Reha - falsche Rehaeinrichtung und krank

von
sam

hallo, zusammen,

ich habe zwei probleme.
die rentenversicherung hat mich in eine psychosomatische klinik "gesteckt", obwohl fibromyalgie und ein chronisches schmerzsyndrom nach einer borreliose bestehen.
die reha habe ich auf eigenen wunsch beantragt.
in der reha kann man mir nicht weiterhelfen und die schmerzen werden ständig stärker. an dem angebotenen prg. ausser den einzel- und gruppensitzungen kann ich nicht teilnehmen. der klinik angeschlossen sind eine neurologie und eine rhauma-reha klinik. wie soll ich vorgehen? es sind bereits zwei wochen verstrichen und jedesmal im gespräch in der reha sagt man mir, ja es könnte ja auch durch depressionen die schmerzen ausgelöst werden.

das zwei problem ist nun das mich ein heftiger infekt erwischt hat. wie lange darf ich pausieren, ohne das die rentenversicherungsträger die reha beendet? wer zahlt während einer arbeitsunfähigkeit weiter? übergangsgeld?

herzlichen dank.
vlg sam

von
Auskenner

Gehen Sie mal ruhig davon aus, das die Rentenversicherung Sie nicht ohne Grund in eine psycho-somatische Rehaklinik
" gesteckt " hat.

Da wird es schon deutliche Hinweise und auch ärztliche Unterlagen genug gegeben haben, die eine Reha in genau dieser medizinischen Fachrichtung bei ihnen als sinnvoll erscheinen lässt.

Offensichtlich ging der med. Dienst der RV bei Benennung der Art ihrer Reha ( psycho-somatisch ) und gehen jetzt ja auch die Ärzte ihrer Rehaklnik davon aus, das ihre Schmerzproblematik oder besser ihr Schmerzempfinden, zumindest nicht alleine und auschließlich auf die Borreliose zurückzuführen ist, sondern sogar viel eher auf eine psychische Erkrankung.

Gerade bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen , Angststörungen,Borderline etc. werden Schmerzen erheblich stärker empfunden, sich darauf dann konzentiert, weiter hinein gesteigert und so weiter und so weiter. Ein ewiger Kreislauf der das Schmerzempfinden immer weiter erhöht.

Aus diesem Schmerzkreislauf
kommt man dann manchmal nur durch eine Verhaltentherapie wieder heraus.

Insofern ist die Aussage ihre Rehaärzte absolut nachvollziehbar - auch wenn Sie dies vielleicht ( aus welchen Gründen auch immer... ) anders sehen.

Wenn Sie jetzt in der Reha einen kleinen grippalen Infekt haben, melden Sie die´s ihrem behandelndem Arzt und Sie werden einige Tage event. mit den Bahandlungen teil- oder ganz aussetzen müssen.

Übergangseld wird für die gesamte Zeit der Reha gezahlt , auch wenn Sie für ein paar wenige Tage nicht am vollen Programm teilnehmen konnten.

Alles Gute.

von
hubsi

Auskenner hat recht. Ich war jahrelang bei einem niedergelassenen Schmerztherapeuten in Behandlung (Bandscheibenvorfall, also was Nachweisbares). Der schickte mich wie die meisten seiner Patienten begleitend zum Psychotherapeuten zwecks Verhaltenstherapie (Umgang mit Schmerzzuständen) und Erlernen von Entspannungstechniken.
Welche Fachrichtung bräuchten Sie denn Ihrer Meinung nach?

von
Auskenner

Das Problem ist ja, das leider viele Schmerzpatienten
gar nicht wissen, wissen wollen und dann auch nicht akzeptieren wollen, das Sie psychisch erkrankt sind und die Schmerzen sich in aller erster Linie aus der psychischen Erkrankung ergeben oder dadurch massiv verstärkt werden.

Natürlich gibt es auch Schmerzen die klar eine eindeutige körperliche Ursache haben und dann aufgrund der Dauer und Heftigkeit eine psychische Erkrankung
( z.B. eine Depression ) noch zusätzlich auslösen.

Allerdings ist es eben auch sehr sehr häufig genau umgekehrt der Fall.

Das heisst , bei lang andauernden Schmerzen ist es immer geboten die psychiatrische Komponente bei einem Facharzt abzuklären.

Dies zu erkennen ist nicht einfach und manch ein Erkrankter will dies auch einfach nicht wahrhaben, das die Ursache und Heftigkeit der Schmerzen rein psychische Ursachen hat.

Und genau für solche Fälle ist eine psycho-somatische Reha gedacht !

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sam,

das ist ein Problem, bei dem wir hier im Forum leider kaum weiter helfen können - das können Sie nur mit den Ärzten vor Ort klären.

Aus der Ferne betrachtet würde ich "Auskenner" und "hubsi" zustimmen wollen - der Sozialmedizinscihe Dienst des RV-Trägers hat sich sicher nicht ohne Überlegung für diese Art der Reha entschieden. Und ohne mich jetzt als medizinischer Laie allzu sehr aus dem Fenster lehnen zu wollen, aber zumindest bei der Diagnose "Fibromyalgie" scheint mir die psychosomatische Ausrichtung doch nicht so verkehrt, oder?

Ich möchte Ihnen auf jeden Fall empfehlen, die Angebote in der Reha wahrzunehmen und sich auf die Argumentation der Ärzte einzulassen. Es ist doch zumindest ein Versuch, Ihre Leiden auf diese Weise zu lindern und den sollten Sie nicht ungenutzt lassen.

Alles Gute!

von
Sabine Friese

Ich befinde mich zur Zeit in einer Reha-Kur im Seehof Teltow.
Leider musste ich feststellen, dass die Deutsche Rentenversicherung bei Anreise mit dem PKW nur 0,20 € pro gefahrenen Kilometer vom Heimatort zum Leistungsort (Hin- und Rückfahrt) bezahlt. Früher waren dieses 0,40 €. pro Kilometer. Nun ist der Sachverhalt aber dieser, dass bei Anreise mit der Bahn die vollständigen Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt erstattet werden. Mein Mann, der mich zu Ihrem Leistungsort fuhr und wieder abholt, hatte sogar die 4-fachen Ausgaben, so wäre ich besser daran gewesen, selbst zu fahren. Ich empfinde mich als zahlender Rentenversicherungs-AN damit nicht gleichgestellt in der Leistungsrückerstattung.

Ich bitte Sie, um eine mir gesetzlich verständliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Friese

Ich befinde mich zur Zeit in einer Reha-Kur im Seehof Teltow.
Leider musste ich feststellen, dass die Deutsche Rentenversicherung bei Anreise mit dem PKW nur 0,20 € pro gefahrenen Kilometer vom Heimatort zum Leistungsort (Hin- und Rückfahrt) bezahlt. früher waren dieses 0,40 €. Nun ist der Sachverhalt aber dieser, dass bei Anreise mit der Bahn, sowohl die vollständigen Fahrtkosten für Hin- und Rückfahrt erstattet werden. Nun hatte ja mein Mann, der mich zu Ihrem Leistungsort fuhr und wieder abholt sogar die 4- fachen Ausgaben, so wäre ich besser daran gewesen selbst zu fahren. Ich empfinde mich als zahlender Rentenversicherungs-AN, damit nicht gleichgestellt in der Leistungsrückerstattung.

Ich bitte Sie um eine mir gesetzlich verständlichen Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Friese

von
B´son

Auf welche Frage hätten sie den gerne eine Antwort ?

von
Auskenner

Das wussten Sie doch aber alles schon VOR Rehaantritt.

Wird ja auch in den Rehaunterlagen extra daraufhingewiesen, was wie an Anfahrtskosten erstattet wird.

Warum Sind Sie also dann nicht mit der Bahn zu ihrem rehort gefahren ?

Das wäre ja dann ganz umsonst gewesen.

Sie hatten ja diese Möglichkeit, haben Sie nicht genutzt , sondern sich von ihrem Mann per Auto zur Rehaklinik hinbringen lassen.

Das Sie dafür nicht die kompletten Kosten ersetzt bekommt wussten Sie doch.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sabine Friese,

die von Ihnen beschriebene Änderung beruht auf einer Änderung des anzuwendenden Rechts:

Altes Recht - gültig bis 04.08.09:

Bei Benutzung eines privateigenen Kraftfahrzeuges ist als Fahrkosten eine Entfernungspauschale nach § 53 Abs.4 SGB IX zu leisten. Bei einer erforderlichen auswärtigen Unterbringung ist für die An- und Abreise nach § 53 Abs. 2 SGB IX eine Entfernungspauschale von 0,40 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen dem Ort des eigenen Hausstands und dem Ort der Ausführung der Leistung (Reha-Klinik) anzusetzen. Sind sie z. B. 100 km hin und 100 km zurück gefahren, wird Ihnen nur für die einfache Wegstrecke eine Entfernungspauschale in Höhe von 40,00 EUR (100 km einfache Strecke X 0,40 EUR) gezahlt.

Neues Recht - gültig ab 05.08.09:

Bei Benutzung eines Kraftfahrzeuges werden für alle ab 05.08.2009 beginnenden Leistungen zur Teilhabe Fahrkosten in Höhe der Wegstreckenentschädigung nach § 5 Abs. 1 des Bundesreisekostengesetzes (BRKG) übernommen. Diese beträgt 0,20 Euro je Kilometer zurückgelegter Strecke, höchstens jedoch 130,- Euro.
Bei der Berechnung der Fahrkosten wird nicht mehr die einfache Entfernung zugrunde gelegt, sondern die Kilometerzahl für Hin- und Rückfahrt. Hin- und Rückfahrt werden zusammengerechnet und die Summe auf volle Kilometer abgerundet.

Die Fahrkosten sind bei Benutzung eines Kraftfahrzeuges allerdings begrenzt auf 130,- Euro für die gesamte Reise (Hin- und Rückfahrt). Sind sie z. B. 100 km hin und 100 km zurück gefahren, wird Ihnen für die zurückgelegte Strecke eine Wegstreckenentschädigung in Höhe von 40,00 EUR (200 km einfache Strecke X 0,20 EUR) gezahlt.

Die Reisekosten werden nur dann für eine Begleitperson übernommen, wenn eine Begleitung nach ärztlicher Beurteilung erforderlich ist.