Reha Antrag seit Nov 09 - jetzt AHB ANtrag nach Unfall

von
aquadance

`Guten Abend,

ich habe folgendes Problem:
nach einem Aufenthalt in einer Schmerzklinik habe ich im Nov.09 eine Reha Massnahme zur beruflichen Teilhabe(Berufliche Reha Massnahme) beantragt, die im Februar abgelehnt wurde. Ich habe daraufhin Widerspruch eingelegt.
Nun hatte ich vor einigen Wochen einen Unfall und es wurde eine AHB beantragt. Man erklärte mir, dass das zwei unabhängige ANträge sind, weil es ja durch den Unfall andere Indikationen gab, und es schnell gehen sollte.
Jetzt war dieser Antrag aber mehrere Wochen nicht auffindbar. Als er dann im PC auftauchte, ging es sehr schnell - Bescheid im Eilverfahren. ANhand des Kennzeichens habe ich den Eindruck, alles wurde zusammengeworfen, und es gibt keine zwei Anträge mehr.
Allerdings passt die Klinik nicht zu der einen noch zu der anderen Massnahme. Ich möchte also einen Wunsch äussern.
Wie kann ich erfahren, welche Indikationen für die AHB (sollte angeblich in eine AGM umgewandelt werden, da die 14 Tage verstrichen sind) sind? Kann ich schriftlich eine Bestätigung der beiden Anträge, in diesem Fall der AHB bkommen? Ich habe gelesen, dass es durchaus die Möglichkeit für beide Massnahmen gibt, da der Unfall ja "plötzlich" und mit Akutfolgen kam!
Es ist für mich sehr wichtig, schnell eine Antwort zu erhalten. Vielen Dank im Voraus.
Mfg aquadance

von
User

Und zusammengeworfen wird nichts, es bleiben zwei unterschiedliche Maßnahmen, vor allem da ja der LTA-Antrag abgelehnt wurde und Sie sich jetzt im Widerspruch befinden.
Oft wird dann im Widerspruchsverfahren erst der Entlassungsbericht der AHB abgewartet, damit über den LTA-Widerspruch mit den aktuellsten Ergebnissen weitergearbeitet werden kann. Inwieweit dass hier der Fall ist, da es ja zwei verschiedene Indikationen sind, kann ich jetzt natürlich nicht sagen.

und wofür genau möchten Sie jetzt eine Bestätigung, das hab ich jetzt nicht ganz rausgelesen.

von
aquadance

Guten Morgen,

vielen Dank für die Antwort. Das Wort "zusammengeworfen" ist vielleicht nicht ganz richtig. Ich meinte damit, dass ich den Eindruck habe, dass es am Ende nur eine Massnahme geben soll, die jetzt übers Knie gebrochen werden soll.
Für mich ist das Ganze sehr wichtig, sonst hätte ich im November nicht diesen Antrag nicht gestellt; es geht letztendlich auch um eine Feststellung einer Behinderung, bzw. einer Erwerbsminderung.
Was bedeutet LTA?
Bestätigt hätte ich gerne, dass es ZWEI Massnahmen sind, und dieser Bescheid sich auf die AHB(AGM oder wie immer es heisst) bezieht, und der Widerspruch im Hintergrund noch läuft.

aquadance

von
Schade

Die Bestätigung welche Anträge laufen, erhalten Sie vom Rententräger - das brauchen Sie nur schriftlich anfordern;-)

Was medizinisch derzeit möglich oder notwendig ist, sollten Sie primär mit Ihren Ärzten besprechen.

Da hat zunächst mal die (medizinische) AHB gar nichts mit Ihrem Widerspruch zu tun - denn dort kämpfen Sie um berufliche Maßnahmen, die bislang abgelehnt waren.

Wie die Chancen dafür stehen und ob die Chance nach einer medizinischen Maßnahme besser sind, wer im Forum soll das wissen?

Es kann sein, dass Sie nach der AHB so gesund sind, dass Sie eine berufliche Maßnahme erfolggreich abschließen können.
Es kann aber auch sein, dass man in der AHB etwas ganz anderes feststellt und es bei der Ablehnung der beruflichen Maßnahme bleibt.

von
?

Versthe echt nicht warum man hier so eine Einzelfallfrage einstellt, wo ein Abruf beim zustädnigen Sachbearbeiter des Rentenversicherrungsträger die Sache in 2 Minuten klären würde...

Experten-Antwort

Das es sich um zwei verschiedene Verfahren handelt, können Sie daran erkennen, dass in dem nun vorliegenden Bewilligungsbescheid nichts über das bereits zuvor anhängige Widerspruchsverfahren ausgesagt wird.
Aufgrund Ihres Widerspruches erhalten Sie entweder einen Widerspruchsbescheid, er auch als solcher deklariert ist oder einen Bewilligungsbescheid über die berufliche Reha (LTA = Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben), in dem in der Regel dann auch aufgeführt wird, dass dieser Bescheid zum Gegenstand des anhängigen Widerspruchsverfahrens bzw. Ihrem Widerspruch abgeholfen wird.
Wenn Sie jedoch ganz sicher gehen und zusätzlich eine schriftliche Mitteilung haben möchten, empfehle ich, sich an die Widerspruchssachbearbeitung zu wenden. Die können Ihnen dann bestätigen, ob das Widerspruchsverfahren noch anhängig ist und ob noch ein Widerspruchsbescheid erteilt wird, oder ob der Ihnen nun vorliegende Bescheid Teil des Widerspruchsverfahrens geworden ist.

von
aquadance

Hallo ?
was Du zwei Minuten nennst versuche ich seit über einer Woche zu klären.
Andere sehen das zum Glück anders und antworten mit Wissen.
Aber tröste Dich - die Antwort der anderen hat mir geholfen. Bin jetzt weiter!

von
Sozialrechtler

Genau das wird der Fall sein.

Dagegen kann man sich aber zur Wehr setzen, da das Rehaentlassungsberichtsverfahren nicht nur gegen die ärztliche Schweigepflicht verstößt, sondern auch gegen Auswahlrecht nach § 14 SGB IX und aquadance durch einen Widerspruch gegen die Offenbarung des Berichtes an den RV-Träger diesen unverwertbar macht. Wichtig ist auch vom Widerspruch nach § 76 SGB X Gebrauch zu machen.

Wer allerdings die Einwilligungserklärung unterschreibt und im vorliegenden Fall nicht umgehend nach Bewilligung der Leistung widerruft, hat im Widerspruchsverfahren und im späteren Gerichtsverfahren schlechte Karten.

Das BSG hat sehr sinnig wie folgt formuliert:

"Denn das sozialgerichtliche Verfahren ist durch ein hohes Maß an Ungleichheit zwischen den Beteiligten zu Gunsten der Verwaltung geprägt, weil meistens ein "normaler" Mensch gegen eine Sozialverwaltung klagt, die eine von ihm begehrte Feststellung oder Sozialleistung abgelehnt hat. Diesem "normalen" Menschen, der oftmals durch Armut, Alter, Arbeitslosigkeit oder körperliche Gebrechen eingeschränkt ist, steht eine spezialisierte Fachverwaltung mit nahezu unbegrenzten finanziellen Ressourcen, besonders ausgebildeten Sachbearbeitern, entsprechend geschulten Juristen und oftmals Ärzten sowie weiteren Fachwissenschaftlern gegenüber."

Wer also auf seine Rechte verzichtet, macht es den professionellen Anspruchsablehnern noch einfacher, als es schon ist.