Reha vor Rente

von
jan

Ich habe nach ca. 1 Jahr AU eine von der Krankenkasse " angeordnete" Reha von der DRV bewilligt bekommen und warte jetzt auf einen Aufnahmetermin.

Mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert und ich ( 59 J.) will eigentlich eine EU-Rente beantragen und sehe in einer Reha nicht wirklich einen Sinn, da ich auch schon einige davon hinter mir habe.

Die behandelnden Aerzte sehen das genauso.

Sollte ich also mit der DRV ?, der Krankenkasse...? auf jeden Fall Kontakt aufnehmen- oder die Reha trotzdem antreten, da auf jeden Fall Reha vor Rente gilt?
Was passiert, wenn ich jetzt einen EU-Rentenantrag stelle?
Ic h moechte da nicht zwischen irgendwelchen Stuehlen landen-also was waere der " korrekte" Weg?

von
Klemens

Da Sie von der Krankenkasse zur Rehaantragstellung aufgefordert wurden, sind Sie nicht mehr selbst Herr des Verfahrens und müssen alle geplanten Schritte vorher mit der Krankenkasse abstimmen bzw. sich deren Zustimmung dazu einholen !

Eine eigenmächtige Rehaabsage ist also auf gar keinen Fall mehr drin, da sonst die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes mit absoluter Sicherheit dann sofort einstellen wird.

Eine Zustimmung zur Absage der Reha werden Sie sicherlich von ihrer Kasse jetzt und zu diesem Zeitpunkt - wo die Reha ja kurz bevor steht - zu 100% nicht mehr bekommen.

In der Reha wird dann eine sozial-med-. Prognose hinsichtlich ihrer Erwerbsfähigkeit erstellt und nach dessen Ergebnis dann eventuell eine EM-Rente zuerkannt werden.

Natürlich können Sie theoretisch und auch praktisch jetzt noch kurz vor der Reha noch einen EM-Antrag stellen. Die RV wird diesen aber mit Sicherheit erst weiter bearbeiten bzw. eine Entscheidung dazu treffen ,wenn Sie die Reha absolviert und das Ergebnis vorliegt.

Eine Reha ist nämlich auch und gerade dazu da eine eventuell vorhandene Erwerbsminderung festzustellen und dient nicht in erster Linie ihrer Gesundheit !

Insofern wäre es event. besser gewesen, rechtzeitig selbst einen EM-Antrag zu stellen, als auf die Aufforderung dazu der Kasse zu warten und damit nicht mehr selbst das Verfahren in der Hand zu haben.

Dann wäre ihnen die Reha - womöglich - erspart geblieben und gleich eine EM-Rente zuerkannt worden.

Aber das ist alles nur Spekulation, da niemand hier ihren med. Einzelfall kennt und beurteilen kann

Zumal natürlich ihr Krankengeld sicher höher sein wird als die zu erwartende EM-Rente , ist eine zu frühe EM-Antragstellung natürlich auch aus finanziellen Erwägungungen nicht gut...

Absolvieren Sie jetzt die Reha und alles weitere wird sich dann aus dessen Ergebnis ergeben.

Das Sie übrigens eine Reha genehmigt bekommen haben spricht nicht unbedingt dafür das Sie - zumindest zu dem Zeitpunkt - bereits waren bzw. sind.
Eine Reha wird nämlich nur dann von der RV aus Kostengründen genehmigt , wenn dadurch eine EM abgewendet werden kann oder eine bereits bestehende EM beseitigt werden kann.

Wenn also beim Rehaantragsverfahren und deren med. Prüfung bereits ersichtlich ist, das jemand schon EM ist und eine Reha hinsichtlich Besserung da nichts mehr bringen würde, wird erst gar keine Reha mehr genehmigt sondern gleich eine EM-Rente zuerkannt.

von
-_-

Zitiert von: jan

Was passiert, wenn ich jetzt einen EU-Rentenantrag stelle?

Einen Rentenantrag können Sie jederzeit stellen, auch wenn bereits ein Reha-Antrag vorliegt. Wie über den Rentenantrag entschieden oder ob der bis nach der Reha zurückgestellt wird, entscheidet die Deutsche Rentenversicherung individuell.

Experten-Antwort

Hallo jan,
wie Klemens schon geschrieben hat, werden Sie die Reha wohl durchführen müssen, da die Krankenkasse Sie dazu aufgefordert hat und diese Ihnen ansonsten das Krankengeld einstellen wird. Nach der Reha wird Ihre Erwerbsfähigkeit dann überprüft. Sollten Sie nach Beurteilung der Ärzte dann erwerbsgemindert sein, wird Ihr Rehaantrag ohnehin in einen Rentenantrag umgedeutet, das heißt Ihr Rehaantrag gilt als Rentenantrag. Sie brauchen dann also nicht gesondert einen Rentenantrag stellen.
Führen Sie die Reha erst mal durch und warten Sie ab. Viel Glück!