Regelaltersrente und Weiterbeschäftigung

von
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Zitiert von: Techniker

Zitiert von:

Gem. §77 Abs. 3 SGB 6 behalten die EP die bereits Grundlage einer früheren Berechnung waren den ZF 1,0 (im Beispiel also die die Zeit vom 01.08. bis 31.12.17. = 5 Monate)

Hallo ****,

Zuschlagsentgeltpunkte die nach § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI nach Erreichen der Regelaltersgrenze jährlich zum 01.07. ermittelt werden, waren regelmäßig n i c h t bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Berechnung. Es handelt sich regelmäßig um "neue" Entgeltpunkte. Daher ist für die Bestimmung des Zugangsfaktors für diese Entgeltpunkte nicht § 77 Abs. 3 SGB VI, sondern § 77 Abs. 2 SGB VI anwendbar. Im Fall von Puh – um den es hier geht – ist § 77 Abs. 2 SGB VI maßgebend.

Im Übrigen dürfen Sie § 77 Absatz 3 SGB VI nicht nur auf Satz 1 reduzieren, sondern müssen auch Satz 3 der Vorschrift beachten. Nach § 77 Absatz 3 Satz 3 Nr. 3 SGB VI wird der Zugangsfaktor für Entgeltpunkte, die bereits Grundlage von persönlichen Entgeltpunkten einer früheren Rente waren, um 0,005 je Kalendermonat erhöht, soweit diese Entgeltpunkte bei einer Rente nach Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e nicht in Anspruch genommen wurden.

Wie Sie also erkennen können, würde nach § 77 Abs. 3 SGB VI dieselbe Erhöhung erfolgen wie nach § 77 Abs. 2 SGB VI, wenn Entgeltpunkte nach Erreichen der R e g e l a l t e r s g r e n z e für 23 Monate nicht in Anspruch genommen werden.

Zitiert von:

und gem. dem neuen § §77 Abs. 2 Satz 4 in Verb. mit § 66 Abs. 3a s. 1 und § 76 d erhält er nur Zuschläge aus den Beiträgen des letzten Kalenderjahres also max. 12 Monate = 6%

Sie vermischen hier wohl die Begriffe "Zuschläge":

Sie müssen unterscheiden zwischen "Zuschlägen an Entgeltpunkten" einerseits und der Erhöhung des Zugangsfaktors andererseits.

Die Erhöhung des Zugangsfaktors wird zwar u m g a n g s s p r a c h l i c h auch als "Zuschlag" oder "Rentenzuschlag" bezeichnet. Das Gesetz kennt diese Terminologie für die Erhöhung des Zugangsfaktors aber nicht.

Es ist vollkommen richtig, dass die Zuschläge an Entgeltpunkten nach § 76d SGB VI nach § 66 Abs. 3a Satz 2 SGB VI jährlich zum 01.07. jeweils aus den Beiträgen des vergangenen Kalenderjahres ermittelt.

Für diese Zuschläge an Entgeltpunkten ist in einem zweiten Schritt dann aber ein Zugangsfaktor zu ermitteln (§ 66 Abs. 1 SGB VI). Die Ermittlung des Zugangsfaktors richtet sich nach § 77 Absatz 2 Satz 1 Nr. 2b SGB VI in Verbindung mit § 77 Absatz 2 Satz 4 SGB VI.

§ 77 Absatz 2 Satz 4 SGB VI verweist zwar auf § 66 Abs. 3a Satz 1 SGB VI, nicht aber auf § 66 Abs. 3a Satz 2 SGB VI. Bitte beachten Sie diesen "kleinen Unterschied". Denn soweit Sie angeführt haben, dass nur die Zuschläge (an Entgeltpunkten) aus den Beiträgen des letzten Kalenderjahres zu berücksichtigen sind, ist dies in Satz 2 des § 66 Abs. 3a SGB VI geregelt, nicht in Satz 1 der Vorschrift.


Hallo Experte,

ich habe das dumme Gefühle das wir beide zum Teil Recht und Unrecht haben, also warten wir die RAA und Auslegungen ab und lassen uns Überraschen.
Allen ein Frohes Weihnachtsfest und Guten Rutsch

von
GroKoDil

Sie haben Recht. Ihr Gefühl ist dumm.

von
Oldenburger

Moin,

eine sehr interessante Diskussion! Zu 95 Prozent bereue ich es leider schon, mir einzelne Foreneinträge hier anzuschauen, aber diese Diskussion gehört nicht dazu.
Ich schließe mich hier rückhaltlos den Ausführungen des Experten an. Der neue Gesetzestext ist meines Erachtens zumindest in diesem Teil recht eindeutig (und bereits gefürchtet).

Gruß, Oldenburger

von
W*lfgang

Zitiert von: Oldenburger
aber diese Diskussion gehört nicht dazu.
Oldenburger,

warum? Ist das mehr was für die internen 'elitären' Arbeitsgruppen - Involvierte am Rande habe da ja nichts mit-/vorauszudenken? ...geschweige denn, dass ein Weiterdenken nicht erwünscht ist? Täte vielleicht so einigen Gesetzesentwürfen gut, wenn _vorher_ mal gemeinsam tiefer gedacht werden würde ;-)

Und ja, ich begrüße offene Beiträge auch zu kruden Fragen, die sich aus offenkundig halbgar ausdeffinierten Sachverhalten ergeben und HIER eher zu beachtlichen Ergebnissen führen, als es dann mal/vielleicht auf dem Dienstweg nach unten rutscht/überhaupt bekannt wird.

Dass das ganze Thema noch relativ ergebnisoffen ist, verkenne ich nicht ...sonst würden hier viele nicht drüber reden – insofern sind auch die Experten/in-Beiträge durchaus bemerkenswert/tolles Engagement!, statt 'nölend: wartet die RAA ab' :-)

Gruß
w.

von
Oldenburger

Moin, W*lfgang,

da haben Sie mich offenbar nicht richtig verstanden. Ich finde doch gerade die Diskussion zu DIESEM Thema sehr interessant.
Und wenn man die Expertenmeinung hier schon hinterfragt, zeigt sich doch auch, dass die Regelungen (noch) nicht sehr eindeutig formuliert sind.
Ich teile Ihre Auffassung, dass man teilweise bei diesen Neuregelungen die Praxis etwas außer Acht gelassen hat. Also auf gar keinen Fall nur ein Thema für irgendeinen elitären Personenkreis. Schließlich müssen später gerade Andere mit diesen in Wort gefassten Ideen arbeiten.
Bei den Neuberechnungen zum 01.07. sehe ich persönlich aber noch das geringste Problem, das finde ich bisher noch recht eindeutig formuliert. Aber auch da kann ich mich natürlich täuschen.

Ich möchte hier nicht noch den Beitrag verwässern, in dem ich weitere Punkte nenne, die MIR da Angst machen.

Alles wieder gut?

Flexi-Grüße, Oldenburger

von
W*lfgang

Zitiert von: Oldenburger
da haben Sie mich offenbar nicht richtig verstanden.
der Tat, werter Oldenburger ...hatte den Nebensatz fehlinterpretiert.

> Alles wieder gut?

https://www.youtube.com/watch?v=SkyqRP8S93Y&list=RDSkyqRP8S93Y#t=41

Was wären wir ohne ... :-)

Gruß
w.