Reha im Zusammenhang eines Antrages zur EMR

von
vivilchen2609

Guten Tag,

bin seit 1 Jahr krankgeschrieben, habe eine Reha beantragt die beim ersten mal abgelehnt (Begrünfundung: Meine EF wird durch die med. Reha nicht gebessert bzw. wiederhergestellt) wurde. Nach meinem Einspruch wurde dieser genehmigt! Aufrgund meiner Krankheit beabsichtige ich eine EM-rente zu beantragen. 50% Schwerbehinderung "G" liegt vor.

Frage 1

Was passiert wenn der REHA-Arzt nach Abschluss der REHA mich gesundschreibt obwohl alle Institutionen bei denen ich mich Vorstellen musste (MDK; Orthopäden ect.) mich mit der Diagnose "Erhebliche Gefährdung der EF liegt vor".
Muss ich dann sofort wieder Arbeiten gehen oder steht erst einmal eine wiedereingliederung an?

Frage 2

Sollte ich trotz allem einen Rentenantrag auf EM-Rente stellen?

Danke im Voraus

von
KSC

Zunächst frage ich mich warum Sie nicht gleich die Rente beantragt haben sondern per Widerspruch um die Reha kämpfen. Wenn Ihre Befürchtungen eintreten haben Sie sich diese durch Ihren Widerspruch selbst eingebrockt. :)

Wie der Rehaarzt Sie entlässt weiß hier keiner, wenn der Sie für arbeitsfähig erklärt, hieße das, dass Sie arbeiten können, es sei denn Ihr Hausarzt schreibt Sie postwendend wieder arbeitsunfähig.
Und ob eine Wiedereingliederung Sinn macht richtet sich nach Ihrer Befindlichkeit.

Und wer arbeitsfähig ist hat arbeiten zu gehen......

von
Volker

Wenn Sie von vorne herein beabsichtigt haben eine EM-Rente zu erhalten, wäre es sicher schlauer gewesen seinerzeit gegen den ablehnenden Rehabescheid keinen Widerspruch einzulegen.

Dann hätten Sie einfach seinerzeit zeitnah einen EM-Antrag der RV vorgelegt und dieser wäre - wahrscheinlich - dann aufgrund der Begründung in der Rehaablehnung auch genehmigt worden.

Sicher sagen kann man das aber nicht, da die RV - z.b. bei weiteren Zweifeln an ihrer EM bzw. um zu klären , ob eine teilw. oder volle EM-Rente in Betracht käme - z.b. auch durchaus noch hätte eine Begutachtung und/oder andere med. Ermittkungen ansetzen können. Was das Ergebnis daraus gewesen wäre bleibt ja auch spekulativ. Insofern ist das alles verschüttete Milch und nicht mehr zu ändern...

Jetzt haben Sie natürlich bei Absolvierung der Reha eben das Problem, das dort eine genaue Einschätzung ihrer Erwerbsfähigkeit vorgenommen wird und diese auch der RV mitgeteilt wird. Natürlich ist das Rehagutachten nicht alleine ausschlaggend ( es werden alle med. Unterlagen berücksichtigt und dann in ihrer Gesamtheit bewertet ! ) , aber so ein Rehagutachten ist eben schon ein sehr wichtiger Teil in der Gesamtbeurteilung.

Was ihre behandelnden Ärzte übrigens hinsichtlich ihrer Erwerbsfähigkeit sagen, sollten Sie nicht auf die Goldwaage legen . Die sagen oft und eben mal schnell , man wäre erwerbsunfähig und die RV sieht das dann aber ganz anders... Die Beurteilung und Entscheidung hierzu obliegt nur alleine dem med. Dienst der RV !

Letztlich müssen Sie jetzt die Reha und das Ergebnis hinsichtlich ihrer EM abwarten und können ja nichts mehr machen. Wenn sich die Rehaärzte ihren Ärzten hinsichtlich der EM anschliessen ist ja alles in Butter.

Wenn die EM-Rente dann u.a. auch aufgrund des Gutachtens abgelehnt wird , müssten Sie halt in den Widerspuch gehen und im Fall der Fälle auch noch vor das Sozialgericht.

In der Zeit des Widerspruchs - und des Sozialgerichtsverfahrens könnten Sie sich dann erstmal weiter krankschreiben lassen - wenn ihr Arzt da weiter mitspeilt ... -
und noch die restliche Zeit ( wohl 6 Monate ) ihres Krankengeldanspruchens " ausnutzen ".

Oder Sie können sich ( sofern Sie ALG I Anspruch haben ) bei der Agentur für Arbeit melden und ALG I beziehen bis ihr EM-Verfahren rechtskräfitg entschieden wurde. Längstens natürlich nur für ihre individuelle ALG I Anpruchsdauer und nicht bis zum St. Nimmerleinstag.

Arbeiten brauchen Sie also nicht wenn Sie das nicht wollen oder können....

Auch einer z.b. vom Arzt vorgeschlagenen Wiedereingliederung in ihr jetziges Arbeitsverhältnis brauchen Sie NICHT zustimmen. Zumal auch ihr Arbeitgeber dieser zustimmen muss. Tut er dies nicht , findet keine WE statt.

Falls eine WE doch absolviert wird, ist natürlich eine aus gesundheitlichen Gründen dann frühzeitig abgebrochene WE in einem laufenden EM-Verfahren für das Verfahren auch nicht unbedingt von Nachteil...( kleiner Tipp am Rande.. )

Spätestens natürlich bei rechtskäftiger EM-Rentenablehnung wird aber wieder " arbeiten " dann Thema werden.

von
vivilchen2609

Hallo Volker,

Danke für Deine Einschätzung die mir im gegesatz zur ersten meinung sehr geholfen hat. EIn Antwort ohne Ironie, einfach und klar!

Nachtrag warum es Rentenantrag kam eigentlich meine KK die meinte ich müsste unbedingt einen Einspruch einlegen! Ok, das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen, da ich nichts zu verbergen oder zu vertuschen habe wird es so kommen wie es kommen muss!

Noch einmal Danke

Gruss

Vivilchen

von
Angelika

Also das kann man nicht verstehen !!!
Sie begeben sich in Widerspruch auf einen ablehnenden Rehabescheid. Dort hat doch die RV geschrieben , das durch eine Reha nichts besser wird!!. Warum haben sie um gottes Willen nicht SOFORT EM- Rente beantragt ???
Aber wenn Sie sich jetzt durch alle Distanzen kämpfen wollen , nur zu .

MFG

von
Volker

@vivlchen hat doch geschrieben , das Sie seinerzeit nur auf Druck der Kasse den Widerspruch eingelegt hat.

Insofern kann man das dann doch zumindest nachvollziehen.
Die Krankenkassen können da ganz schön " Terror " veranstalten, obweil die rein rechtlich natürlich gar keine Möglichkeiten haben jemanden zu einem Widerspruch zu bewegen , geschweige denn dazu zu zwingen.

In so einer Situation ( krank ) und ohne Kenntnisse im Sozialrecht gibt man dann der Kasse doch einfach nach ( die drohen dann ja gleich mit Einstellung der Krankengeldzahlung u.s.w.) und geht den Weg des geringsten Widerstandes. Das dies dann zumindest nicht immer für einen selbst vorteilhaft ist, stellt sich doch dann meistens erst viel später heraus...

von Experte/in Experten-Antwort

Ihre Fragen wurden durch Volker aus meiner Sicht bereits umfassend beantwortet.

von
Claire L.

@Volker:

Jaa, sagen Sie mal, lieber Volker, wo haben Sie sich denn so ein umfangreiches Rentenrechtl. Wissen angeeignet, dass selbst den Experten "in die Knie zwingt"??!

Kann es sein, dass Sie -bevor Sie selbst EM-Rentner wurden- auch bei "dem Verein" tätig waren?

Oder haben Sie sich, um ihre eigene EM-Rente durchzuboxen, selber so fantastisch in die Materie eingelesen?

Liebe Grüße von Ihrem "Fan"
...Claire

von
Volker

Nein, ich hatte nichts mit Rentensachen oder ähnlichem beruflich zu tun. War ganz normaler Industriekaufmann.

Habe dann tatsächlich in meinem EM-Verfahren vor einigen Jahren vieles was ich hier einbringe selbst erlebt und den Rest dann im Internet und auch hier im Forum in den letzten Jahren angelesen.