Reha Maßnahme bewilligt -Arbeitgeberwechsel

von
Koelnmarie

Hallo

vor einigen Wochen habe ich eine Reha beantragt auf Grund von Burn Out Syndromen. Diese ist mir nun bewilligt worden. Einen Antrittstermin von der Klinik (Bad Wildungen) bekomme ich lt. Aussage in ca 8 Wochen. Nun sieht es so aus, dass ich vermutlich genau zu diesem Termin einen neuen Job beginnen werde. Außerdem wird sich auch noch mein Rentenversicherungs Träger (zurzeit Knappschaft BahnSee) ändern, da ich auch die Branche wechsel. Laut der Klinik kann ein Termin vermutlich nicht vorgezogen werden. Was mach ich denn nun? Zum einen möchte ich natürlich meinen neuen Arbeitgeber nicht direkt mit einer Reha Maßnahme konfrontieren (vielleicht nach der Probezeit 6 Monate) und zum Zweiten gibt es Probleme weil sich auch der Rentenversicherungsträger ändert? Wäre toll hier einen Tipp zu bekommen. Danke und Gruß aus Köln

von
Renten-Fachmann

Der Rentenversicherungsträger ändert sich heutzutage nicht mehr. Es bleibt also bis zum Ende aller Zeiten der RV-Träger KBS zuständig.
Und was die Reha betrifft, so ist das Ihre alleinige Entscheidung. Sprechen Sie eventuell mit Ihrem REHA-Berater darüber, ob der Termin auf später verlegt werden kann oder der Antrag zurückgenommen werden muss, wenn Sie lieber die neue Arbeitsstelle antreten wollen.
Haben Sie aber auch im Hinterkopf, was Ihr neuer AG von Ihnen denkt, wenn Sie erst nach der Probezeit mit Ihrem Leiden herausrücken. Vielleicht ist es ehrlicher, eine Arbeitsaufnahme nach der REHA zu vereinbaren; da wiederum könnte aus dem neuen Job nichts werden.
Sie müssen also entscheiden, was ist wichtiger, ein Job oder Reha.

Experten-Antwort

Die Deutsche Rentenversicherung KBS wird auch weiterhin für Sie zuständig sein (§130 SGB VI).

Der Bewilligungsbescheid für Ihre Reha ist grundsätzlich 6 Monate gültig. In diesem Zeitraum haben Sie die Möglichkeit die Reha anzutreten. Sofern Sie keinen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt haben und auch kein Krankengeld beziehen, dürfte der Verschiebung Ihres Aufnahmetermins nichts im Wege stehen. Setzen Sie sich am besten mit Ihrem zuständigen Sachbearbeiter in Verbindung und fragen was zu tun ist. Oft ist auch ein einfacher Telefonanruf direkt bei der Rehaklinik ausreichend um eine solche Angelegenheit zu Regeln.

von
Rold-Peter

Aus der Nummer kommen Sie bezüglich ihres neuen Arbeitgebers nicht raus.

Sagen Sie es ihm gleich zur Arbeitsaufnahme ( oder noch früher ) , das Sie dann gleich zur Reha fahren, weiss er ja dann das Sie erkrankt sind und könnte ihnen dann kündigen ( da Probezeit ) oder Sie erst gar nicht mehr einstellen und den Arbeitsvertrag im Vorfeld schon wieder auflösen.

Absolvieren Sie erst die 6 monatige Probezeit ( halten Sie die gesundheitlich überhaupt durch ? ) und gehen dann zur Reha, könnte ihnen aber auch eine Kündigung ins Haus stehen - unter Einhaltung der gesetzlichen/tariflichen
Kündigungszeit natürlich - die aber nicht sehr lang sein wird....

Kommt halt alleine auf den Arbeitgeber an und wie sozial er gegenüber seinen Angestellten eingestellt ist...

Da es für Sie eine neue und unbekannte Firma ist, werden Sie dies wohl vorab nicht verlässlich einschätzen können.

Ein Kollege von mir hat seinerzeit ( vor 20 jahren ) übrigens auch 1 Woche nach der Arbeitsaufnahme in unserer Firma , eine damals sogar noch 8 ! wöchige Reha angetreten, wusste dies auch schon weit vor Arbeitsaufnahme bei uns und wurde trotzdem nicht gekündigt.

Er machte sich damals genau dieselben Gedanken wie Sie jetzt.

Er wurde zwar - bis heute - nicht gekündigt, bekommt allerdings bis zum heutigen Tage vom Chef bei jeder Gelegenheit diese Sache
" aufs Brot " gechmiert und vorgehalten, wie dankbar er doch sein müsste , das er damals nicht vom ihm gekündigt hätte und so weiter..

Wie gesagt, alles Einzelfall abhängig.

von
Koelnmarie

Hallo Zusammen,

vielen Dank für die Beiträge und Antworten. Ich habe keine Erwerbsminderungsrente gestellt und beziehe auch kein Krankengeld. Ich bin eigentlich auch für Ehrlichkeit und mein potenzieller neuer Arbeitgeber betonte stets man sei sehr familienorientiert und sozial eingestellt. Also je nachdem wann der Eintrittstermin sein wird muss ich entweder den Start dort verschieben oder eben die Reha...nächste Woche werde ich wohl mehr wissen.
Die Burn Out Symptome hängen auch massiv mit meinen jetzigen Arbeitgeber zusammen (Mobbing) und ich denke sobald ich das abschließen kann und mich auf neue Aufgaben konzentriere werde ich sicher zunächst einen Neuanfang machen können. Die Reha möchte ich allerdings als abschließende Verarbeitung dieser unschönen Erfahrung machen wollen.
Danke für die Tipps und den Erfahrungsbericht ;o))

von
MariechenTanz

Ich wünsche Ihnen viel Glück mit Ihrer Gesundheit.
Etwas haben Sie schon, indem die Reha ungewöhnlich zeitnah bewilligt wurde, denn der eigentliche Zweck einer Reha ist doch auch, Kraft und Arbeit(splatz) zu erhalten.
Aus eigener Erfahrung möchte ich dringend davor warnen, Ihre Kraft zu überschätzen und die Reha aufgrund vermeintlich vorrangiger Dinge zu vernachlässigen!
Sie wissen schon annähernd, was ein Burn-Out bedeutet. Spielen Sie nicht mit Ihrem Leben.
Gruß an Köln, den Dom und alles Schöne dort.