< content="">

Reha abgelehnt, teilweise EWR bewilligt

von
Tochter

Hallo,
es geht um meinen Vater, der ist knapp 62 Jahre alt. Er wurde während seiner Langzeit-AU aufgefordert einen Reha-Antrag zu stellen. Hat er auch gemacht, wurde aber abgelehnt, weil die Reha nichts mehr bewirkt und er erwerbsunfähig ist. Der Reha-Antrag wurde darum in den Rentenantrag umgedeutet. Jetzt hat er die Möglichkeit eine teilweise EWR zu erhalten oder die vorgezogene Altersrente. Beide mit Abzügen von 5,4 %. Er kann sich für eins entscheiden lt. Schreiben RVT.

Ist das normal, dass man sich das aussuchen kann? Und warum ist es nur eine teilweise EWR? Beim Reha-Antrag wurde doch festgestellt, dass er völlig "hin" ist.

In der Rentenberatung ging man von einer vollen EWR aus, die bis zum 63. Lebensjahr läuft. Dann könnte er ohne Abzüge in Altersrente gehen.

Vielen Dank.

von
-_-

:P Ist im Rahmen der Aufforderung zur Reha-Antragstellung das Dispositionsrecht von der Krankenkasse eingeschränkt worden, sollten Sie Ihre Wünsche mit der Krankenkasse abstimmen.

Sie sind zwar nicht verpflichtet, sich für die Altersrente zu entscheiden, die Abschläge bleiben Ihnen aber in jedem Fall erhalten. Die Abschläge in einer vollen EM-Rente werden auch in der ggf. anschließenden Altersrente (und ggf. in einer späteren Hinterbliebenenrente) übernommen. Insofern bleibt es gleich, ob Sie nun die volle EM-Rente oder gleich die Altersrente beziehen.

Vielleicht haben Sie bei der Altersrente einen Vorteil, weil bei der EM-Rente der Leistungsfall vermutlich früher liegen würde, während bei der Altersrente die rentenrechtlichen Zeiten bis zum Vormonat vor dem Rentenbeginn zu berücksichtigen sind.

Nehmen Sie ggf. Ihre Unterlagen und lassen Sie sich bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung beraten, alternativ auch telefonisch durch die zuständige Sachbearbeitung.

von
???

"Und warum ist es nur eine teilweise EWR? Beim Reha-Antrag wurde doch festgestellt, dass er völlig "hin" ist. "

In der Regel wird in Reha-Bescheiden keine Aussage zum Umfang der Erwerbsminderung getroffen. Üblicherweise wird bei einer entsprechenden Ablehnung festgestellt, dass eine Kur die Erwerbsfähigkeit nicht mehr bessern wird und dass die Rentenabteilung eingeschaltet wird. Dies bedeutet aber nicht automatisch, dass volle EM vorliegt. Die Entscheidung über den Umfang der Erwerbsminderung trifft dann die Rentenabteilung.

Experten-Antwort

Hallo Tochter,
die Verfahrensweise der DRV, Ihren Vater zu fragen, welche Rente er haben möchte, ist durchaus sinnvoll. Obwohl die Altersrente grds. höher ist als die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, weil der Rentenartfaktor statt 0,5 bei der Altersrente 1,0 beträgt, kann bei Bezug anderer Leistungen wie bspw. einer Betriebsrente die teilweise Erwerbsminderungsrente für den Vers. günstiger sein. Wurde Ihr Vater allerdings von der Krankenkasse aufgefordert, einen Reha-Antrag zu stellen, müsste die Entscheidung mit der Krankenkasse abgesprochen werden.
Die Aussage, dass im Anschluß an eine Rente wegen voller Erwerbsminderung die Altersrente ohne Abschlag gewährt wird ist so nicht richtig.