Reha Abbruch durch Klinik?

von
Simon-Erwin

Hallo,
meine Schwester ist zur Zeit in einer psychosomatischen Klinik zur Reha. Bis auf ein paar wenige in Ihrer Gruppe, kommt Sie mit den meisten ganz gut klar. Die 3-4 Leute mit denen Sie immer wieder aneinander gerät, machen Ihr das Leben arg schwer. Sie wird wüst beschimpft und auch beschuldigt die Therapie der einzelnden (ganz besonders der genannten 3-4 Leute) zu gefährten,angeblich durch ihren Rückzug ins Zimmer (zum Teil hervorgerufen durch die Beschimpfungen), zum z.B. Lesen. Auch der Therapeut scheint bis auf ein paar wenige Maßnahmen diesen Beschimpfungen, welche meist in den Gruppensitzungen stattfinden, nichts entgegen zubringen. Es wurden sogar Wetten lt. Therapeut auf Sie gesetzt, wann Sie geht. Sie möchte die Reha unbedingt durchhalten, obwohl es ihr psychisch jetzt noch schlechter geht, als vorher. Die grundlegenden Problem hat Sie auch bereits erkannt, kann Sie aber schwerlich in der Gruppe durch die ständigen Angriffe umsetzen. Sie meinte jetzt auch, dass Sie Angst hat, dass die Reha durch den Therapeuten beendet wird. Hinzufügen möchte ich noch, dass bereits vorher mehrere Mitpatienten gegangen sind bzw. teilweise auch "wurden" -durch diese 3-4 Personen-(welche immer wieder eine Maßnahmenverlängerung erhalten). Nun meine Frage: Kann die Klinik oder der Therapeut eine Rehamaßnahme beenden ohne dem Vorliegen von Verletzungen der Hausordnung?
Für mich stellt sich auch die Frage warum "Mitstreiter" so eine Machtposition in einer Gruppe gewinnen können, wenn doch für mich (als Laie) anscheint die Therapie nicht adäquat anschlägt. Warum sonst werden immer wieder Verlängerungen genehmigt?
Vielen Dank.

von
Schade

Ich glaube nicht, dass irgendjemand von außen dazu etwas sinnvolles beitragen kann.

Die Geschichte hört sich zwar abenteuerlich an, ich würde die Story aber auch gerne von der anderen Seite hören - die erzählen vielleicht einen ganz anderen "Roman"?

Alles in allem kein Thema das im Forum beantwortet werden kann, da müsste man zuviel spekulieren.

Ihre Schwester muss das tun was sie im Sinne ihrer Gesundheit für richtig hält.

von
-

Bitte wenden Sie sich an die Leitung der Klinik um auf die vorhandenen Missstände aufmerksam zu machen.

von
Anita

Warum fahren Sie nicht einfach hin und fragen den Therapeuten und/oder die ärztliche Leitung?

von
Klemens

Ohne die " Gegenseite " gehört zu haben kann man sich sicher keine neutrale Meinung darüber bilden, was da genau abläuft und wer " schuld " an dieser verfahrenen Situation ist.

Das sich die anderer der Therapiegruppe z.b. alleine durch das Zurückziehen ihrer Schwester aufs Zimmer gestört bzw. sich selbst in deren Behandlung gefährdet sehen , halte ich doch für etwas übertrieben. Ich habe schon mehrere Gruppentherapien mitgemacht und gerade als " Newbie " ist es natürlich äußerst schwierig sich " gruppengerecht " zu verhalten und nicht gleich bei den anderen Mitpatienten anzuecken.. Gerade auch wenn dort wie sie schreiben schon einige " alte Hasen " in der Gruppe dabei sind., welche sich die Butter natürlich nicht vom Brot nehmen lassen und versuchen die Gruppe dann in ihrem Sinne entsprechend zu beeinflussen. Auch schreitet der Therapeut oft nicht ein, weil sich diejenigen Gruppenmitglieder welche schon länger in der Gruppe sind meistens auf der Linie des Therapeuten bewegen - also nach dessem Munde reden...

Ich denke aber, es wird sicher noch andere weitaus schwerwiegendere Gründe geben, warum die " Chemie " zwischen den Leuten in der Therapiegruppe ihrer Schwester nicht stimmt.

Ich empfehle ihrer Schwester auch grundsätzlich und dringend ein Gespräch mit dem behandelndem Rehaarzt oder gleich dem Chefarzt der Klinik zu suchen und mit ihm die Problematik zu besprechen.

Die Gefahr ist natürlich , das sich dann der behandelnde Psychotherapeut übergangen bzw. beim Chef angeschwärzt fühlt und dies auch dann in der weiteren Therapie ihrer Schwester merken lässt. Sollte natürlich nicht so sein ( gerade bei einem Psychologen nicht ! ) , aber menschlich wäre so eine Verfahrensweise natürlich nachvollziehbar.

Sagt Sie aber nichts und nimmt alles so hin, wird alles so weiterlaufen wie bisher und sie wird von der ganzen weiteren Reha nichts mehr haben - im Gegenteil sogar.

Insofern befindet sich ihre Schwester in einer ganz schwierigen Situation in der es auch letztlich keine Patentlöäsung gibt, wie Sie da wieder rauskommen könnte.

Darum gilt es so eine Situation im Vorfeld zu verhindern und gar nicht erst entstehen zu lassen.

von
Elisabeth

Ich möchte deiner Schwester dringend empfehlen genau Tagebuch zu führen, falls es noch Probleme geben sollte. Sonst schließe ich mich Klements Ausführungen an.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: Simon-Erwin

Hallo,
meine Schwester ist zur Zeit in einer psychosomatischen Klinik zur Reha. Bis auf ein paar wenige in Ihrer Gruppe, kommt Sie mit den meisten ganz gut klar. Die 3-4 Leute mit denen Sie immer wieder aneinander gerät, machen Ihr das Leben arg schwer. Sie wird wüst beschimpft und auch beschuldigt die Therapie der einzelnden (ganz besonders der genannten 3-4 Leute) zu gefährten,angeblich durch ihren Rückzug ins Zimmer (zum Teil hervorgerufen durch die Beschimpfungen), zum z.B. Lesen. Auch der Therapeut scheint bis auf ein paar wenige Maßnahmen diesen Beschimpfungen, welche meist in den Gruppensitzungen stattfinden, nichts entgegen zubringen. Es wurden sogar Wetten lt. Therapeut auf Sie gesetzt, wann Sie geht. Sie möchte die Reha unbedingt durchhalten, obwohl es ihr psychisch jetzt noch schlechter geht, als vorher. Die grundlegenden Problem hat Sie auch bereits erkannt, kann Sie aber schwerlich in der Gruppe durch die ständigen Angriffe umsetzen. Sie meinte jetzt auch, dass Sie Angst hat, dass die Reha durch den Therapeuten beendet wird. Hinzufügen möchte ich noch, dass bereits vorher mehrere Mitpatienten gegangen sind bzw. teilweise auch "wurden" -durch diese 3-4 Personen-(welche immer wieder eine Maßnahmenverlängerung erhalten). Nun meine Frage: Kann die Klinik oder der Therapeut eine Rehamaßnahme beenden ohne dem Vorliegen von Verletzungen der Hausordnung?
Für mich stellt sich auch die Frage warum "Mitstreiter" so eine Machtposition in einer Gruppe gewinnen können, wenn doch für mich (als Laie) anscheint die Therapie nicht adäquat anschlägt. Warum sonst werden immer wieder Verlängerungen genehmigt?
Vielen Dank.

Ab sofort die Gruppentherapie verweigern.

Niemand kann gezwungen werden Personen, die nicht der ärztlichen Schweigepflicht - gilt auch für Psychologen - unterliegen den persönlichen Gesundheitszustand zu offenbaren, denn Mitpatienten haben keine Schweigepflicht.

Für die Wirksamkeit von Gruppentherapien gibt es übrigens keine wissenschaftlichen Nachweise.

Was Sie da beschreiben ist übrigens Mobbing und das ist Körperverletzung. Wer das als "Therapeut" duldet, macht sich wegen Unterlassens aufgrund einer Garantenfunktion strafbar.

von
Elisabeth

Hallo Sozialrechtler!
Deine bedenken bezüglich der Gruppentherapie teile ich völlig. Ich halte den offenen Konfrontationskurs im Falle der Schwester für unklug. Ich würde eher den Ärzten bei der Visite sagen, dass die Gruppentherapie mir gar nicht gut tut, oder bei der Gruppentherapie so weit wie möglich zurückhalten und mich, wenn unumgänglich nur unverbindlich äußern. Es gibt genug Leute, die hören sich so gern reden und warten nur darauf, dass sie wieder zu Wort kommen.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: Elisabeth

Hallo Sozialrechtler!
Deine bedenken bezüglich der Gruppentherapie teile ich völlig. Ich halte den offenen Konfrontationskurs im Falle der Schwester für unklug. Ich würde eher den Ärzten bei der Visite sagen, dass die Gruppentherapie mir gar nicht gut tut, oder bei der Gruppentherapie so weit wie möglich zurückhalten und mich, wenn unumgänglich nur unverbindlich äußern. Es gibt genug Leute, die hören sich so gern reden und warten nur darauf, dass sie wieder zu Wort kommen.

Ich kenn mich mit Psychotherapie nur soweit aus, dass die in der Gruppe rechtlich nicht zulässig (verordbar) ist, es sei denn es besteht Freiwilligkeit. Eben wegen der nicht gegeben strafbewehrten Schweigepflicht der "herzallerliebsten" "Mitpatienten".

Wissenschaftlich validierte Wirksamkeitsnachweise existieren m.W. nicht.

Bei Humug gehe ich übrigens immer auf Konfrontation und das absolut erfolgreich.

von
Elisabeth

Hallo Sozialrechtler!

"Bei Humug gehe ich übrigens immer auf Konfrontation und das absolut erfolgreich."
Du bist ein Mann und ich eine Frau und darin liegt wohl der Unterschied.

von
Sozialrechtler

Zitiert von: Elisabeth

Hallo Sozialrechtler!

"Bei Humug gehe ich übrigens immer auf Konfrontation und das absolut erfolgreich."
Du bist ein Mann und ich eine Frau und darin liegt wohl der Unterschied.

Deshalb hätte eine Frau, von der eine Konfrontation nicht erwartet wird, noch bessere Erfolgschancen. Das ist dann der große reale Unterschied.

Ich gehöre allerdings zu der Spezies, die auch Vorgesetzte mit unumschränkter Macht nachts bei Straftaten abgelichtet haben und dann regelgerecht abgeschossen haben.

Man muß sich nicht alles gefallen lassen!

von
Elisabeth

Hallo Sozialrechtler!
Für eine Frau ist der offene Konfrontationskurs eine normabweichende Verhaltensweise. Diese Verhaltensweisen werden zumindest gesellschaftlich sanktioniert.