Reha abgebrochenen, aber die DRV erkennt die Gründe nicht an.

von
Sebastian

Es geht um eine gute Freundin.
In der medizinischen Reha (Beschwerden infolge früherer Wirbelbrüche) kam es bei der Physiotherapie zu Verletzungen. Es wurde dort jedoch vom Arzt heruntergespielt („Muskelkater, leichte Zerrung“) und es fanden keine Untersuchungen statt.
Wegen zunehmender Beschwerden nach drei Tagen in Rehaklinik abgemeldet und sofort in benachbarter Großstadt in Notaufnahme von Klinik gefahren: Zwei Rippen waren gebrochen.

Zwischen der Rehaklinik und dem Krankenhaus bestehen wohl bereits längere Zeit Zwistigkeiten.

Nach Entlassung dort wieder zur Rehaklinik gefahren und Kopien des Arztbriefes dort abgegeben und ebenso an DRV geschickt. Inzwischen war der vorgesehene Reha-Zeitraum sowieso zuende.

Die DRV glaubt nun aber den Ärzten der Reahaklinik, die behaupten, die Verletzungen seien erst nach Rehaabbruch entstanden (innerhalb von einer Stunde Fahrt zur Notaufnahme?). Man unterstellt seitens der DRV einen Verstoß gegen Mitwirkungspflicht.

Wo kann man eine unabhängige Prüfung der Vorgänge veranlassen?
Sollte eine Klage gegen die Reha-Einrichtung erwogen werden (ungern)?

von
Nix

Hallo Sebastian!

Nehmen Sie sich einen Rechtsanwalt, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt und lassen sich sich ein Attest über die erhobenen Rippenbrüche-Befunde erstellen und schreiben Sie die KLinik per Rechtsanwalt zur Geltendmachung von Ansprüchen an.

Der RV-Träger hat mit dem Thema nichts zu tun.

Zuständig für Unfälle in Kliniken ist die

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
Deelbögenkamp 4
22297 Hamburg
Telefon 040-51460
Telefax 040-5146-2146
www.vbg.de

Hier können Sie ebenfalls ein anwaltliches Schreiben hinsenden und rechtszeitig schriftlich Regress anmelden, um den Unfall schonmal zu melden und alle Fristen zu beachten; nicht dass nachher etwas verfristet ist.

Die Rehaklinik ist vom Rechtsanwalt nach der eigenen Unfallversicherung zu befragen, welche in solchen Fällen in Frage kommt.

Vielfach ist eine Verhandlung zwischen Anwalt und Versicherung schon hilfreich, um Ihnen zu Ihrem Recht zu verhelfen, wenn die Klinik bzw. behandelnde Therapeut der Klinik den Behandlungsfehler zugibt.

In diesen Fällen zahlt dann die Versicherung ohne Klage.

Ihr Rechtsanwalt sollte es sich sparen, den RV-Träger anzuschreiben und Regress dort anzumelden. Der RV-Träger haftet nicht.
Der RV-Träger wird sich aus der Sache raushalten und Ihnen den Rat geben, die Klinik in Regreß zu nehmen.
Wenn die Klinik einen Behandlungsfehler nicht zugibt, müssen Sie DIE KLINIK VERKLAGEN, NICHT DEN RV-TRÄGER!!!

So ist in solchen Fällen bei uns bisher verfahren worden.

Viele Grüsse und viel Erfolg

Nix

Experten-Antwort

Hallo Sebastian,
bei so etwas steht natürlich immer Aussage gegen Aussage und zu beweisen, dass die Rippen tatsächlich in der Reha gebrochen wurden wird schwer sein, genauso aber, dass sie nicht dort gebrochen wurden. Der Vorschlag von Nix, sich an die Verwaltungs-BG zu wenden, scheint mir die einzig vernünftige Lösung zu sein. Und die DRV kann da wirklich nichts tun.
Viel Glück!

von
Sebastian

Bedauerlich, dass eine Klage unvermeidbar ist.

Im Entlassungsbericht des Krankenhauses, das die Rippenbrüche meiner Freundin behandelt hat, ist die Verletzungsursache genau beschrieben worden.
Sie ist ja auch mit dem Taxi direkt von der Reha dorthin gefahren.
Das Problem war, dass die Rentenversicherung ihr dennoch einen willkürlichen Abbruch der Reha vorwarf, was finanzielle Konsequenzen haben könnte.
Der Physiotherapeut und der zuständige Arzt werden wahrscheinlich weiterhin ihr Fehlverhalten leugnen und das Pflegepersonal in der Rehaklinik dürfte bei Aussagen gegen den Arbeitgeber wohl auch eher zurückhaltend sein.

Sie muss nun wohl den Taxifahrer als Zeugen wiederfinden.

von
User

die DRV kann in diesem Fall leider nichts anders tun als dies als Abbruch zu kennzeichnen.
Es gäbe zwar eine Krankheit während der Kur, aber da dies hier natürlich nicht nur eine Erkältung ist, kann die Reha so ja nicht weitergeführt werden.

Der Abbruch mit der Rückforderung von etwaigem Übergangsgeld wäre genauso erfolgt, wenn die Rehaklinik zugeben würde, dass der Unfall bei denen stattfand.

von
Nix

Hallo Sebastian!
Ich habe Ihnen genau geschildert, wie Sie vorgehen müssen.
Weder Ihre Bekannte noch sonstwer kann irgendetwas beweisen bezüglich der Verletzungen.
UND: DER RV-TRÄGER TRÄGT NUR DIE KOSTEN DER MASSNAHME UND HAT MIT UNFÄLLEN/VERLETZUNGEN, WELCHE IN DEN KLINIKEN PASSIEREN, NICHTS ZU TUN.

Wir werden den Vorgang hier im Forum nicht lösen können.

Bitte haben Sie dafür Verständnis!

Viele Grüsse
Nix

von
Nix

Lieber Sebastian!
Nur weil die Klinik "willkürlicher Abbruch" in den Entlassungsbericht reingeschrieben hat, werden auf Ihre Freundin keine Kosten zukommen.

Machen Sie sich da mal keine Gedanken drüber!

Viele Grüsse
Nix

von
Sozialrechtler

Zitiert von: Sebastian

Es geht um eine gute Freundin.
In der medizinischen Reha (Beschwerden infolge früherer Wirbelbrüche) kam es bei der Physiotherapie zu Verletzungen. Es wurde dort jedoch vom Arzt heruntergespielt („Muskelkater, leichte Zerrung“) und es fanden keine Untersuchungen statt.
Wegen zunehmender Beschwerden nach drei Tagen in Rehaklinik abgemeldet und sofort in benachbarter Großstadt in Notaufnahme von Klinik gefahren: Zwei Rippen waren gebrochen.

Zwischen der Rehaklinik und dem Krankenhaus bestehen wohl bereits längere Zeit Zwistigkeiten.

Nach Entlassung dort wieder zur Rehaklinik gefahren und Kopien des Arztbriefes dort abgegeben und ebenso an DRV geschickt. Inzwischen war der vorgesehene Reha-Zeitraum sowieso zuende.

Die DRV glaubt nun aber den Ärzten der Reahaklinik, die behaupten, die Verletzungen seien erst nach Rehaabbruch entstanden (innerhalb von einer Stunde Fahrt zur Notaufnahme?). Man unterstellt seitens der DRV einen Verstoß gegen Mitwirkungspflicht.

Wo kann man eine unabhängige Prüfung der Vorgänge veranlassen?
Sollte eine Klage gegen die Reha-Einrichtung erwogen werden (ungern)?

Ihre gute Freundin sollte Strafanzeige nebst Strafantrag wegen des Verdachts der Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung bei der zuständigen Behörde erstatten.

Über einen Anwalt kann dann Akteneinsicht genommen werden. Das reduziert die Kosten und das Klagerisiko.