REHA Abbruch

von
Königin

Wann und wie kann man eine freiwillig beantragte Reha abbrechen ?
Oder was geschieht wenn man ohne Abmeldung am Wochenende eine Heimreise macht?
Man darf doch auch Ausflüge machen, wo ist der Unterschied

von
Unbekannt

Hallo,

auch wenn Sie die Reha freiwillig beantragt haben, sind Sie nicht bei einem "Wunschkonzert".

Ihre Reha kostet ein paar tausend Euro, die wir alle mit unseren Beiträgen und teilweise auch Steuern finanzieren.

Sollten Sie ohne Einwilligung des Rentenversicherungsträgers "just for fun" fernbleiben, kann es passieren, dass Sie die Kosten der Reha tragen müssen, da Sie mit Vorsatz gehandelt haben.

Hinzukommt, dass wenn Sie "einfach abhauen", die Klinik Sie bei der Polizei vermisst melden wird. Je nach dem, wird evtl. sogar noch eine Suche durchgeführt. Wenn's dumm kommt dürfen Sie auch das bezahlen.

"Ausflüge" während der Reha dürfen Sie nur machen, wenn der behandelnde Arzt eine Genehmigung erteilt.

Also handeln Sie bitte vernünftig und fragen Sie telefonisch bei Ihrem Rentenversicherungsträger oder über den Sozialarbeiter in Klinik an, ob ein Abbruch genehmigt wird.

von
nix ist unmöglich

Wenn Abbruch ohne Genehmigung müssen Sie schon erhebliche Gründe nachweisen und diesen Abbruch mitteilen.

Wenn die Reha Ihrer Gesundheit schaden sollte, Behandlungsfehler aufträten etc.

Es sollten also sehr schwerwiegende Gründe sein, die sich nicht mit der Reha-Einrichtung lösen lassen!

von
Unbekannte

Hallo,

abbrechen würde ich auch keinesfalls, aber wer einmal in Reha Kliniken war, weiß, dass am Wochenende Ausflüge in von vielen Patienten in die Umgebung unternommen werden, und in den Kliniken mit mehreren hundert Betten und Essen vom Buffet hält nie jemand nach, ob man anwesend ist, auch nicht, ob man z.B. Samstag nachts in seinem Zimmer ist.
Soviel Eigenverantwortung muss sein.

von
uwe

Eigentlich dürfte bei wochenedausflügen, auch nach Hause, nur bei psychischen Erkrankungen ein Problem bestehen

von
wissender

Ein Blick in die §§ 60 bis 65 SGB I zeigt, daß die Freizügigkeit, die im Grundgesetz für alle Deutschen garantiert wird, nicht eingeschränkt wird.

So what?

Wenn Samstag und Sonntag nichts stattfindet, was therapeutischen Charakter hat, dann können Sie auch mal eben nach New York zum Shoppen jetten ...

von
weserbaer

Das Wunschkonzert findet woanders statt. Wer eine sauteure Maßnahme erst "freiwillig" anleiert und dann "nein doch nicht!" schreit, der sollte sich nicht wundern, wenn ihm die angefallenen Kosten aufgebrummt werden. - Eine "Heimreise" übers Wochenende ist aus Versicherungsgründen nicht drin und auch, weil hier Dinge geschehen, die nicht in den Einflußbereich der Klinik fallen. Njet!

von
dirk

Eine Heimreise übers Wochenende war bei mir problemlos!

Müsste nur eine Unterschrift leisten, dass dies auf meine Verantwortung geschieht

Die Sache Wunschkonzert finde ich etwas herzlos: es kann durchaus nachvollziehbare Abbruchgründe geben (Todesfall in Familie?)

Experten-Antwort

Selbstverständlich kann Sie niemand gegen Ihren Willen dazu verpflichten in einer Rehabilitationseinrichtung zu bleiben. Allerdings würde ich Ihnen dringend empfehlen zunächst Kontakt mit Ihrem Kostenträger aufzunehmen, um etwaige Schadenersatzansprüche zu vermeiden. Auch könnte ein Abbruch ohne Vorliegen von triftigen Gründen sich bei der Entscheidung über einen erneuten Reha-Antrag negativ auswirken.

Zu der Heimfahrt am Wochenende
Als Teilnehmer an einer Rehabilitationsleistung sind Sie im Rahmen Ihrer Mitwirkung dazu verpflichtet Handlungen zu unterlassen, die sich negativ auf den Verlauf der Rehabilitation auswirken könnten. Bei einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation kann eine Heimfahrt erstmals nach 8 Wochen erfolgen, wenn die Leistung voraussichtlich noch weitere 2 Wochen andauert. Darüber hinaus sind Heimfahrten nur bei Vorliegen von triftigen Gründen, wie Tod oder lebensbedrohlicher Erkrankung naher Angehöriger, nach Absprache mit der Reha-Einrichtung zulässig.

von
dirk

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"Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.
findet sich eine etwas versöhnlichere Antwort eines Experten

von
wissender

"Als Teilnehmer an einer Rehabilitationsleistung sind Sie im Rahmen Ihrer Mitwirkung dazu verpflichtet Handlungen zu unterlassen, die sich negativ auf den Verlauf der Rehabilitation auswirken könnten. Bei einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation kann eine Heimfahrt erstmals nach 8 Wochen erfolgen, wenn die Leistung voraussichtlich noch weitere 2 Wochen andauert."

Ich habe schon viel Quatsch gelesen, aber das ist der Gipfel.

Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage!!!

Im GG ist festgelegt, daß alle Deutschen Freizügigkeit innerhalb Deutschlands haben.

Einschränkungen sind nur per Gesetz möglich, was im Bereich des SGB VI fehlt!!!

Experten-Antwort

Natürlich kann jeder sein Recht auf Freizügigkeit ausüben. Allerdings sollte er bedenken, dass es im Rahmen einer vom einem Sozialleistungsträger gezahlten Rehabilitationsleistung auch gewisse Mitwirkungspflichten des Rehabilitanden aus den §§ 60 ff. Sozialgesetzbuch I gibt. Insofern kann jeder nach Abwägung der entsprechenden Gesichtspunkte frei entscheiden, muss dann aber auch eventuelle Konsequenzen tragen.

von
wissender

"Allerdings sollte er bedenken, dass es im Rahmen einer vom einem Sozialleistungsträger gezahlten Rehabilitationsleistung auch gewisse Mitwirkungspflichten des Rehabilitanden aus den §§ 60 ff. Sozialgesetzbuch I gibt."

Die Mitwirkungspflichten sind in den §§ 60 ff SGB I abschließend aufgezählt. Von Kadavergehorsam gegenüber Ärtzten und Therapeuten steht da nix. In SGB VI auch nicht. Wenn Wochenende ist und es finden keine Therapien statt, kann man nach Hause fahren (auf eigene Kosten), es sei denn das familienferne Wochenende hat therapeutischen Charakter.

BTW: Die §§ 60 bis 66 SGB I sind kein Freibrief für willkürliche Verwaltungsentscheidungen, werden aber von den Kleingeistern mit Machtanspruch gegenüber intellektuell Unterlegenen ausgenutzt, die zu gängeln.