Reha

von
Nico S.

Hallo,

ich bin seit Anfang August 09 durchgehend krank geschrieben und erhalte krankengeld.
Mein behandelnter Facharzt beantrgte für mich vor 4 Tagen bei der Krankenkasse eine Reha Maßnahme, die wie er sagte, dann durch die DRV durchgeführt wird.
Begründung : Eine Minderung der Erwerbstätigkeit liegt vor oder ist zu befürchten.
Heute bekam ich ein Schreiben der Krankenkasse, dass mich der MDK ab 09.11 für arbeitsfähig hält.
Ich muss mich ab 09.11 arbeitssuchend ohne Leistungsbezug melden.
Worauf muss ich achten, dass ich keine Nachteile gegenüber der DRV habe?
Wenn mir die DRV die Reha Maßnahme bewilligt, erhalte ich dann von der DRV Übergangsgeld und wie wird diese berechnet.

Vielen Dank

Wie kann ich das verstehen und wie soll ich mich verhalten ??

MfG.

topline

von
F U N

Hallo Nico S.,
zuerst einmal haben sie die Möglichkeit gegen die Entscheidung des MDK vorzugehen. Hierzu würde ich a) mit meinem behandelnden Arzt und b) mit der Krankenkasse sprechen.

Äußerst fraglich stellt sich für mich dar, dass sie in ihrer Anfrage nicht erwähnt haben, vor dem MDK untersucht worden zu sein.

Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit bei der AfA Leistungen für Arbeitsunfähige die ohne Anspruch auf Krankengeld versichert sind zu beantragen.

Der Reha-Antrag indes läuft unabhängig von den anderen Gesichtspunkten weiter.

Viel Erfolg.

von
Nico S.

Hallo FUN,
vielen Dank für Ihre Info.

Der MDK hat mich nur nach Aktenlage beurteilt.

Eine Frage hab ich noch, bekomme ich während der Reha Maßnahme von der DRV ein Übergangsgeld ?

Nico S.

von
F U N

Anspruch auf Übergangsgeld haben Versicherte, die

1.
von einem Träger der Rentenversicherung Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder sonstige Leistungen zur Teilhabe erhalten,

2.
(weggefallen)

3.
bei Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder sonstigen Leistungen zur Teilhabe unmittelbar vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit oder, wenn sie nicht arbeitsunfähig sind, unmittelbar vor Beginn der Leistungen


a)
Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen erzielt und im Bemessungszeitraum Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt haben oder


b)
Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Mutterschaftsgeld bezogen haben und für die von dem der Sozialleistung zugrunde liegenden Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen oder im Falle des Bezugs von Arbeitslosengeld II zuvor aus Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt worden sind."

Rechtshandbuch der DRV Bund zu § 20 SGB VI: (Auszug)
Personen, die bis zuletzt vor Beginn der Leistung zur medizinischen Rehabilita-tion/Arbeitsunfähigkeit ein Arbeitsentgelt oder eine Entgeltersatzleistung bezogen haben, erhalten auch weiterhin ein Übergangsgeld auf der Grundlage ihrer bisherigen beitragsrelevanten Einkünfte, womit das Übergangsgeld seiner Ersatzfunktion gerecht wird.

von
Unbekannt

Im Falle der Bewilligung einer Reha erhalten Sie für die Dauer der Reha auch Übergangsgeld. Dieses wird in Höhe des unmittelbar zuvor gezahlten Krankengeldes gezahlt (s. a. § 49 SGB IX -Kontinuität der Bemessungsgrundlage-).

Experten-Antwort

Hallo Nico S.,

über einen möglichen Übergangsgeldanspruch können wir in diesem Forum nicht entscheiden. Es sind hierzu weitere Überprüfungen durch die in Ihrem konkreten Fall beteiligten Träger notwendig.

Eine weitere Geltung der Bemessungsgrundlage für einen Anspruch auf Übergangsgeld käme nur dann in Betracht, wenn sich an den Bezug der vorangegangen Entgeltersatzleistung, wie z.B. Krankengeld, eine Leistung zur Teilhabe des Rentenversicherungsträgers nahtlos anschließt.
Ein nahtloser Anschluss liegt nur vor, wenn z.B. zwischen dem zuvor bezogenen Krankengeld und dem nachfolgend zu zahlenden Übergangsgeld lediglich eine durch ein Wochenende oder einen Feiertag bedingte Unterbrechung liegt. Ein Anschluss liegt darüber hinaus auch dann vor, wenn das dem Übergangsgeld vorangegangene Krankengeld trotz einer bis zum Beginn zur medizin. Rehabilitation durchgehend vorliegenden Arbeitsunfähigkeit infolge Aussteuerung (aus dem Krankengeldbezug) eingestellt, war.

Bitte setzen Sie sich kurzfristig mit Ihrer Krankenkasse bezüglich der Abklärung Ihrer weiteren Arbeitsunfähigkeit bzw. eventuell bestehender Arbeitsfähigkeit ab 09.11.2009 in Verbindung. Sofern sich die Arbeitsfähigkeit bestätigt, melden Sie sich bitte unverzüglich bei Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit arbeitslos und lassen dort Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld prüfen. Erst daran anschließend sollte über weitere Massnahmen, wie z. B. eine medizinische Rehabilitation entschieden werden.