Probleme mit Widerspruch

von
Sunny

Ich beziehe ALG II und gebe nebenher stundenweise freiberufl. Sprachunterricht.
Mein Bruttoeinkommen schwankt sehr stark, liegt. i.d.R. zwischen 500 und 800 EUR.
Da mir die Nebentaetigkeit (brutto) auf mein ALG II angerechnet wird, bekomme ich nur noch einen Mietkostenzuschuss von 220 EUR.
Somit habe ich 700-1000 EUR brutto pro Monat, manchmal aber auch viel weniger.
Im April erhielt ich einen DRV-Bescheid mit einem monatl. Beitrag von ca. 120 EUR., plus Nachzahlungen fuer vergangene Monate von ca. 1200 EUR.
Daraufhin legte ich Widerspruch ein
1. weil die ArGe seinerzeit sagte, ich sei beitragsbefreit.
2. weil ich soviel Geld (insbes. die Nachzahlung) nicht auf einen Schlag zahlen kann.
Der Widerspruch wurde bestaetigt. Kurz darauf wurde die Nachzahlung komplett abgebucht.
Erneuter Widerspruch mit Bitte um Rueckbuchung. Ich musste mir Geld leihen , da mein Konto auf Null war.
Der Widerspruch wurde bestaetigt. Kurz darauf wurde erneut ABgebucht, diesmal 1 Monatsbeitrag. Mein Konto war wieder bei Null.
Diesmal sprach ich persoenlich vor. Der Berater konnte das Ganze auch nicht verstehen. Er riet mir, das Geld selbst zurueck zu buchen. Er bestaetigte, dass der Widerspruch immer noch liefe und daher keine Beitraege eingezogen werden koennten.
Der Berater nahm auch zur Niederschrift auf, dass ich mit ALG II auf Stundung angewiesen sei und fuegte selbst einen Vermerk hinzu, die ganze Angelegenheit noch einmal zu pruefen, da mein Einkommen ja oft nur knapp ueber 430EUR laege.
Ich erhielt per Post eine Bestaetigung des Eingangs der Niederschritt. Als Antwort darauf erhielt ich erneut den Widerspruch aufrecht und bat um Stundung.
Heute (2 Wochen danach) erhielt ich 2 getrennte Briefe:
a) Bitte um Rueckruf wg. des Widerspruchs; man habe mich nicht tel. erreichen koennen

b) eine Mahnung inkl. Saeumniszuschlaege und Gebuehren. Ich soll binnen 1 Woche alle Rueckstaende begleichen, sonst wuerde die Vollstreckung eingeleitet.

Kann mir bitte jemand sagen, was da schief laeuft?
Spreche ich bei der DRV persoenlich vor, heisst es, ich koenne stunden lassen und es gebe keine "Probleme". In der Praxis aber, bucht die DRV munter Geld bei mir ab und verlangt Mahngebuehren.

von
KSC

Offenbar geht es bei Ihnen um die Versicherungspflicht eines selbständig tätigen Lehrers.

So gesehen wird der Bescheid zunächst mal vollkommen richtig sein, weil jemand der als Lehrer tätig ist (und das tun Sie "ich gebe Sprachunterricht") nun mal versicherungspflichtig in der RV ist.

Ich gehe auch nicht davon aus, dass Sie einen eigenen Angestellten habe, daher wird der Bescheid korrekt sein.

Sobald Sie mehr als geringfügig selbständig tätig sind (Gewinn über 450 €) haben Sie einkommensgerecht 18,9% aus dem Gewinn als Beitrag zu zahlen (über Regelbeitrag und halben RB rede ich nicht - da müssten Sie noch mehr zahlen).

So gesehen sind die 120 € wohl der einkommensgerechte Beitrag.

Vom Grundsatz her hat somit Ihr Widerspruch keinen Erfolg, die Tatsache dass Ihnen die ARGE vielleicht was anderes erzählt hat, greift nicht.

Wenn der Metzger für eine Wurst 2 € verlangt, nützt es Ihnen auch nichts, wenn Ihnen der Bäcker sagt, die Wurst kostet nur 1 €.
Ihr Pech, dass Sie sich vor Aufnahme Ihrer Selbständigkeit nicht oder bei den falschen Stellen erkundigt haben.

Ihr weiteres Pech, dass nun schon 10 Monate ins Land gegangen sind - hätten Sie die Selbständigkeit gleich bei der DRV gemeldet, wäre der Bescheid wohl früher gekommen.

An der Beitragspflicht beißt m.E. keine Maus einen Faden ab, außer der Gewinn aus der Selbständigkeit liegt unter 450 € monatlich.

Alternative: Geben Sie die Selbständigkeit auf , wenn Sie daraus keine Beiträge zahlen können oder wollen und suchen sich ne versicherungspflichtige Arbeit.

von
Sunny

Ich habe die Selbststaendigkeit schon 6 Wochen nach ihrer Aufnahme gemeldet.
Aber das ist eine andere Geschichte...

Ich suche auch schon seit der Zeit nach "normaler" Arbeit, habe aber noch keinen Vertrag. Ueberqualifiziert, sagen u.a. ArGe, Personalerin, etc.
Auch ne andere Geschichte.

Ich bin ja bereit zu zahlen, aber 1200 EUR auf einen Schlag geht nicht. Die ArGe beteiligt sich, wenn ueberhaupt, nur nachtraeglich, nach 6 Monaten.
Mein Problem ist die Hoehe der Forderung und die Tatsache, dass ich schon 3x schriftlich um Stundung gebeten habe, muendlich immer kommt "duerfte kein Problem sein", aber dann dergleichen nicht passiert.
Ausserdem muss ich mit jedem Euro rechnen und, wenn ohne Vorwarnung hunderte Euros ploetzlich fehlen, kriege ich auf die Dauer Probleme u.a. mit meiner Bank (--> Dispo).
Wieso gibt es soviel Chaos? Wieso klappt das mit der Stundung nicht? Und darf die DRV abbuchen und/oder Mahngebuehren erheben, wenn offiziell noch ein Widerspruch laeuft? Sogar der DRV-eigene Berater sagt zu Letzterem 'nein"

von
Sunny

Ich habe die Selbststaendigkeit schon 6 Wochen nach ihrer Aufnahme gemeldet.
Aber das ist eine andere Geschichte...

Ich suche auch schon seit der Zeit nach "normaler" Arbeit, habe aber noch keinen Vertrag. Ueberqualifiziert, sagen u.a. ArGe, Personalerin, etc.
Auch ne andere Geschichte.

Ich bin ja bereit zu zahlen, aber 1200 EUR auf einen Schlag geht nicht. Die ArGe beteiligt sich, wenn ueberhaupt, nur nachtraeglich, nach 6 Monaten.
Mein Problem ist die Hoehe der Forderung und die Tatsache, dass ich schon 3x schriftlich um Stundung gebeten habe, muendlich immer kommt "duerfte kein Problem sein", aber dann dergleichen nicht passiert.
Ausserdem muss ich mit jedem Euro rechnen und, wenn ohne Vorwarnung hunderte Euros ploetzlich fehlen, kriege ich auf die Dauer Probleme u.a. mit meiner Bank (--> Dispo).
Wieso gibt es soviel Chaos? Wieso klappt das mit der Stundung nicht? Und darf die DRV abbuchen und/oder Mahngebuehren erheben, wenn offiziell noch ein Widerspruch laeuft? Sogar der DRV-eigene Berater sagt zu Letzterem 'nein"

von Experte/in Experten-Antwort

Sie schreiben, man habe um Ihren Rückruf gebeten. Sie sollten dieser Bitte nachkommen.

von
=//=

Also ich kann auch nicht nachvollziehen, weshalb Sie nicht einfach bei der DRV anrufen, wenn Sie schon darum gebeten werden.

Es ist evtl. ein technisches Problem oder es wurde übersehen, dass der Beitragseinzug während dem Widerspruchsverfahren nicht gestoppt wurde. Andererseits - Wenn Sie tatsächlich versicherungspflichtig sind und der mtl. Beitrag beträgt 120,- EUR, lassen Sie es lieber bei der mtl. Abbuchung. Sonst wird die Nachzahlung immer größer.

von
_ich

Ein Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung. D.h. wenn Sie, als Sie Ihre Tätigkeit angegeben haben, auch gleich die Einzugsermächtigung unterschrieben haben, werden die Beiträge natürlich auch abgebucht.