RE: Rentenbezugsmitteilung zur Vorlage beim Finanzamt (Versichertenrente)

von
Schießl Konrad abgekürzt Schiko..

Obwohl durch laufende Hinweise die Experten-
Antworten gerne Abstand nehmen, wenn es um
steuerliche Fragen geht sprechen sich die Ex-
perten für diese Mitteilungen aus, damit der
Einzelne sich damit nicht befassen muss.
Jetzt stellt sich aber raus, gerade bei Mütter-
rente sind die genannten Beträge nicht immer
stimmend.
Habe die Bestätigung für meine Frau nachgerechnet und festgestellt, der genannte
Betrag für das Jahr 2014 mit 579,12 Rentenanpassungsbetrag stimmt
mit meiner vorab Ausrechnung von 504,72
nicht überein.
Meine Ausrechnung gleicht sinngemäß dem
in der Zeitschrift "TEST" in Heft 2/2015 Seite
56 gedruckten Rechenbeispiel.
Der Fehler liegt darin, die RV. berücksichtigt
§ 22a EStG Absatz 1 und 2. der für Mütter-
rente nicht gilt.
Vielleicht nimmt sich jetzt die "BILD" dieses
Thema an, auch wenn es nur um steuerlich
Kleinst Beträge geht, solche Fehler schaden
der bereits ramponierten gesetzlichen Rente.

MfG.

Experten-Antwort

Hallo Schießl Konrad,
nachfolgend ein Auszug aus dem Internetauftritt der Deutschen Rentenversicherung zum Thema Besteuerung der Mütterrente:
"...Renten — und damit auch die Mütterrente — unterliegen grundsätzlich der Steuerpflicht. In Abhängigkeit vom Rentenbeginn ist jedoch ein fester Betrag der Rente dauerhaft steuerfrei. Dieser "Rentenfreibetrag" ist aufgrund der Mütterrente neu zu bestimmen. Dabei unterliegt die Mütterrente als einmalige Rentensteigerung grundsätzlich demselben Besteuerungsanteil wie die übrige Rente..."

Das entspricht inhaltlich den Darstellungen der Finanztest 02/2015 S. 56 und Ihrem Ausführungen.

Vielleicht hilft eine Vorsprache in einer Auskunfts- und Beratungsstelle um die Differenz zwischen Ihrer persönlichen Berechnung und dem tatsächlich ausgewiesenen Rentenanpassungsbetrag zu erklären.

von
Konrad Schießl

Lang, ja sehr lang hat es gedauert bis Sie
Stellung nehmen.

Aber, wir reden einander vorbei, die unterschiedlichen Ausrechnungen sind längst
nach zu lesen.

Sie haben recht, habe auch lang dazu gebraucht, fest zustellen,das Beispiel "TEST"
stimmt, in meiner Ausrechnung, genau so
vorgegangen, komme ich auf 504,72 An-
passungsbetrag.

In der Bestätigung der RV. Südbayern wurden
jedoch 557,52 bestätigt, dies stimmt nicht.

Andere Ausrechnungen nach § 22 a EstG die
grundsätzlich bei Veränderung des steuer-
freien Betrages während des Jahres gelten, sind eben bei der Mütterrente nicht anzuwenden.

Inzwischen hier nachlesbar unterm 21.2.15
von "Lupo" die Ausrechnung wie sich der
falsche Betrag 579,12 Euro errechnet.

Und nochmals, es geht doch überhaupt nicht
um mich, da ich längst keine Steuer mehr an-
fällt. Habe in einer Probe Abrechnung fest-
gestellt, selbst bei 2500 Bruttorente mtl. und
11.000 Jahreszinsen würde keine Steuer an-
fallen.
Mir geht es wirklich darum, dass nicht wegen
so kleinen Fehlern, die RV zusätzlich in Veruf
gerät.

MfG.

Experten-Antwort

Lieber Konrad Schießl,
ich kann meine gemachten Ausführungen nur wiederholen und bekräftigen.

"Lupo" hat am 21.02.2015 schön und wunderbar nachvollziehbar dargelegt wie sich ihr Anpassungsbetrag (bzw. der Ihrer Frau) ergibt. Er kommt ebenfalls auf einen Betrag von 579,12 Euro, wie von der Rentenversicherung berechnet.
Sollten Sie mit Ihren Berechnungen weiterhin abweichende Zahlen ermitteln, so kann ich weiterhin nur ein auf-/erklärendes Gespräch in Hause einer Auskunfts- und Beratungsstelle empfehlen.

Im übrigen möchte ich mich bedanken, dass sie sich um den Ruf der Deutschen Rentenversicherung sorgen.
Ich habe mir heute die Mühe gemacht und mehrere Rentenbezugsmitteilungen verglichen und gegengerechnet. Die Ergebnisse und Zahlen waren alle stimmig.
Auch eine Nachfrage nach Systemfehlern oder Programmschwächen beim Rententräger konnte mir nicht bestätigt werden.
Ich gehe daher davon aus, dass die Rentenbezugsmitteilungen der Deutschen Rentenversicherung inhaltlich korrekt sind (wobei ich für einzelne Fehler, die sicher überall passieren, nicht die Hand ins Feuer legen möchte).

Und damit möchte ich diesen Beiträge dann auch bitte schließen.

von
Konrad Schießl

Seien Sie versichert, dass ich mit Damen umgehen kann,
das geht gar nichts anders bei 3 Erwachsenen Töchtern
und der gleichen Frau seit 1957.
Kann aber den Abschied vom Thema nicht verstehen,
da ja Verschiedenes doch noch nicht geklärt ist.

Habe ja von Anfang an die Meinung vertreten-sogar mit
Leserbrief- die Ausrechnung des Musterbeispieles in „Test
2/15 Seite 56 stimmt nicht.

Doch, inzwischen las ich zum Thema viele schriftliche Bei-
träge und es ist einhellige Meinung, die Ausrechnung Test
sei richtig.
War ja überrascht, dass Lupo aufzeigte, die Ausrechnung
der RV. sei richtig, da aber im Gegensatz zu sonstigen Ver-
änderungen im laufenden Jahr, die Berechnung des neuen
Anpassungsbetrages bei der Mütterrente, der § 22a EstG.
keine Rolle spielt, ist dem nicht so.

Weil es so ist, bin ich der Meinung, meine Ausrechnung mit
504,72 Anpassungsbetrag Ende 2014 sei richtig, folglich die
Mitteilung der RV. fürs Finanzamt( - keine Rentenbezugs-
Miitteilung - , falsch. Mit Fehler menschlicher Art hat dies nichts
zu tun, es liegt tatschlich am System.

Es liegt doch auf der Hand, ein klärendes Gespräch im Hause
einer Auskunfts-und Beratungsstelle würde nichts bringen.

Der Hinweis, dass Sie mehrere RENTENBEZUGSMITTEILUNGEN
verglichen und gegengerechnet-was immer das heißen mag-,haben,
ist für mich auch nicht erklärbar, natürlich sind beim System-
fehler alle Ergebnisse gleich stimmig, bzw. gleich falsch.

Glauben Sie mir, ich leide nicht an Profilsucht , mit 81 Jahren
Ist das Leben schon gelaufen, will aber doch noch aufklären, wenn
mir dies als notwendig erscheint.

MfG.

von
M. Reger

Vorschlag zur Güte ;-)
einfach noch mal den Hinweis vom User "Michael Rudoph" vom 21.02.2015 beherzigen und sich die Pressemitteilung vom Bund der Steuerzahler anschauen:
Daraus geht meiner Auffassung nach hervor, dass es sich um eine steuerrechtliche Problematik handelt. Wünsche nach Erläuterung müssen daher letzendlich auch an die Finanzverwaltung adressiert werden. O.g. User hat sicherlich zu Recht auf den Widerspruch zwischen Darstellung in den Medien (selbst Finanztest ist da gerade kein Ruhmesblatt) und der Darstellung auf den Bescheinigungen der Rentenversicherung hingewiesen.
Nur die Vorgaben wie der der steuerpflichtige Rentenanpassungsbetrag berechnet werden muss ;-) sind in den gleichfalls von M. Rudolph zititierten BMF Schreiben (und halt nicht des BMAS) enthalten. Sollte sich das BMF zu einer Korrektur entschliessen, wird die Rentenversicherung sicherlich die Rechenprogramme anpassen.
Aber solange die Fachleute von Herrn Schäuble, der momentan ja auch noch andere Sorgen hat, ihre Rechtsauffassung nicht ändern, sind die Presseartikel leider falsch und die Bescheinigungen der Rentenversicherung - wie von den Experten ausgeführt - entsprechen offensichtlich der Rechtslage.
Letzendlich ist der akademische Streit hier für die Gehirnzellen durchaus anregend, nur wenn man eine Änderung haben möchte... wie heißt es hier immer so schön "falsches Forum"... bzw. dann den Bund der Steuerzahler unterstützen....
"Die „Mütterrente“ wird besteuert – und zwar ein höherer Anteil als von vielen Senioren angenommen. Das ergibt sich versteckt aus den aktuellen Mitteilungen der Rentenversicherung. Über die mangelnde Aufklärung der Senioren hat sich der Bund der Steuerzahler (BdSt) beim Bundesministerium der Finanzen beschwert.
Die Mütterrente unterliegt nicht in vollem Umfang der Steuer. Genauso wie die ursprüngliche Rente bleibt auch ein Teil der „Mütterrente“ steuerfrei. Wie hoch der steuerfreie Anteil ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Die Rentenversicherung rechnet also, als sei die „Mütterrente“ bereits im Jahr des Rentenbeginns gezahlt worden. Der steuerfreie Anteil bezieht sich demnach nicht auf die im Jahr 2014 ausgezahlte „Mütterrente“, sondern wird auf das Jahr des Rentenbeginns zurückgerechnet. Dies wird den Senioren jedoch nicht erklärt. Deshalb sind viele Rentner überrascht, wenn ein größerer Teil der „Mütterrente“ in die Besteuerung einbezogen wird.

Betroffen sind Senioren, die vor dem Jahr 2014 in Rente gegangen sind, insbesondere aber Rentner, die seit 2005 oder früher eine Rente erhielten und mehrere Kinder haben. Bei ihnen fällt der steuerpflichtige Rentenanpassungsbetrag in diesem Jahr besonders hoch aus. Eigentlich werden dort nur die jährlichen Rentenerhöhungen erfasst. In diesem Jahr kommt aber ggf. noch eine Rentenanpassung wegen der „Mütterrente“ hinzu. Ob der Rentner durch die Mütterrente mehr Steuern zahlt oder in die Steuererklärungspflicht rutscht, hängt vom Einzelfall ab. Der BdSt hat die Finanzverwaltung aufgefordert, den Senioren die Besteuerung der „Mütterrente“ aufzuzeigen. Spätestens im Steuerbescheid muss deutlich werden, in welchem Umfang die Mütterrente steuerlich zu Buche schlägt. Ein entsprechendes Schreiben ans Bundesministerium der Finanzen hat der BdSt in der vergangenen Woche versandt.

von
Lupo

Ich kann mich dem Beitrag von M. Reger voll anschließen.

Um welche Beträge geht es überhaupt:

1 EP Mütterrentenzuschlag für ein Kind = 28,61 Euro ab Juli 2014.

Da die Rente von Frau Schießl schon vor 2005 begann, liegt diesen 28,61 Euro ein Ausgangsbetrag von 26,13 Euro zu Grunde.

Der Unterschiedsbetrag von 2,48 Euro ist somit Anpassungsbetrag und wird in dieser Höhe bei den zu besteuernden Einkünften berücksichtigt.

Sollte sich ergeben (was vermutlich nicht der Fall sein wird), dass die 2,48 Euro Anpassungsbetrag aus der Mütterrente nicht als Anpassungsbetrag berücksichtigt werden dürfen, würden nach Abzug des Freibetrages (bei Frau Schießl 50 %) 1,24 Euro bei den zu versteuernden Einküften berücksichtigt.

Wir diskutieren also um 1,24 Euro zu versteuerndes Einkommen je Kind und je Monat, falls es überhaupt zu einer Besteuerung kommt.

Bei Frau Schießl mit fünf Kindern also um 37,20 Euro (1,24 Euro x 5 Kinder x 6 Monate) im Jahr 2014.

von
Konrad Schießl

Lupo hat mich schon mal überrascht, als er den
Rechnerweg für die besagten 579,12 aufzeigte.

Bekanntlich führen ja mehrere Wege nach Rom.

M. Rudoph hat auch schon erklärt der Anpassungsbetrag
Sei 504,69 ( 504,72) und nicht 579,12.
Stelle fest, meine Frau hatte 2005 18.7333 EP. a/26,13 somit
2005 5874 Bruttorente und 2937 steuerlicher Freibetrag.

Bei 5 Geburten ergeben sich im Jahr 1716,60 höhere Brutto-
rente für 2014 halbjährlich 858,30 und mit 50% in 2005
429,15 zusätzlicher Freibetrag ( 2937 + 429,15) 3366,15.

Bei nunmehr 23.7333 EP. ab 1.7.2014 7237,02 Bruttorente.

Hiervon 3366,15 neuer Freibetrag abgezogen verbleiben
Euro 3870,87 steuerpflichtig minus 3366,15 neuer Freibetrag
504,72 Anpassungsbetrag.

Erklärung ( 579,12-504,72) 74,40 bei 50% 37,20 Euro, überein-
stimmend mit Lupo. Steuerlich wirkt sich dies nur im Jahr mit
6 Euro
Unterschied aus, bei angenommen 16708 zV-Einkommen.

RENTENVERSICHERUNG erwache:

MfG.

von
Lupo

Sehr geehrter Herr Schießl,

mich beeindruckt sehr, wie Sie mit 81 Jahren alles kritisch und bis ins letzte Detail gehend hinterfragen und Rat suchende unterstützen.

In dieser Angelegenheit ist es aber nicht die DRV, die erwachen muss. Die DRV erfüllt ja nur die Weisung des BMF. Herr M. Reger hat das in seinem Beitrag sehr verständlich ausgeführt.

So gesehen ist der Beitrag sicher für viele interessant, gehört aber sachlich in ein Forum für Steuerfragen und nicht in das Forum der DRV.