REHA mit 63

von
Amigo

Hallo, ich bin schwerbehindert (60%) und werde nächstes Jahr 63. Ich könnte also mit 63 ohne Abzüge in den Ruhestand gehen. Ich fühle mich aber noch ganz fit (bis auf meine chronische Erkrankung) und möchte auch noch weiter arbeiten gehen. Durch meine chronische Krankheit könnte ich nächstes Jahr noch einmal eine REHA (war 2007 in Reha) beantragen. Kann dieser Antrag durch meine Schwerbehinderung und aufgrund meines Alters abgelehnt werden , weil man sich sagt, ich könnte ja in Rente gehen obwohl ich weiterhin arbeiten möchte ? Was passiert, wenn ich nach der REHA nicht weiter arbeiten gehen k a n n ? Muss ich dann an die DRV ein Teil der Maßnahme zahlen ?

von
Rosanna

Hallo Amigo,

da Sie ja niemand ZWINGEN kann, mit 63 in Rente zu gehen, und GRUNDSÄTZLICH das Alter oder eine Schwerbehinderung keinen Einfluss auf eine medizinische Reha-Maßnahme hat, besteht keine Sorge, dass allein AUS DIESEN GRÜNDEN eine Maßnahme abgelehnt wird.

Nur wenn Sie tatsächlich eine Altersrente erhalten würden, bestünde kein Reha-Anspruch durch den RV-Träger.

Natürlich müssen die persönlichen Voraussetzungen vorliegen. Dies ist dann der Fall, wenn die Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder körperlicher , geistiger oder seelischer Behinderung ERHEBLICH GEFÄHRDET IST und bei erheblicher Gefährdung der Erwerbsfähigkeit eine Minderung der EF durch med. oder berufliche Reha-Maßnahmen abgewendet werden kann,
oder
bei geminderter Erwerbsfähigkeit diese durch med. oder berufliche Reha-Maßnahmen wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder hierdurch deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann.

OB diese Voraussetzungen bei der Reha-Antragstellung vorliegen, muß selbstverständlich geprüft werden. Evtl. kann der Reha-Antrag aus medizinischen Gründen auch abgelehnt werden.
Dann können Sie immer noch Widerspruch einlegen.

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Ich habe vergessen, Ihre letzte Frage zu beantworten...

Werden Sie aus einer Reha-Maßnahme arbeitsunfähig entlassen, wird von der DRV geprüft, ob Erwerbsminderung vorliegt oder nicht.

Wenn ja, sollten Sie einen Rentenantrag stellen (kann auch die genannte AR sein).
Wenn nein, erhalten Sie Krankengeld UND können dann auch die AR beantragen. Hat die KK Sie zur Reha-Antragstellung aufgefordert, haben Sie ein eingeschränktes Dispositionsrecht und MÜSSEN Rentenantrag stellen. Wenn nicht, können Sie weiterhin KG beziehen oder weiterarbeiten (wenn es wieder möglich ist).

Zurückzahlen müssen Sie der DRV nichts!!!

Übrigens: Wenn Sie bereits am 16.11.2000 mindestens 50 % schwerbehindert waren, haben Sie bereits ab dem 60. Lebensjahr einen Anspruch auf die ungekürzte AR für schwerbehinderte Menschen.

Ich hoffe, nichts mehr vergessen zu haben. So vorab an alle Eventualitäten zu denken, ist manchmal schon bißchen schwierig. :-))

Frohe Ostern
Rosanna

von Experte/in Experten-Antwort

Nur wenn Sie innerhalb des nächsten halben Jahres vorhaben eine Altersrente mit mehr als 2/3 in Anspruch zu Nehmen oder eine Leistung die regelmäßig bis zur Altersrente gezahlt wird, könnte man die Reha aus DIESEM Grund ablehnen. Ob die Reha geleistet wird oder nicht, muss natürlich im Einzelfall geprüft werden.
Sollten Sie erwerbsgemindert aus der Maßnahme herauskommen, muss natürlich auch hier geprüft werden, ob eine Erwerbsminderungs gezahlt werden kann oder nicht. Rückzahlungen für die Kosten der Reha kämen natürlich in diesem Fall auf Sie nicht zu.