsangebote rund um das Thema Altersvorsorge vor halten. Die Kosten für eine Beratung belaufen sich unserer Kenntnis einmalig auf rund 150,- Euro. Vor dem finanziellen Hintergrund der zu treffenden Anlageentscheidungen sicher kein überteuertes Angebot.

Angemerkt sei auch noch, dass Verbraucherschützer besonderen Wert darauf legen, dass ab einem Alter von etwa Mitte fünfzig Jahren die Geldanlagen zunehmend in sichere Anlageformen umgeschichtet werden sollten. Beachten Sie bitte, dass Aktienanlagen möglicherweise höher rentieren allerdings auch ein erhöhtes Verlustrisiko in sich bergen. Im Alter ist es wichtig über ein gesichertes monatliches Einkommen zu verfügen.

von
Schiko.

Gehöre wirklich nicht zu denen
die experten mit lob über-
häufen.
Weis natürlich über die vor-
handene fachkompetenz bescheid.

Einmal hosina, das andere
mal kreuzigung liegt mir
nicht.
Danke jedoch für ihre klaren
worte zum beitrag björn.

MfG.

von
Norbert

&#34;MERKE: MEHR RISIKO = MEHR RENDITE!!!!&#34;

Wie kann das sein???

Nach dieser Logik müsste ich mit meiner Altersvorsorge ins Kasino gehen und am Roulettetisch alles auf eine Zahl setzen. Das bringt mir dann die höchstmögliche Rendite !?

Sicher kann doch nur das sein, was auch wirklich hohe Renditen erwarten lässt!

Daher: mehr Risiko = weniger Rendite
oder
mehr Sicherheit = mehr Rendite!