Reha bei Arbeitslosigkeit

von
Seffi

Hallo,

ich bin chronisch krank und sollte eigentlich dieses Jahr mal wieder zur Reha. Da ich schon mind. 5 Jahre arbeite, ist die DRV zuständig.

Jetzt werde ich wohl zu Ende August gekündigt. Da wäre es natürlich nicht so günstig, wenn ich zur Reha bin - und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werde oder vielleicht sogar eine neue Stelle antreten könnte. Könnte ich unter diesen Umständen eine Reha abbrechen oder unterbrechen? Momentan habe ich noch keinen Antrag gestellt, aber würde es einene Unterschied machen, wenn die Agentur f. Arbeit mich zur Reha auffordert?

Wie sieht es finanziell aus, wenn ich auf Reha bin? Bekomme ich in der Zeit weiter Arbeitslosengeld oder ruht in dieser Zeit das Arbeitslosengeld und ich bekomme Krankengeld? Oder ganz was anderes?

Danke,

Steffi

von
Rolf

Während der Reha bekommen Sie Übergangsgeld der Rentenversicherung - kein Krankengeld oder ALG I.

Ob Sie die Reha antreten und zu welchem Termin ist alleine ihre Entscheidung und die kann ihnen auch niemand abnehmen.

Wenn ihnen ihre Gesundheit wichtig ist, würde ich alle anderen Termine hinten anstellen.

Wenn dies nicht der Fall ist , sollten Sie die Reha entspechend auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.

Da Sie ja noch gar keinen Rehanantrag bisher gestellt haben, können Sie ja den Termin auch - weitgehend - entsprechend selbst steuern.

Wenn die AfA Sie natürlcih irgednwann mal zum Rehaantrag auffordert, haben Sie diese eigene Gestaltungsmöglichkeit nicht mehr und müssen den Antrag stellen, weil dann ihr sog. Dispositionsrecht eingeschränkt ist.

Eine Reha mitten drin einfach "abbrechen" ist ja nun völlig sinnfrei und keinesfalls zu empfehlen.

Eine Reha " unterbrechen " und dann irgendwann später fortsetzen ist nicht möglich.

Wie man auf solche Gedanken kommen kann , ist mir allerdings schleierhaft...

von
Sozialrechtler

Beantragen Sie die Reha. Achten sie nach der Reha darauf, dass niemand von der BA, der KK und auch die DRV den Reha-Entlassungsbericht nicht bekommt, sondern nur Sie. Nur so ist sichergestellt, dass zukünftige Arbeitgeber nichts über Ihre Krankheiten erfahren, denn der Sozialdatenschutz ist bei der BA und der DRV löchrig wie ein Schweizer Käse, wenn Sie die Erklärung im Antragsformular ohne den Zusatz "Ich widerspreche gemäß § 76 SGB X der Nutzung der ärztlichen Daten" unterschreiben. Sie können sicher sein, dass dann jeder BA und ARGE-Mitarbeiter Ihre Krankengeschichte lesen kann.

Während der Reha haben Sie keine Pflichten gegenüber der BA und danach auch nicht.

von
Steffi

Hallo Rolf,

jetzt wo ich Deine Antwort lese, shee ich, dass mein Beitrag auch etwas seltsam rüberkommen kann... Allerdings meine ich keine Unterbrechungen von 2 oder 3 Wochen, sondern nur von 1 Nachmittag oder Tag, um evtl. ein Vorstellungsgespräch zu führen. Das sollte doch notfalls auf dem kleinen Dienstweg mit der Begründung gehen, oder...

Das mit dem Dispositionsrecht heißt, dass ich den Antrag möglichst schnell stellen sollte, weil ich den Antrag dann notfalls zurückziehen könnte, wenn ich einen Job kriege, richtig? Was für den neuen Arbeitgeber ja eigentlich auch nicht so gut wäre, da ich die Reha ja dann währen des Arbeitsverhältnisses machen müßte.

"Übergangsgeld und kein Krankengeld oder ALG1": Heißt das, wenn ich einen Monat auf Reha bin, wir dann bekomme ich dann im Notfall z.B. 2 Monate ALG 1, 1 Monat Übergangsgeld und dann nochmal 10 Monate ALG1. Oder sind es dann nur noch 9 Monate? Ich hoffe zwar, dass es nicht so lange dauert, bis ich wieder einen Job finde, aber mann weiß ja nie...

Danke,
Steffi

von
Rolf

Ob Sie einen halben oder sogar einen ganzen Tag wegen einem Bewerbungsgespräch ( oder anderer persönlicher Dinge ) die Reha verlassen dürfen, kann und wird nur vor Ort durch den zuständigen Arzt entschieden und muss genehmigt werden .

Grundsätzlich wird dies nicht gerne gesehen und es müssen schon sehr wichtige Gründe dafür vorliegen ( z.b. wegen einer Beerdigung im aller engsten Famillienkreis etc. ) .

Ob ein Vorstellungsgespräch ein ausreichender Grund ist , mag ich nicht zu beurteilen.

Ob die Genehmigung dazu erteilt wird, ist letztlich vom Arzt, den allgemeinen Regeln innerhalb der Rehaklinik und vor allem den Vereinbarungen der Klinik mit dem Kostenträger abhängig.

Sie sollten sich - aus versicherungstechnischen Gründen - auch keinensfalls ohne Genehmigung und Wissen der Klinik von dort entfernen.

Das kann bei einem Unfall oder plötzlicher akuter Erkrankung dann riesen Ärger geben.

Wenn Sie den Antrag selber stellen - ohne Aufforderung durch die AfA - können Sie den Antrag zurückziehen wann Sie wollen.

ABER, die AfA kann auch das Dispositionsrecht noch nachträglich nachschieben und dann sind ihnen die Hände gebunden.
Sie könnten dann den Antrag nicht mehr ohne Genehmigung durch die AfA zurückziehen. Dann liegt die ganze Gechichte und der weitere Verfahrensabalauf bei der AfA.

Wenn Sie natürlich den neuen Job bekommen ist udn sich von der AfA wieder abmelden , hat die AfA nichts mehr mit ihnen am Hut und Sie können machen was Sie wollen.

Die Zeit des Bezuges von Übergangsgeld durch die RV geht natürlich nicht zu Lasten der Anspruchdauer ihres ALG I und wird quasi hinten dran gehängt.

Sie müssen sich vor der Reha ab dem Tag des Rehaantritts bei der AfA abmelden und dann am 1. Tag nach der Reha sofort dort wieder neu anmelden.

Experten-Antwort

Zunächst erhalten Sie, wie normale Arbeitnehmer die 6 Wochen Lohnfortzahlung (auch AloGeld 1) danach Krankengeld oder Übergangsgeld. Krankengegeld oder Übergangsgeld wird nicht auf die Dauer des AloGeld 1 angerechnet. Wenn die AfA Sie nach § 125 SGB III aufgefordert hat die Reha zu machen, sind Sie gebunden. Ob Sie stundenweise oder tageweise von der Reha, wegen Termine, abwesend sein dürfen, erfragen Sie in der Reha-Einrichtung (wahrscheinlich keine Probleme).

von
???

Vielleicht ist ja auch eine ambulante Reha bei Ihnen möglich. Das würde ggf. Einstellungsgespräche sicher einfcher machen.

von
Steffi

Hallo,

wenn ich das richtig verstehe, dann zahlt die AfA bei vier Wochen Reha einfach weiter? Denn von wem sollte ich sonst Lohnfortzahlung bekommen, wenn ich arbeitslos bin??

Danke,
Steffi

von
Ahnungsloser

Bei einer medizinischen Rehabilitation zahlt die AfA das ALG I nicht weiter. Sie haben für die Dauer der Rehabilitation Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe des zuletzt bezogenen ALG I.

von
Rolf

Nein , tut sie nicht.

Sie bekommen während der Zeit der Reha Übergansgeld von der RV.

Vorher ALG I abmelden und nach der Reha sofort selbiges wieder beantragen.

Habe ich ihnen doch alles schon am 31.5. gescxhrieben...

Lohnfortzahlung ist bei ihnen doch gar kein Thema, da Sie ja derzeit im ALG I Bezug sind.

Der Hinweis des Experten war da mehr allgemeineren Art und nicht auf ihren Fall genau bezogen.

von
Steffi

Hallo Rolf,

Ihr Beitrag hat es schon gut erklärt. Ich war nur etwas irritiert, weil der Experte irgendwas von Lohnfortzahlung geschrieben hatte. Und gerade vom Experten hätte ich eigentlich erwartet, dass er schon auf meine Frage im speziellen eingeht.

Danke nochmal!

Steffi