private Krankenversicherung

von
Michaela

sehr geehrtes Expertenteam
ich beziehe seit langem eine Dauer-EU Rente. Ich bin privatversichert und
bekomme einen Zuschuss durch die
Rentenversicherung in Höhe von 50%
der gesetzlichen KV. Meine private
Versicherung ist im Verhältnis( obwohl
der Vertrag mehrfach abgespeckt wurde,
also reduziert) immer noch viel zu hoch
im Verhältnis zur Rente, Dazu kommt noch die Hohe Selbstbeteiligung von rund 2500 Euro im Jahr.
Gibt es eigentlich die Möglichkeit, irgendwo einen weiteren Zuschuss zur privaten Krankenversicherung zu erhalten, da ich aus der privaten nicht
in die gesetzliche wechseln kann, das ist rechtlich nach meinen Erkundigungen nicht möglich. besten dank für Ihre auskunft

von
..-..

Nein, der Zuschuss ist genau so hoch wie der von der DRV zu tragende Beitrag bei gesetzlich Pflichtversicherten.

Alles andere wäre eine Benachteiligung der gesetzlich Versicherten.

Um die Mehrkosten werden Sie wohl leider nicht herum kommen.

von
andjessi

Sie könnten als langjährig versichertes PKV-Mitglied prüfen, ob Sie in den Standardtarif (nicht zu verwechseln mit dem Basistarif) wechseln können.

Voraussetzung wäre in Ihrem Fall (EU-Rentner), dass Sie bereits 10 Jahre in der PKV sind.

Das Leistungsniveau liegt auf dem der GKV, die Selbstbeiteiligung wäre drastisch niedriger und bewegt sich im Rahmen der Zuzahlungen (analog GKV). Ihre vorhandenen Altersrückstellungen könnten Sie mitnehmen.

http://www.pkv.de/publikationen/info_broschueren/der_standardtarif.pdf

von
Michaela

danke andjessi ,das ist eine sicherlich gute Alternative!

von
Michaela

@andjessi
was ist eigentlich der Unterschiied zwischenBasistarif und Standardtarif. In meinen Versicherungsbedingungen ist zu lesen, daß der Basistarif auch für Bezieher einer Rente gedacht ist...
danke für Info

von
andjessi

Zitiert von: Michaela

@andjessi
was ist eigentlich der Unterschiied zwischenBasistarif und Standardtarif. In meinen Versicherungsbedingungen ist zu lesen, daß der Basistarif auch für Bezieher einer Rente gedacht ist...
danke für Info

Der Basistarif wurde 2007/2009 durch den Gesetzgeber geschaffen, um Nichtversicherten einen Krankenversicherungsschutz ohne Gesundheitsprüfung etc. zu ermöglichen. Der Standardtarif wurde bereits 1994 eingeführt und hatte vorrangig die Absicht den Beitrag im Alter bezahlbar zu halten.

Der Basistarif ist in seiner jetzigen Form erst seit Anfang 2009 verfügbar. Er steht prinzipell jedem PKV-Versicherten (und auch Personen, die gar keinen Versicherungsschutz haben, aber grundsätzlich der PKV-Welt zuzuordnen sind) offen. In den Standardtarif können nur die Versicherten wechseln, die die speziellen, strengeren Zugangsvoraussetzungen erfüllen und vor dem 31.12.2008 PKV versichert waren.

Die Leistungen des Basistarifs sind mit denen des Standardtarifs vergleichbar. Durch vereinfachte Zugangsmöglichkeiten in den Basistarif und eventuelle Beitragsreduzierung (eventuelle Beitragsreduzierung bei niedrigem Einkommen) ist der Tarifbeitrag im Basistarif in aller Regel deutlich höher als im Standardtarif. Sollte das Einkommen (durch Rente) aber sehr niedrig sein, kann der Basistarif ggf. trotzdem günstiger sein, als der Standardtarif.

Lassen Sie sich einfach für beide Varianten ein Angebot ihrer PKV machen.

http://www.bmg.bund.de/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/B/Glossarbegriff-Basistarif-der-privaten-Krankenversicherung.html

http://www.bmg.bund.de/cln_160/nn_1168248/SharedDocs/Standardartikel/DE/AZ/S/Glossarbegriff-Standardtarif-in-der-privaten-Krankenversicherung.html

Experten-Antwort

Hallo Michaela,
wie ..-.. bereits festgestellt hat, ist der Zuschuss zur privaten Krankenversicherung so hoch wie der vom Rentenversicherungsträger für einen gesetzlich krankenversicherten Rentner zu tragende Betrag. Darüber hinaus kann vom Rentenversicherungsträger kein weiterer Zuschuss gezahlt werden. Ob ggf. ein Tarifwechsel möglich ist, klären Sie bitte mit Ihrer privaten Krankenversicherung.

von
Michaela

hallo ,danke für die hilfreichen Auskünfte.
Eine Frage an andjessi:
Sie schreiben seit 1994 gab es bereits die
Wahl bei niedrigem Einkommen, wie zb.
EU Rente in den Standardtarif der PKV zu wechseln. Ich dachte, erst ab 2007
war das möglich ? Mich hatte leider niemand informiert, so hätte ich schon 1994 in eine viel günstigere PKV wechseln können...

von
andjessi

Zitiert von: Michaela

hallo ,danke für die hilfreichen Auskünfte.
Eine Frage an andjessi:
Sie schreiben seit 1994 gab es bereits die
Wahl bei niedrigem Einkommen, wie zb.
EU Rente in den Standardtarif der PKV zu wechseln. Ich dachte, erst ab 2007
war das möglich ? Mich hatte leider niemand informiert, so hätte ich schon 1994 in eine viel günstigere PKV wechseln können...

Den Standardtarif gab es auch schon vor 2007, wie gesagt ab 1994.

Die PKVen raten von sich aus allerdings selten zum Standardtarif. Erst wenn Sie wirklich im Rentenalter sind, müssen die Versicherer bei Beitragserhöhungen auf die Wechselmöglichkeit hinweisen. Der Zugang über eine EU-Rente ist wie gesagt eine Ausnahme.
Der Standardtarif hat ja auch deutliche Nachteile (Leistungen sind auf das GKV-Niveau begrenzt, quasi Verlust des Status als Privatversicherter), so dass für viele die Erhöhung des SB oder eine Reduzierung der Leistungen ihres normalen Tarifs eine sinnvolle Alternative darstellt. Von daher würde ich dem Versicherer nicht unbedingt einen Vorwurf machen.

Wie viel zahlen Sie denn im Moment bei welchem SB, seit wann sind Sie in der PKV und welcher Jahrgang sind Sie?

von
Michaela

ich bin jahrgang 57, zahle 340 im Monat
und 2400 Selbstbeteiligung i.Jahr ( hatte
den Vertrag also im Lauf der Zeit deutilch reduziert, weniger Leistungen
höchste Selbstbeteiligung etc)
ich denke ich war seit Kindheit privatversichert, also wohl bei den Eltern mit und später ab 20 oder 22 ?? ( weiss nicht mehr genau) selber privatversichert

von
Michaela

[quote=142249]
ich bin jahrgang 57, zahle 340 im Monat
und 2400 Selbstbeteiligung i.Jahr ( hatte
den Vertrag also im Lauf der Zeit deutlich reduziert, weniger Leistungen
höchste Selbstbeteiligung etc)
ich denke ich war seit Kindheit privatversichert, also wohl bei den Eltern mit und später ab 20 oder 22 ?? ( weiss nicht mehr genau) selber privatversichert..

desweiteren dachte ich, auch mit Standardtarif oder Basis, habe ich
weiterhin den Status des Privatversicherten, hätte die Privatcard
auf der aber " Standardvers." vermerkt wird. ....?

von
Michaela

---

von
andjessi

Zitiert von: Michaela

[quote=142249]
ich bin jahrgang 57, zahle 340 im Monat
und 2400 Selbstbeteiligung i.Jahr ( hatte
den Vertrag also im Lauf der Zeit deutlich reduziert, weniger Leistungen
höchste Selbstbeteiligung etc)
ich denke ich war seit Kindheit privatversichert, also wohl bei den Eltern mit und später ab 20 oder 22 ?? ( weiss nicht mehr genau) selber privatversichert..

desweiteren dachte ich, auch mit Standardtarif oder Basis, habe ich
weiterhin den Status des Privatversicherten, hätte die Privatcard
auf der aber " Standardvers." vermerkt wird. ....?

Die lange Vorversicherungszeit spricht in jedem Fall dafür, dass in dem Vertrag erhebliche Altersrückstellungen angespart wurden. Das wird den Beitrag im Standardtarif vermutlich deutlich reduzieren.

Sie bleiben Privatversicherter allerdings erstattet der Standardtarif niedrigere Sätze für die ärztliche Behandlung. Sie müssen daher die Ärzte vor der Behandlung darauf hinweisen, dass Sie nur zu den Sätzen der Standardversicherung abrechnen dürfen. Sie erhalten eine Karte, die Sie als Standardversicherter ausweist. Für den Arzt sind Sie nicht mehr so lukrativ. Es gibt seitens der KVen und der KBV aber einen Sicherstellungsauftrag der ärztlichen Versorgung.

von
Michaela

@andjessi
halten Sie den Beitrag, den ich zahle
incl. Selbstbeteiligung eigentlich für akzeptabel? Ich werde jetzt sehen,
wie hoch der Beitrag für die Standardversicherung bei geringeren
Leistungen wäre, man muss sich das alles genau durchrechnen, was es im Endeffekt an fin. Vorteilen bringt.

von
andjessi

Zitiert von: Michaela

@andjessi
halten Sie den Beitrag, den ich zahle
incl. Selbstbeteiligung eigentlich für akzeptabel? Ich werde jetzt sehen,
wie hoch der Beitrag für die Standardversicherung bei geringeren
Leistungen wäre, man muss sich das alles genau durchrechnen, was es im Endeffekt an fin. Vorteilen bringt.

Das kann man pauschal nicht sagen. Ich kenne IhrenTarif nicht. Es gibt in der PKV erhebliche Leistungsunterschiede. Die maximal mögliche Belastung 340,- EUR Beitrag (PKV + Pflegeversicherung?) + 200,- EUR Selbstbehalt im Monat ist immer noch geringer als z.B. der Grundbeitrag des Basistarifs oder der Beitrag, den man als freiwillig Versicherter gutverdiener in der GKV zahlen muss.

Rechnen Sie genau und lassen Sie sich auch ausführlich von der PKV beraten. Ein Zurück aus dem Standardtarif gibt es nicht mehr.

Ein Beispeil warum eine Beratung Sinn macht: Bedenken Sie z.B. auch, dass sich ab dem 60. Lebensjahr der 10%-Zuschlag - soweit Sie ihn damals 2000 nicht abgelehnt haben - für Sie entfällt. Das macht ja ggf. die Versicherung auch noch ein paar Euros günstiger und sollte bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

von
Michaela

danke andjessi für die fundierte Beratung.
Bedenklich auch, daß man tatsächlich
vom Standardtarif nicht mehr zurück
in einen anderen Tarif kann...ja, da müssen alle Aspekte sehr gut bedacht sein. Nebenbei: diesen Zuschlag von 10% zahle ich seit Jahren.
Ja, die 340 sind incl. Pflegepflichtvers.