Private Erwerbsminderungsrente vs Grundsicherung

von
Sören Meincke

Hallo,
ich bin 32 Jahre, alt freiberuflich selbstständig und denke über meine Absicherung im Invaliditätsfall nach (nach Schlaganfall ins Bett gefesselt, also komplett arbeitsunfähig etc…).
Wenn ich eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung über 2000 EUR monatlich (bis zum 65 Lebensjahr ausgezahlt) abschließe, dann:

1. Zahle ich darauf Einkommenssteuer
2. Zahle ich meine PKV oder freiwillig in die GKV
3. Und muss ca. 500 EUR in meine Altersvorsorge stecken, um nicht ab 65 sowieso in Hartz4/Grundsicherung zu rutschen.

Da bleiben monatlich weniger als 1000 EUR zum Leben.

Warum also nicht gleich im Fall der Invalidität Grundsicherung beantragen und gar nicht privat für den Fall der Invalidität vorsorgen?

von
Knäckebrot

Zitiert von: Sören Meincke
Hallo,
ich bin 32 Jahre, alt freiberuflich selbstständig und denke über meine Absicherung im Invaliditätsfall nach (nach Schlaganfall ins Bett gefesselt, also komplett arbeitsunfähig etc…).
Wenn ich eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung über 2000 EUR monatlich (bis zum 65 Lebensjahr ausgezahlt) abschließe, dann:

1. Zahle ich darauf Einkommenssteuer
2. Zahle ich meine PKV oder freiwillig in die GKV
3. Und muss ca. 500 EUR in meine Altersvorsorge stecken, um nicht ab 65 sowieso in Hartz4/Grundsicherung zu rutschen.

Da bleiben monatlich weniger als 1000 EUR zum Leben.

Warum also nicht gleich im Fall der Invalidität Grundsicherung beantragen und gar nicht privat für den Fall der Invalidität vorsorgen?

Hallo,

bist du wirkich gefesselt? Am besten sofort Grundsicherung.

Mfg

von
Einzugsstelle

Sie zahlen doch sicher den Regelbeitrag. Da kommt doch auch eine vernünftige Erwerbsminderungsrente im Fall der Fälle heraus. Daneben können Sie noch schön riestern (auch da kann man EM mitabsichern) und für Rürup wäre da auch noch Luft.
Alles in Allem nur eine Frage des Willens.

von
Realist

Die private Krankenversicherung müssen Sie mir zeigen, die Sie bei Ihrem Krankheitsbild bezahlbar versichert.
Das sind doch Träumereien.

von
chi

Wie ich es verstehe, ist das „nach Schlaganfall ins Bett gefesselt, also komplett arbeitsunfähig etc…“ nur ein Szenario, das der Fragesteller sich ausmalt, und nicht die Realität.

Zur Frage, warum man sich nicht allein auf die Grundsicherung verlassen wollen könnte: Sie ist halt schon recht karg. Auch 1000 Euro ist noch viel mehr als die Grundsicherung – außerhalb von Städten wie München mit hohen Mieten jedenfalls, aber im Fall des Falles kann man ja wegziehen.

Übrigens gibt es keine private Erwerbsminderungsrente, sondern Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist dabei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente näher (zahlt, wenn man gar nicht mehr arbeiten kann, unabhängig vom Beruf) und erheblich günstiger.

Vielleicht käme auch eine Antragspflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung in Frage, das würde sowohl zur Altersvorsorge beitragen als auch einen Schutz bei Erwerbsminderung bieten.

Experten-Antwort

Hallo, Sören,

wir empfehlen Ihnen eine persönliche Beratung bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV in Ihrer Nähe. Sie haben dort die Möglichkeit festzustellen, ob Sie berechtigt sind, als Selbständiger auf Antrag Pflichtbeiträge zu leisten, um einen EM-Schutz nicht zu verlieren bzw. aufzubauen und welche grds. Kosten für die geplante Absicherung auf Sie zukommen werden. Ferner ist es ebenfalls möglich in einem neutralen „Intensivgespräch zur Altersvorsorge“ weitere Informationen zu erhalten, welche Ihre konkreten Fragen aber auch weitere Fragen zur Altersvorsorge beantworten. Es erfolgt in dem Gespräch keine „Produktberatung“ – die Beratung ist produktneutral. Sollte das Gespräch dahin gehend geholfen haben, müssen Sie selbst herausfinden, welcher Anbieter im Bereich der privaten Altersvorsorge der für Sie richtige Partner ist. Hilfreich kann dabei sein, wenn man anschließend bei einer Verbraucherzentrale in Ihrer Nähe weitere Informationen einholt.