Reha abgelehnt

von
Estrella

Hallo liebe Forumsteilnehmer und Experten,
erhalte seit Jahren eine teilweise Rente wegen Berufsunfähigkeit. Bin arbeitslos und erhalte nach Arbeitslosengeld jetzt wegen Krankheit über 6 Wochen nun Krankengeld. Auf Empfehlung meines Arztes habe ich einen Antrag auf eine medizinische Reha bei der Rentenversicherung gestellt. Nach 8 Tagen erhielt ich ein Schreiben von der Rentenversicherung, das für eine Reha deren Zuständigkeit nicht gegeben ist, weil meine Erwerbsfähigkeit durch Leistungen einer med. Reha nicht wesentlich gebessert oder wieder hergestellt werden kann und man hätte daher den Antrag an meine Krankenkasse weitergeleitet. Nach Rücksprache mit meiner Krankenkasse wurde mir hierzu mitgeteilt, dass diese keine Leistungen für eine med. Reha für erwerbsgeminderte erbringt. Die Weiterleitung wäre nicht rechtmäßig und man hat mir von meiner Krankenkasse empfohlen, sofort einen Antrag auf Rente wegen voller Erwerbsminderung zu stellen. Ist das Richtig?
Für Antworten bin ich sehr dankbar!!
Mit freundlichen Grüßen
Estrella

von
Sozialröchler?

Die Auskunft der Krankenkasse, sollte sie tatsächlich so erfolgt sein, sollten Sie vorsichtig betrachten. Warten Sie den schriftlichen Bescheid ab. Natürlich können Sie jederzeit einen Antrag auf Rente wegen voller EM stellen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

natürlich erbringt die Krankenkasse Rehaleistungen für Personen, die erwerbsgemindert sind, wenn eine Rehabedarf bei Ihnen besteht. Da der Antrag von der Rentenversicherung an die Krankenkase weitergeleitet wurde, muss die Krankenkasse eine Aussage zum Rehabedarf treffen.

Wegen der Rentenantragstellung:
Wenn Sie nicht von der Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit zur Rehaantragstellung aufgefordert wurden, müssen Sie auch keinen Rentenantrag stellen. Sollte jedoch eine Aufforderung vorliegen und wurde Ihr Rehantrag in einen Rentenantrag umgedeutet (die Rentenversicherung verweist Sie in diesem Fall an das nächste Versicherungsamt oder die Gemeindeverwaltung bzw. legt die entsprechenden Vordrucke bei) sind Sie jedoch verpflichtet, den Antrag zu stellen.

von
Angelika

Die Krankenkasse erbringt Rehaleistungen, wenn man unbefristet erwerbsgemindert ist. Bei befristeter Erwerbsminderung ist der Rententräger zuständig. So meine eigene Erfahrung in diesem Jahr. Ich wurde als unbefristeter Erwerbsgeminderter dann nach einem kleinen Hin und Her von der Krankenkasse in die Reha geschickt.

von
Beobachter

Der Vorgang ist richtig so ....es endet dann, nach Antragstellung, in eine Bewilligung einer vollen EM Rente.

von
???

Zitiert von: Angelika

Die Krankenkasse erbringt Rehaleistungen, wenn man unbefristet erwerbsgemindert ist. Bei befristeter Erwerbsminderung ist der Rententräger zuständig.

Das stimmt so nicht. Wenn die Krankenkasse aber meint, sie sei nicht zuständig, gleichzeitig jedoch die Beantragung der Rente wegen voller Erwerbsminderung empfiehlt, widerspricht sie sich allerdings eigentlich selbst. Der Rentenversicherungsträger ist nur zuständig, wenn die Erwerbsfähigkeit wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann, nicht jedoch, wenn diese Besserungserwartung nicht besteht und die Verschlechterung bereits eingetreten ist. Man muss hier unterscheiden zwischen "Erwerbsfähigkeit" und "Gesundheitszustand". Für die Besserung der Gesundheitszustandes ist die Krankenversicherung zuständig, die sich ja daher auch gerne "Gesundheitskasse" nennt.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__10.html

Für Leistungen zur Teilhabe haben Versicherte die persönlichen Voraussetzungen erfüllt,
...
2. bei denen voraussichtlich
...
b) bei geminderter Erwerbsfähigkeit diese durch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder hierdurch deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann,
c) bei teilweiser Erwerbsminderung ohne Aussicht auf eine wesentliche Besserung der Erwerbsfähigkeit der Arbeitsplatz durch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten werden kann.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo,

ich möchte mich nochmal zu Wort melden:

Wenn die Rentenversicherung den Rehaantrag an die Krankenkasse weitergeleitet hat (zu recht oder zu unrecht), dann hat die Krankenkasse als sogenannter zweitangegangener Träger unabhängig von den eigenen Voraussetzungen den Rehabedarf zu prüfen, sofern dieser vorhanden ist, die Leistung durchzuführen. So ist es in § 14 SGB IX geregelt.