Reha-anspruchsberechtigt nach welcher Zeit der Einzahlung in die Rentenversicherung?

von
Stella Marten

Hallo,

mein beruflicher Werdegang sieht folgendermaßen aus: 6 Jahre Studium, anschließend ein Teilzeitjob über 10 Jahre mit Einzahlung. Seitdem (2010) keine Einzahlung mehr, da selbständig und nicht einzahlungspflichtig. Jetzt beginne ich zusätzlich zur Selbständigkeit einen Minijob auf 400 Euro-Basis. Wenn ich dort einzahlen würde: Über welchen Zeitraum hinweg müsste ich dies tun, um Anspruch auf eine Reha-Maßnahme zu haben? - Vor allem, wenn diese Reha-Maßnahme erst in vielen Jahren anstünde, ohne dass ich bis dahin "nahtlos" eingezahlt habe ...

Danke für eine Auskunft!

Freundliche Grüße
Stella Marten

Experten-Antwort

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für die Leistungen zur Teilhabe (Reha) sind im § 11 SGB VI geregelt. Grundvoraussetzung sind 15 Beitragsjahre oder der Bezug einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Im Absatz 2 werden die erleichterten Zugangsvoraussetzungen aufgeführt. So hat man diese auch erfüllt, wenn in den letzten zwei Jahren vor der Antragstellung sechs Monate für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen (mit eventueller Verlängerung des Zwei-Monats-Zeitraumes um Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld II). Haben Sie keine der genannten Voraussetzungen erfüllt, sind jedoch vermindert erwerbsfähig oder ist dies in absehbarer Zeit zu erwarten, dann haben Sie auch schon mit 5 Jahren Beitragszeit die versicherungsrechtliche Voraussetzung für eine medizinische Reha. Die vom Arbeitnehmer anteilig gezahlten Beiträge zur Rentenversicherung haben neben den eventuell positiven Aspekt für die Reha auch Vorteile für die Absicherung gegen das Risiko der Erwerbsminderung und vielfach auch Einfluss auf den vorgezogenen Altersrentenbeginn. Lassen Sie sich im Zweifelsfall individuell beraten.

von
???

Auch wenn manchmal der Eindruck entsteht, dass Reha-Maßnahmen nur von der Rentenversicherung gezahlt werden: Auch Krankenkassen zahlen diese Maßnahmen. Sie müssen also nicht, nur um irgendwann einmal in Reha gehen zu können, jetzt noch zusätzlich nebenher eine geringfügige Tätigkeit ausüben.

von
Stella Marten

Vielen Dank für Ihre rasche Antwort!

Sie schreiben: "...Haben Sie keine der genannten Voraussetzungen erfüllt, sind jedoch vermindert erwerbsfähig oder ist dies in absehbarer Zeit zu erwarten, dann haben Sie auch schon mit 5 Jahren Beitragszeit die versicherungsrechtliche Voraussetzung für eine medizinische Reha."

Zu diesem Satz hätte ich noch drei Fragen:
1) Bezieht sich die verminderte Erwerbsfähigkeit auf meinen aktuellen Beruf oder auf grundsätzlich alle (denkbaren) Tätigkeiten?
2) Darf die 5 jährige Beitragszeit als Voraussetzung für eine Reha auch Jahrzehnte zum Zeitpunkt des Antrags zurückliegen?

Freundliche Grüße
Marten

von
KSC

zu 1) auf alle Tätigkeiten

zu 2) ja , es ist egal wann die 5 Jahre liegen

von
Stella Marten

Danke, damit sind meine Fragen geklärt.