Psychiater als Begleitperson mit zum Gutachter nehmen?

von
Unmöglich

Hallo,

ich bin wegen psychischen Erkrankungen nicht mehr erwerbsfähig. Seit 8 Jahren in psychiatrischer Behandlung und seit 5 Jahren bekomme ich eine private Berufsunfähigkeitsrente gezahlt. Ich habe versucht in drei anderen Tätigkeiten zu arbeiten, was nicht funktioniert hat, dann habe ich einen Antrag auf EM Rente gestellt.

Vor 4 Wochen war die Begutachtung in einer Gutachterstelle der DRV. Es wurden keinerlei Befunde von meinen Fachärzten angefragt, obwohl ich alles angegeben und meine Situation sehr ausführlich beschrieben habe, wurde nur mein Hausarzt angefragt, dieser ist gerade mal ein gutes Jahr mein Hausarzt, da der alte Hausarzt in Rente ist. Die Begutachtung selbst wurde genutzt um massivsten Druck auf mich auszuüben. Der Gutachter hob immer wieder seine Stimme, fiel mir ins Wort und nahm keine Rücksicht auf meinen Zusammenbruch.

Der Antrag wurde wegen Angstzuständen, Panikattacken und daraus resultierenden somatoformen Symptomen gestellt. Diese Diagnosen belasten mich seit nunmehr 8 Jahren, wurden von mehreren Psychiatern gestellt. Ich war 4 Jahre in erst wöchentlich, dann 2-wöchentlich in psychotherapeutischer Behandlung. Das alles wurde ignoriert und im Bescheid steht ich hätte nur Bluthochdruck, wäre zu dick und rezidivierend depressiv.

Kurz und knapp; die Begutachtung war weder objektiv, noch ehrlich! Daher würde ich gerne, sollte eine erneute Begutachtung stattfinden meinen behandelten Psychiater mitnehmen, denn ich habe bisher diesen Gutachtertermin weder richtig verarbeiten, noch verkraften können! Und die DRV soll nicht erneut Zugriff im 1-1 mit ihrem Bluthunden auf mich haben...

von
Hans

Zitiert von: Unmöglich
Hallo,

ich bin wegen psychischen Erkrankungen nicht mehr erwerbsfähig. Seit 8 Jahren in psychiatrischer Behandlung und seit 5 Jahren bekomme ich eine private Berufsunfähigkeitsrente gezahlt. Ich habe versucht in drei anderen Tätigkeiten zu arbeiten, was nicht funktioniert hat, dann habe ich einen Antrag auf EM Rente gestellt.

Vor 4 Wochen war die Begutachtung in einer Gutachterstelle der DRV. Es wurden keinerlei Befunde von meinen Fachärzten angefragt, obwohl ich alles angegeben und meine Situation sehr ausführlich beschrieben habe, wurde nur mein Hausarzt angefragt, dieser ist gerade mal ein gutes Jahr mein Hausarzt, da der alte Hausarzt in Rente ist. Die Begutachtung selbst wurde genutzt um massivsten Druck auf mich auszuüben. Der Gutachter hob immer wieder seine Stimme, fiel mir ins Wort und nahm keine Rücksicht auf meinen Zusammenbruch.

Der Antrag wurde wegen Angstzuständen, Panikattacken und daraus resultierenden somatoformen Symptomen gestellt. Diese Diagnosen belasten mich seit nunmehr 8 Jahren, wurden von mehreren Psychiatern gestellt. Ich war 4 Jahre in erst wöchentlich, dann 2-wöchentlich in psychotherapeutischer Behandlung. Das alles wurde ignoriert und im Bescheid steht ich hätte nur Bluthochdruck, wäre zu dick und rezidivierend depressiv.

Kurz und knapp; die Begutachtung war weder objektiv, noch ehrlich! Daher würde ich gerne, sollte eine erneute Begutachtung stattfinden meinen behandelten Psychiater mitnehmen, denn ich habe bisher diesen Gutachtertermin weder richtig verarbeiten, noch verkraften können! Und die DRV soll nicht erneut Zugriff im 1-1 mit ihrem Bluthunden auf mich haben...

Hallo, ja ich würde bei der nächsten Begutachtung, einen Psychiater als Begleitperson mitnehmen.

Kommt Ihr Psychiater kostenlos mit? Oder wird "das mitkommen" in Rechnung gestellt? Da weiss ich nicht, ob die DRV dann verpflichtet ist, die Rechnung zu bezahlen.

von
Unmöglich

Hallo,

mein Psychiater ist als Oberarzt in einer Klinik beschäftigt. Ich vermute, dass er kostenlos mitkommen würde, muss ihn aber fragen. Das mache ich dann am Dienstag bei meinem regulären Termin.

Ich lese oft, dass die DRV / Gutachter Begleitpersonen ablehnen. Einen Psychiater den die DRV selbst regelmässig für Gutachten beauftragt können die dann nicht ablehnen? Muss man das ankündigen wenn er mit kommt?

von
Siehe hier

Es ist üblicherweise nicht vorgesehen, dass eine Begleitperson bei einem Gutachten dabei ist, egal, ob es sich hier um den behandelnden Psychiater handelt oder um eine Privatperson.

Der behandelnde Psychiater hat aber die Möglichkeit, seinen Befundbericht derart ausführlich zu schreiben, dass auch dieser nutzvoll zur Beurteilung der möglichen Erwerbsminderung heran gezogen werden kann.

Sofern Sie körperliche Behinderungen haben, die deshalb eine Begleitperson notwendig machen, können Sie dies im Fall eines weiteren persönlichen Gutachtens mit der zuständigen DRV bzw. mit dem dann zuständigen Gutachter abklären.

Ob eine weitere Begutachtung vorgesehen ist, erfahren Sie bei Ihrer zuständigen DRV.
Sollte der Antrag abgelehnt werden (egal warum) und Sie meinen, Sie seien erwerbsgemindert, haben Sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

Wenn aber die gesamte Situation Sie zurzeit derart belastet, sollten Sie auch die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Behandlung in einer Akut-Klinik in Betracht ziehen, hier wäre dann Ihre Krankenkasse zuständig. Besprechen Sie dies mal mit Ihrem Psychiater, der könnte auch die notwendige Einweisung veranlassen.

Alles Gute!

von
Unmöglich

Der Antrag wurde abgelehnt, es sind 6 Erkrankungen aufgeführt, dann steht dort, dass diese Erkrankungen nicht zur verminderten Erwerbsfähigkeit führen.

Die im Antrag angegebenen Erkrankungen, die auch ausschlaggebend für meine Schwerbehinderung sind, wurden einfach ignoriert! Meine behandelnden Psychiater wurden nicht angefragt / angehört!!!!

Bei der Begutachtung sagte der Arzt mir im 2. Satz, dass ich 29 bin und nicht 58 und er daher eine ablehnende Haltung gegenüber meines Rentenantrags hätte. Ich sagte darauf, dass man sich nicht aussucht in welchem Alter man krank wird, dann wurde er zum 1. mal laut. Das hat ihn auch nicht davon abgehalten mich 2,5h fertig zu machen nur um dann meine Erkrankung zu ignorieren!

Also ein 1-1 Begutachtungsrecht möchte ich der DRV nach der Nummer definitiv nicht erneut gewähren!

von
Unmöglich+

So eine individuelle Angelegenheit müssen Sie mit Ihren behandelnden Ärzten und dem sozialmedizinischen Dienst klären, da wird Ihnen das Forum nicht helfen können. Warten Sie die entsprechende Antwort der Experten am Montag ab.

von
Susi

Zitiert von: Siehe hier
Es ist üblicherweise nicht vorgesehen, dass eine Begleitperson bei einem Gutachten dabei ist, egal, ob es sich hier um den behandelnden Psychiater handelt oder um eine Privatperson.

Die Kernfrage ist doch eher, ob @Unmöglich einen
Rechtsanspruch hat, eine Begleitperson zur Begutachtung mitzubringen.

Leider bin ich kein Experte...

von
Unmöglich

@Susi bringt mein Anliegen auf den Punkt.

von
Siehe hier

Zitiert von: Unmöglich
@Susi bringt mein Anliegen auf den Punkt.

Hierzu gefunden:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Infos-fuer-Aerzte/Begutachtung/begutachtung.html

Das ärztliche Gutachten für die gesetzliche Rentenversicherung - Hinweise zur Begutachtung, September 2018 (PDF, 499KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Seite 23:

"Die von uns beauftragten Gutachter sind gehalten, ein unseren Leitlinien entsprechendes
sozialmedizinisches Gutachten zu erstellen. Die fachliche Durchführung obliegt dabei allein
den Gutachtern. Sie entscheiden dabei auch über die Anwesenheit von weiteren Personen
während der Begutachtung. Es gibt spezielle Sachverhalte, bei denen die Anwesenheit von
Begleitpersonen ausdrücklich wünschenswert sein kann. Wenn es Gutachter für erforderlich
halten, die Untersuchung in Abwesenheit dritter Personen vorzunehmen, weil sie die Verfälschung des Ergebnisses der Exploration befürchten, bewegen sie sich im Bereich ihrer Fachkompetenz. Gerade bei psychosomatischen Zusammenhängen, Schmerzstörungen und seelischen Erkrankungen müssen fast regelmäßig sensible Bereiche aus der persönlichen Biographie angesprochen werden. Diese sind für die sozialmedizinische Gesamtbeurteilung von
erheblicher Bedeutung. Die Gegenwart einer dritten Person führt häufig dazu, dass wichtige
Informationen nicht oder inhaltlich verändert gegeben werden. Die Verwertbarkeit eines Gutachtens wird dadurch erheblich beeinträchtigt."

Ein 'Rechtsanspruch' besteht demnach nicht.

von
Wallo

Und dabei kam doch letztens hier erst so ein positiver Bericht über DRV Gutachter.

von
Unmöglich

Ich bin auch wirklich enttäuscht! Manch einer meinte ich solle ruhig etwas übertreiben beim Termin. Aus tiefster Überzeugung habe ich das nicht getan. Die Wahrheit ist schlimm genug hab ich gesagt.. Es ist wirklich eine Schande! Mir gehts auch grundsätzlich nicht um
die Ablehnung an sich, nur dann bitte auf die Erkrankungen die ich tatsächlich habe :( Hätte zumindest erwartet, dass es eine Reha gibt oder mir eine Umschulung angeboten wird. Nur ablehnen und dies auf diese Art und Weise lässt mich ernsthaft am Staat zweifeln

von
KSC

Jetzt warten Sie doch einfach mal das Ergebnis Ihres Antrages ab.

Seltenst kommt es zu mehreren Begutachtungen.

Und wenn, dann müssen Sie in konkreten Fall abklären ob Sie eine Begleitung mitnehmen können.

PS: fragen Sie Ihren Arzt was er Ihnen in Rechnung stellt, sollte er Sie begleiten - die DRV zahlt das garantiert nicht.

Und der nächste Gutachter wird sicher nicht begeistert sein, wenn der zu Begutachtende einen Kollegen aus der gleichen medizinischen Fachrichtung mitbringen will.

Aber das kann eh nicht im Forum geklärt werden.

von
Kontrolle

Zitiert von: KSC

Und der nächste Gutachter wird sicher nicht begeistert sein, wenn der zu Begutachtende einen Kollegen aus der gleichen medizinischen Fachrichtung mitbringen will.

Aber der wird sich hüten, "unter Aufsicht" eines Oberarztes einer Klinik, ein fehlerhaftes Gutachten, zu Ungunsten des Antragstellers zu erstellen.

von
Unmöglich

Zitiert von: KSC
Jetzt warten Sie doch einfach mal das Ergebnis Ihres Antrages ab.

Seltenst kommt es zu mehreren Begutachtungen.

Und wenn, dann müssen Sie in konkreten Fall abklären ob Sie eine Begleitung mitnehmen können.

PS: fragen Sie Ihren Arzt was er Ihnen in Rechnung stellt, sollte er Sie begleiten - die DRV zahlt das garantiert nicht.

Und der nächste Gutachter wird sicher nicht begeistert sein, wenn der zu Begutachtende einen Kollegen aus der gleichen medizinischen Fachrichtung mitbringen will.

Aber das kann eh nicht im Forum geklärt werden.

Vielleicht lesen Sie erstmal die Beiträge bevor Sie antworten verfassen. Das Ergebnis des Antrags ist gestern ins Haus geflattert und das habe ich auch hier geschrieben!

von
Unmöglich

Ein Beispiel ist, dass ich eine geringe Dosis Bisoprolol einnehme. Dieser Beta-Blocker wird in höherer Dosierung gegen Bluthochdruck verwendet. Ich nehme täglich 1,25mg um die durch meine Angsstörung / Adrenalinhaushalt bedingten Herzrythmusstörungen zu lindern. Dies wurde auch im Gespräch kommuniziert, dennoch steht im Brief, ich würde unter Bluthochdruck leiden, was völliger Quatsch ist, denn es ist belegbar, dass ich seit Jahren einen eher niedrigen Blutdruck von 100/60 habe. Zuletzt wurde dies in einem 3-wöchigen KH-Aufenthaltes vor 1 Jahr ca. 2-3x am Tag gemessen!

Ich weiß, dass hier bewusst Ärzte nicht angefragt wurden. Das Gutachten ist absichtlich falsch! Und deshalb möchte ich einen weiteren Facharzt dabei haben, damit der Gutachter nicht mehr Lügen kann, denn so steht ja quasi Aussage gegen Aussage.

von
KSC

Ja wenn die Rente abgelehnt wurde, droht doch keine neue Begutachtung mehr??

Dann legen Sie doch einfach Widerspruch ein, den Ihr toller Facharzt sicher sehr gut begründen helfen kann.

von
Unmöglich

Und nach einem Widerspruch kommt kein neues Gutachten? Da muss doch ein neues gemacht werden wenn es falsch ist, oder nicht? Warum haben Sie diese sarkistische schreibweise @KSC? Es ist nicht so das mein toller Facharzt mit seiner Meinung / Aufforderung ich solle diesen Antrag auf EM-Rente stellen alleine da steht! Viel hat sich der Gutachter über einen 8-jährigen Behandlungszeitraum von >20 Ärzten hinweggesetzt und als erstes nach nur einem Gespräch reihenweise Diagnosen gestellt, die noch nie zuvor von irgendeinem anderen Arzt gestellt wurden! Sowas treibt einen in den Wahnsinn und birgt ernste Risiken für psychisch Kranke, dass ist nicht witzig..

von
Wallo

Mit viel Glück erhalten sie beim Widerspruch nochmal die Gelegenheit zum Gutachter zu dürfen. Vielleicht gibt es auch eine Reha, aber selbstverständlich ohne Begleitung. Oder sie kriegen gar nichts mehr angeboten. Ja, so sieht das bei EMR Anträgen aus.

von
Unmöglich

@wallo: Dürfen? Ich hab Angst das ich dort eventuell nochmal alleine hin muss!

von
Wallo

Zitiert von: Unmöglich
@wallo: Dürfen? Ich hab Angst das ich dort eventuell nochmal alleine hin muss!

Dürfen im Sinne einer Chance noch die EM zu erhalten.
Zwingen tut sie keiner, aber dann verstoßen sie gegen die Mitwirkungspflicht und dann wird die Rente einfach abgelehnt.
Wenn ihre Fachärzte noch nicht befragt wurden, gibt es beim Widerspruch da auch noch eine kleine Chance.
Die meisten Widersprüche werden abgelehnt und dann bleibt nur noch das Sozialgericht. Ein sehr langer Weg. Ich wiederhole mich, vielleicht dürfen sie noch zum Gutachter.

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