private Rente und Grundsicherung

von
pia82

Hallo =),

ich habe vor ca. 5 Jahren eine private Rentenversichung abgeschlossen. (keine Riester Rente)

Ich weiß das die Riester Rente noch auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Gilt dies auch für die private Rentenversichrung? Ich frage mich wirklich ob ich den Vertrag nicht besser auflöse da er für mich wahrscheinlich eh nix bringt wenn das Gesetz nicht geändert wird bzw. es auch für eine normale private Renternversichung gilt.

Hoffe ihr könnt mir helfen.

lg Pia

von
Schade

natürlich wird das angerechnet - und das ist nun auch wirklich keine neue Sensation.

Wäre das nicht der Fall müsste letztendlich die Allgemeinheit per Sozialhilfe/Grundsicherung fürLeute aufkommen, die Geldeinkünfte aus privaten Quellen haben.

Das können Sie doch nicht wirklich erwarten.

Wenn ich aus Ihrem Namen schließen darf, dass Sie Jahrgang 82 sind, haben Sie noch 40 Jahre Zeit zu arbeiten und sich um die Altersvorsorge zu kümmern, dass Sie später mal nicht bedürftig werden.

Klar, Hartz4 und auf Lebenszeit bedürftig ist auch eine Lebensplanung.

von
TIP

Bedenken SIe, dass Storno-Gebühren anfallen bei Auflösung. Lieber "ruhrn" lassen.

Experten-Antwort

Um Grundsicherungsleistungen erhalten zu können, muss Bedürftigkeit vorliegen. Bei der Prüfung, ob Bedürftigkeit vorliegt, wird sämtliches verwertbares Einkommen angesetzt. Dazu zählt auch eine private Rentenversicherung.

von
Schiko.,

Auch diese frage muß erlaubt sein, wie kommen sie eigen-
tlich zu ihrer anfrage?

Was wissen sie bisher über das wort" Grundsicherung"Eines
steht allerdings fest, wenn es diese auch in zwanzig,dreißig
jahren in der jetzigen form noch gibt wird vielen menschen
die jetzt das allheilmittel bei 7,50 euro mindestlohn sehen
ein licht aufgehen

Bei angenommen 174 arbeitsstunden im monat x 12
ergibt dies in 45 beitragsjahren 705 bruttorente -
67 euro kranken/pflegeversicherung 638 kontogutschrift.

Dies entspricht genau ( 7664:12) dem existenzminimum
für single von 638 euro, liegt teilweise aber unter der grund-
sicherung.

In solchen fällen werden natürlich bei antragstellung auf
grundsicherung sämtliche einkünfte bei der bedarfsfest-
stellung angerechnet.

Ist doch wirklich komisch, presseleute, politiker und auch
einige user hier wissen dies scheinbar erst seit etlichen
wochen.
Schon bei einführung der grundsicherung ab 1.1. 2003 ist
dies so vorgesehen.
Manche habe eben einen gesunden schlaf und freuen sich
über alle negativurteile gegen den staat auch noch nach
fünf jahren. Rechtens ist aber auch-inzwischen gerichtlich
bestätigt- für privatrenten
hat der rentner den vollen
kranken/pflegevers.beitrag
zu bezahlen.

Wahr aber auch, die steuer
hierfür ist wesentlich günstiger
als jetzt und vor allem später,
da hier die ertagsanteilbe-
steuerung (derzeit jedenfalls)
gilt.
Soger verbessert, mit 65 jah-
ren rentenbeginn früher 27%,
derzeit mit 18%.
Will ja nicht behaupten , dies
gilt nach zwanzig jahren auch
noch, nur man darf auch positives berichten.

Mit freundlichen Grüßen.

von
pia82

Einige User hier so habe ich den Eindruck haben keine Ahnung und wollen dennoch mitreden. Ja ich bin noch jung aber gerade daher muss ich doch auch über die Zukunft nachdenken. Ich spare mir meine jetzige private Rentenversichung vom Munde ab und nun habe ich gelesen das diese eh nix bringt.
Diese lohne sich erst bei einem Einkommen von 1900€ brutte monatlich und man muss mindestens 35 Jahre arbeiten um nicht im Alter in die Grundsicherung zu fallen.

Wer bitte schön kann sagen das er so viel verdient und das über 35 Jahre?? Ich glaube das sind nicht mal die hälfte der Arbeitnehmer und dann noch als Frau wo wir eh weniger verdienen?? Und dann wundert man sich über Altersarmut.

Ich finde es ungerecht das wenn jemand Monat für Monat Geld beiseite legt und es eh nicht dicke hat im Alter genauso viel wie jemand hat der dies nicht getan hat und vielleicht sogar noch nie gearbeitet hat.

Ich habe sicherlich nicht vor mein Leben mit der Grundsicherung zu verbringen davon war nie die Rede, nur im Alter kommen einige nun mal nicht drum herrum.

von
Maria L.

Hallo pia82,

mit einer privaten Rentenversicherung haben Sie eines der unrentabelsten Produkte abgeschlossen, die es gibt. Sehen Sie sich dazu die Aussagen des Bunds des Sparer an:

http://www.bds-deutschland.de/a/news/warnung-vor-prv.html

http://www.bds-deutschland.de/a/warnungen/warnung-vor-klv-u.prv.html

Sie sollten nicht auf die Grundsicherung im Alter spekulieren, davon kann man heute schon nur schlecht leben und wer weiß, wie hohe Grundsicherungsleistungen sich unser Staat in 30 oder 40 Jahren noch leisten kann.

Auch mit relativ geringen Sparbeiträgen können Sie ein beachtliches Altersvorsorgekapital aufbauen, wenn Sie rentabel investieren. Schauen Sie sich die Informationen und Präsentationen des Bunds der Sparer an, z.B. diese:

http://www.bds-deutschland.de/a/video-clips-u.-pr-sentationen/die-angst-der-deutschen-vor-aktienfonds.html

Hier werden konservative, internationale Aktienfonds für die Altersvorsorge empfohlen. Damit konnte man in der Vergangenheit durchschnittlich 13% Rendite erreichen. Das ist das mindeste, was Sie tun können. Es gibt auch noch höher rentable Möglichkeiten, aber die sind nur bei hohem persönlichen Einsatz zu erlangen. Falls Sie bereit sind, Zeit zu investieren, kann ich Ihnen folgende website empfehlen:

www.finanzuni.org

Wenn Sie noch lange Zeit bis zur Rente haben, können Sie den Zinseszins voll ausnutzen. Vor der Investition in Aktienfonds brauchen Sie ein Finanzpolster von mind. 6 Nettomonatsgehältern und ggf. die Bereitschaft, auf Hartz IV- Sicherheit solange zu verzichten, bis das angesparte Kapital hoch genug ist, um im Notfall davon leben zu können.

Beispiel: bei einem Zinssatz von 13% erreichen Sie mit einem monatlichen Sparbetrag von 100 Euro in 20 Jahren rund 104.000 Euro (nach Inflationsausgleich von 3% wären das heute 57.582 Euro wert), in 30 Jahren 376.614 Euro (nach Inflation 155.160 Euro) und in 40 Jahren 1.302.103 Euro (nach Inflation 399.169). Davon läßt sich besser leben als von der Grundsicherung!

Gruß,
Maria L.

von
TIP

Liebe MAria L. Das war der Werbeblock.

von
realist

Ich kann mich kaum auf dem Stuhl halten vor lachen wenn Maria als loslegt.

Nicht vergessen, wenn die Eltern ins Pflegeheim kommen kommt Papa Staat und dann ists vorbei mit aller Planerei und dem ersparten sowieso....

Scheidung, Zugewinnausgleich, Kinder, Unfall, Gericht erkennt das Startkapital vor der Ehe nicht an, usw, was es so alles gibt was im Leben anders als geplant laufen kann.....

Gruss
Realist

von
Vorsicht

Da sieht man wieder, zu welchen Schlußfolgerungen und Konsequenzen solche populistischen Berichte in den Medien führen. Als ob die Verunsicherung nicht schon groß genug ist.

Fakt ist aber doch unstrittig schon heute:

1. Daß es notwendig ist, sich eine priv. oder betriebl. zusätzliche Altersversorgung neben den späteren Ansprüchen aus der gesetzl. Rentenversicherung aufzubauen.

2.Daß die gesetzl Rente allein wohl nicht ausreicht, um seinen Lebensunterhalt davon bestreiten zu können.

3.Daß, wenn Sie gar nichts machen, die Wahrscheinlichkeit später Grundsicherung beantragen zu müssen, viel größer wenn nicht gar sicher ist.

4.Daß die heutige Rentnergeneration oder auch die Menschen über 50 sehr sehr ungern zum Grundsicherungs(Sozial-)amt gehen und man davon ausgehen müßte, daß dies künftig wohl auch noch so ist.(Mentalität)

5.Daß,wer dies irgendwie vermeiden will, nur dann eine Chance hat, dies zu umgehen, wenn er es wenigstens versucht - sofern möglich - etwas nebenbei für sich und sein Alter zu tun.

Und vielleicht kann dieser dann im Alter das gute Gefühl geniessen, sich sagen zu können, ich habe es selber geschafft und bin jetzt auf niemand und schon gar nicht auf den Staat angewiesen.

Und wenn´s nicht reicht, dann springt der Staat ein, wie auch für die, die keine Möglichkeit hatten, irgendwas nebenbei aufzubauen. Leider aber auch für die, die sich einstellungsmäßig von vornerein auf den Staat und somit die dann steuerzahlende Generation verlassen wollen und nichts tun( obwohl sie es vielleicht könnten).

Und - wie Sie schon sagten - wer kann schon 20,30 oder mehr Jahre in die oder seine Zukunft schauen???

Nur wer jetzt schon aufgibt und jeglichen Ehrgeiz verloren hat in jungen Jahren, der hat wirklich "verloren" und wird wohl auf Grundsicherung angewiesen sein.

Man stelle sich vor, wer das bezahlen sollte, wenn alle 30- bis unter 30-jährigen die Einstellung hätten, nichts tun zu müssen, weil ja eh das Grundsicherungsniveau nicht überschritten wird...

Arme dann arbeitende und steuerzahlende Generation...

MfG

von
Maria L.

@Vorsicht: Guter Beitrag, ich stimme Ihnen zu. Jeder, der kann, sollte zusätzlich vorsorgen. Es geht dann nur noch um die Frage, wie und womit man vorsorgt.

@TIP: Haben Sie auch sachliche Argumente anzubieten?

@realist: Die Argumente, die Sie nennen, sprechen meines Erachtens nicht gegen private Vermögensbildung. Im Gegenteil: je mehr ich vorgesorgt habe, desto besser bin ich abgesichert im Falle unvorhergesehener Umstände. Elternunterhalt ist ein Aspekt, den ich bisher nie genannt habe, da haben Sie recht. Wenn es die eigenen Eltern betrifft und diese eigenes Vermögen haben (z.B. Wohneigentum), wird das zunächst verbraucht, bevor die Kinder zahlen müssen. Und dabei gibt es größere Freibeträge - zur Not verkauft man seine Aktienfondsanteile und kauft sich selber eine Immobilie, denn selbstbewohntes Eigentum ist geschützt. Vielleicht reicht das eigene Vermögen aber auch schon aus, um den Eltern einen Pflegeheimplatz finanzieren zu können, ohne staatliche Leistungen in Anspruch nehmen zu müssen.

Gegen die Folgen von Unfällen kann man sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Unfallversicherung absichern. Und im Fall einer Scheidung wird das Fondsanteilvermögen eben geteilt, na und?

Natürlich kann trotzdem etwas passieren, was verhindert, daß man sein Ziel erreicht, aber ist das ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und gar nichts zu tun? Im absoluten Notfall gibt es dann in unserem Staat eine Absicherung des Existenzminimums, ob vor oder nach Erreichen des Rentenalters, aber das von vornherein anzustreben, halte ich nicht für empfehlenswert.

Ich nehme an, Sie beide reagieren so heftig, weil ich heute aus pädagogischen Gründen mal mit der etwas höheren Renditezahl von 13% gerechnet habe. Bisher war ich ja in der Regel vorsichtiger, um nicht so viel Unruhe im Forum zu verursachen. Von September 1990 bis Januar 2008 erzielte man mit dem in Europa anlegenden Aktienfonds einer bekannten amerikanischen Fondsgesellschaft 14,85% effektive Durchschnittsrendite, d.h. aus 100 Euro monatlichem Sparbetrag wurden so in 17,4 Jahren 88.523 Euro. In den letzten 10 Jahren war es mit z.B. Osteuropa-, China- oder Südamerika-Fonds möglich, jährliche Renditen von über 20% zu erreichen. Schockiert Sie das sehr?

Selbst diese BVI-Statistik, die neulich in einem Artikel der Redaktion zitiert wurde (ich finde sie auf die Schnelle nicht wieder), ging von jährlichen Renditen von etwa 8% aus (vermutlich sind die Zahlen deswegen so niedrig, weil dort hauptsächlich deutsche Fondsgesellschaften vertreten sind - vermutlich sind diese weniger gut als ausländische Gesellschaften). Das ist nun wirklich die Untergrenze bei weltweit gestreuter Fondsanlage. Es ist mir unbegreiflich, wie man Sparverträge mit 2,25% "Garantie"-Verzinsung abschließen kann (was in Wahrheit ja eine negative reale Rendite beinhaltet, da es nicht mal die Inflation ausgleicht) - sofern man eben erstmal über Aktienfondssparen aufgeklärt wurde.

An dieser Aufklärung haben natürlich viele kein Interesse, die ihre unrentablen Produkte verkaufen wollen. Das ist schon klar. Mit dem langjährigen Ratensparen in Aktienfonds hat man die Garantie, seine eingezahlten Beiträge in voller Kaufkraft zurückzuerhalten (zumindest war das historisch bisher immer möglich) - d.h. man hat eine Absicherung nach unten und zwar eine bessere als bei anderen Anlageformen. Und nach oben hat man hohe Gewinnchancen - die sind natürlich ohne Garantie. Mir reicht das aber, da ich weiß, daß mit Beteiligungspapieren historisch immer höhere Renditen erzielt wurden als mit anderen Anlageformen.

@pia82: Sie haben recht, es erscheint ungerecht, daß jemand, der nicht vorsorgt, unter Umständen genauso gestellt wird wie jemand, der vorsorgt. Das liegt eben daran, daß wir niemanden verhungern lassen dürfen in unserem Land. Das Existenzminimum muß für jeden gewährleistet werden. Sie entkommen der Vorsorgefalle nur, wenn Sie so hochrentabel investieren, daß Sie am Ende aus eigener Kraft deutlich über der Grundsicherung liegen. Das geht auch mit relativ kleinen Beträgen. Versuchen Sie es mal mit den Links, die ich nannte, und beschäftigen Sie sich vorurteilsfrei damit. Informieren Sie sich und denken Sie selber darüber nach. Es ist eine unglaubliche Chance, die auch Geringverdiener haben. Leider wissen nur viel zu wenige Menschen darüber Bescheid. Und wer wie ich versucht aufzuklären, eckt dann an.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
KSC

danke Vorsicht für Ihren Bericht.

ergänzend vielleicht noch folgender Gedanke:

Wenn alle unter 30 jährigen resignieren und sich sagen, dass Vorsorge sinnlos ist, weil später mal die Grundsicherung einspringt,
dann produzieren diese Menschen aber hoffentlich viele Kinder, die später mal für Sie Steuern, etc zahlen??

Die Sache hat aber wieder einen Haken: Haben diese Kinder die Einstellung Ihrer Eltern übernommen, werden die es auch wieder nicht einsehen Leistung zu bringen, vorzusorgen, etc,..

Für junge Menschen sollte gelten: wenn nicht jetzt, wann dann?

von
Maria L.

Hallo pia82,

hoffentlich lesen Sie hier noch mit.

Wenn Sie wissen wollen, was Ihnen da vor 5 Jahren verkauft wurde, dann suchen Sie in den Vertragsunterlagen mal nach der "garantierten Rente". Das müßte irgendwo ausgewiesen sein, oder notfalls können Sie es beim Anbieter erfragen. Dieser Betrag wird Ihnen als monatliche Rente vertraglich zugesichert (dazu kommen dann noch evt. Überschüsse, die aber nicht garantiert sind und nur gezahlt werden - vereinfacht gesagt - wenn der Anbieter mit Teilen Ihres Sparbeitrags erfolgreich an der Börse investiert hat). Durch die Inflation wird dieser Betrag aber viel weniger wert sein, als Sie sich heute vorstellen können.

Das können Sie selber ganz leicht mit dem Barwertrechner ausrechen:

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.
Geben Sie die garantierte Rente, das Jahr des Rentenbeginns und bei Inflation 3% ein, dann erfahren Sie, wieviel diese Rente in heutiger Kaufkraft wert wäre. Es könnte sein, daß das nur ein Drittel ist.

Wenn Sie wissen wollen, wieviel Verzinsung Sie tatsächlich auf Ihren monatlichen Beitrag erhalten, müßten Sie in Ihren Vertragsunterlagen nach dem "garantierten Deckungskapital" oder evt. dem "Rückkaufswert" zum Zeitpunkt Ihres Rentenbeginns suchen. Dann benutzen Sie den Sparplanrechner:

Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.
Geben Sie Ihre monatliche Sparrate, bei Zinsssatz 2,25%, bei Inflation 0% (um die geht es bei dieser Rechnung nicht) und bei Spar-Zeitraum die Laufzeit Ihres Vertrages ein. Den sich ergebenden Betrag vergleichen Sie mit dem im Vertrag ermittelten Rückkaufswert. Vermutlich stellen Sie fest, daß Sie bei 2,25% einen deutlich höheren Wert erhalten. Dann probieren Sie mit geringeren Zinssätzen solange herum, bis Sie auf den richtigen Wert kommen. Nun wissen Sie, wieviel Zinsen Ihnen auf Ihren Sparbeitrag tatsächlich gezahlt werden, vermutlich wird dies weit unter der zu erwartenden Inflationsrate liegen, d.h. Sie sparen sich arm.

Die Verzinsung, die Ihnen bei Vertragsabschluß vielleicht genannt wurde, bezieht sich nämlich nur auf einen Teil Ihres Beitrags, vorher werden Kosten abgezogen. So erhält der Verkäufer z.B. eine hohe Provision, die Sie bezahlen müssen während der ersten Jahre Ihres Vertrags. Aufgrund dieser hohen Abschlußkosten werden Sie bei einer Kündigung jetzt kaum etwas herausbekommen. Trotzdem ist das vermutlich noch die relativ beste Lösung, um nicht noch mehr Geld zum Fenster rauszuwerfen. Sie können den Anbieter hier auch nach Alternativen fragen (z.B. den Vertrag beitragsfrei stellen).

Ich nenne Ihnen hier noch einen Link, wo Sie sich noch genauer über die Nachteile von festverzinslichen Sparprodukten informieren können. Die Informationen sind gut, es handelt sich allerdings um einen Anbieter von Fondssparplänen (die Seite ist also nicht völlig unabhängig).

http://www.gegen-altersarmut.de/Altersabsicherung-Versorgungsluecke-Rentensparplan.htm

Ich finde es unverantwortlich, einem jungen Menschen, der 40 oder mehr Jahre Zeit hat bis zur Rente für die Altersvorsorge, so ein Produkt zu verkaufen. Sie haben sooo viel Zeit, um alle Börsenschwankungen auszugleichen. Langfristig steigen die Aktienmärkte. Falls Sie sich selber nicht mit dem Thema befassen wollen (was aber schade wäre), würde ich Ihnen raten, als Notlösung wenigstens einen Riester-Fondssparplan abzuschließen. Das ist meines Wissens noch die bestmögliche Variante unter den staatlich geförderten Produkten - normalerweise rate ich auch davon ab, aber es wäre eben eine Notlösung, die deutlich besser wäre als die Rentenversicherung, die Sie jetzt haben. Lassen Sie sich aber keine fondsgebundene Versicherung andrehen. Riester-Fondssparpläne gibt es von den großen deutschen Fondsgesellschaften. Bei der Verbraucherzentrale bekommen Sie Informationen dazu.

http://www.vorsorgedurchblick.de/projekt01/side82.html

Leider warnt auch auch die Verbraucherzentrale vor den vermeintlichen "Risiken" der Aktienfondsanlage. Bei einer Ansparzeit von 40 Jahren können Sie die völlig vernachlässigen. Sie dürfen den Vertrag nur nicht vorzeitig kündigen, vor allem nicht während einer Börsenkrise. Auch bevor Sie einen solchen Vertrag abschließen, sollten Sie ein Finanzpolster von mind. 6 Nettomonatsgehältern haben - damit Sie eben in einem unerwarteten Notfall nicht an Ihre Altersvorsorge herangehen müssen.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Pia82

Hallo Maria,

ja ich lese noch mit. Und ich werde mir Ihren Vorschlag durch den Kopf gehen lassen. Vielen Dank für die Informationen. =)

Lg Pia

von
Maria L.

Hallo pia82,

das freut mich, daß Sie sich nochmal melden. Wenn Sie weitere Fragen haben, dann melden Sie sich ruhig wieder, dann vielleicht in einem neuen Beitrag.

Also nochmal meine Prioritätenfolge:

1. FinanzUni, den Link hatte ich Ihnen gegeben: dort können Sie sich selber erarbeiten, wie Sie sich bestmöglich für das Alter absichern können. Das erfordert aber sehr viel Zeitaufwand und Eigeninitiative von Ihnen, Sie können dort allerdings auch Hilfestellung erhalten.

2. Fondssparpläne in internationale, konservative Aktienfonds entsprechend der Empfehlungen des Bundes der Sparer. Auch hier müßten Sie selber aktiv werden. Weniger gut, aber auch nicht schlecht.

3. Riester-Fondssparplan von einer deutschen Fondsgesellschaft. Hier bekommen Sie ein Konzept "von der Stange" incl. Hartz IV- Sicherheit und Beitragserhaltungsgarantie. Von beidem halte ich nicht sehr viel, das können Sie in anderen Beiträgen von mir nachlesen. Es wäre aber nach meiner Meinung eine Notlösung, ich kenne ja auch Ihre persönliche Situation nicht. Zumindest wäre es deutlich besser als die private Rentenversicherung, die Sie derzeit haben. Die in Deutschland tätigen Banken haben jeweils ihre eigenen Fondsgesellschaften, über diesen Weg müßten Sie an so einen Vertrag kommen. Focus money hat diese Produkte mal getestet und bestimmt gibt es auch bei Stiftung Warentest Infos.

Nochmals der generelle Hinweis: in Aktienfonds darf man nur investieren, wenn man zuvor ein sofort verfügbares Finanzpolster für den Notfall (auch für kurze Arbeitslosigkeit) zurückgelegt hat, das auch nur in Notfällen angetastet werden darf und dann sofort wieder aufgefüllt werden muß. Und es handelt sich um eine langfristige Anlage, mindestens 20 Jahre müssen Sie bereit sein, auf Ihr investiertes Geld zu verzichten, um kein Verlustrisiko zu haben. Aber Sie haben ja anscheinend etwa 40 Jahre Zeit, das reicht dicke.

Und nochmal zur Motivation: ich habe gerade wieder gelesen, daß jemand, der heute 1700 Euro Nettoeinkommen hat, in Zukunft mit 600 Euro Altersrente rechnen muß. Es kann gut sein, daß die Grundsicherung in Zukunft noch geringer ausfallen wird als heute. Wer irgendwie kann, sollte versuchen, dem zu entkommen. Aber dann mit einer rentablen Vorsorge, die einem selber auch wirklich etwas bringt.

Ich vertrete hier eine Außenseitermeinung, das haben Sie vielleicht gemerkt. Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, daß die Mehrheit in dieser Frage völlig schiefliegt und daß wir auf eine starke Altersarmut zusteuern, wenn wir die bisherigen Denkweisen nicht aufgeben. Früher hat die gesetzliche Rente schon einen großen Teil des persönlichen Lebensstandards abgedeckt - zukünftig nicht mehr. Früher konnte man mit niedrig verzinsten festverzinslichen Verträgen die kleine Lücke abdecken - zukünftig nicht mehr. Wir haben keine andere Wahl, als uns mit den bei vielen ungeliebten Möglichkeiten der Aktienmärkte zu befassen, weil nur dort die notwendigen hohen Renditen erzielt werden können. Aber denken Sie selber nach und prüfen Sie selber kritisch, welchen Weg Sie einschlagen wollen. Und wenn Sie sich beraten lassen, fragen Sie den Berater, wieviel Provision er für welches Produkt erhält, das er Ihnen vorschlägt.

Mit freundlichen Grüßen,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo pia82,

hoffentlich verwirre ich Sie damit nicht zu sehr, aber hier wären noch einige ältere Beiträge von mir, in denen ich u.a. auch etwas zu den generellen Nachteilen von Riester-Verträgen schreibe (ich will mir nicht vorwerfen müssen, daß ich Sie nicht darauf hingewiesen habe).

Ich sehe diese Verträge wirklich nur als Notlösung, wenn man sich partout nicht selber mit dem Thema Aktienfonds beschäftigen will. Oder vielleicht auch, wenn man sehr viele Zulagen bekommt (bei vielen Kindern), oder auch, wenn man sehr große Angst vor Langzeitarbeitslosigkeit hat und deshalb großen Wert auf die Hartz IV-Sicherheit legt (die allerdings nach aktueller Gesetzeslage auch nur bis zum 60. Lebensjahr gilt, danach kann man von der ARGE gezwungen werden, die Riester-Rente anzuknabbern, so daß für später entsprechend weniger übrig bleibt).

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Alles Gute und viel Erfolg für Ihre Altersvorsorge,

Maria L.

von
Pia82

Hallo Maria nochmal =) ..

ich bin der gleichen Meinung wie Sie.

Viele Menschen haben eben Ansichten die aber besser veraltet sein sollten.

lg pia

von
Maria L.

Hallo pia82,

Sie verblüffen mich. Darf ich aus Ihrer Zustimmung schließen, daß Sie keine Vorurteile (jedenfalls keine unüberwindbaren) gegen "den Kapitalismus" oder "die Kapitalisten" haben, obwohl Sie anscheinend Geringverdienerin sind? Dann folgen Sie bitte meiner Priorität 1 - Empfehlung. Es lohnt sich, auch wenn man erstmal viel Zeit investieren muß!

Gruß,
Maria L.