Reha wegen Kind abfgebrochen

von
Freundin

Meine Freundin ist seit Januar krankgeschreiben. Jetzt hat sie über Ihre Psychaterin eine Mutter-Kind Kur beantragt. Bewilligt wurde aber eine Reha Maßnahme. Nachträglich wurde Ihr Sohn(1,5 Jahre) mit aufgenommen.
Sie sollte 6 Wochen zur Reha.
Im diesem KKH war es so schlimm, dass Sie nach 24 Std. wieder los ist.
Beide mußten um 6 aufstehen, frühstücken und dann sollte er zwischen Ihren Behandlungen immer wieder in die Kita.
Es durfte kein Essen im Zimmer sein- er muss zwischendurch essen- und kein trinken da.
mußte so immer 3 Stockwerke tiefer zum Automaten.
Mit Kind natürlich.
Der Kleine hat den ganzen Tag nur geheult.
Ihre Betreuerin hat gefragt ob sie auch wußten das der kleine mitkommt. Es war nicht sehr viel zum Spielen dort.
Außerdem liefen in der Klinik Drogenkrnake, Alkeholiker und Selbstmordgefährdete rum.

Sie ist wie gesagt nach Hause gefahren, hat mit allen dort geredet und keiner hat sie aufgehalten.
im Abschlußbericht steht weiter Arbeitsunfähig. Die Krankenkasse droht jetzt damit Ihr kein Krankengeld zu zahlen. Geht das so einfach?

Sie ist jetzt noch schlimmer dran als vor dem Tag Reha.

von
Birdie

Hallo Freundin,

'so einfach' geht das sicherlich nicht, aber grundsätzlich ist das möglich, wenn Ihrer Freundin der Abbruch als 'mangelnde Mitwirkung' ausgelegt wird.

Aus den geschilderten Umständen wird zweierlei deutlich: Zum einen waren die Rahmenbedingungen der bewilligten Maßnahme sicherlich nicht ideal für die Mitnahme eines 1,5jährigen Kindes. Zum anderen zeigt aber das Vorhandensein eine KiTa, dass die Behandlungsstätte grundsätzlich auf solche Fälle vorbereitet ist.

Ihre Freundin sollte das persönliche Gespräch mit der Kasse suchen und gemeinsam mit denen nach Lösungen suchen.

von
Corletto

Der Fehler ist natürlich hier schon im Vorfeld dahingehend passiert, das statt der beantragten und wohl auch medizinisch notwendigen Mutter und Kind Kur , eine " normale " Rehamassnahme von ihrer Freundin scheinbar einfach so akzeptiert wurde.

Verstehe die behandelnde Psychiaterin auch nicht, warum die diese " normale " Reha nicht sofort abgelehnt hat und auch auf eine Mutter und Kind Kur - aus medizinischen Gründen ! - bestanden hat und ihre Freundin dahingehend auch unterstützt hat..

Grundsätzlich eine Rehamassnahme schon nach nur 24 Stunden !! abzubrechen, sehe ich aber schon als sehr sehr problematisch an.

Vor allem wenn dies nicht klar und eindeutig und MIT Zustimmung der Rehaärzte erfolgt ist . Dies wird dann im Abschlußbericht auch so stehen, das die Reha eigenmächtig abgebrochen wurde ( mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen .. )

Eigentlich ist es absolut nicht möglich - nach so kurzer Zeit -
sich ein Gesamtbild einer Rehaklinik und vor allem der dort angewendeten Therapien und Anwendungen zu machen und ich denke, diese relativ " kleinen " Probleme mit dem Essen und Trinken des Kindes hätten sich doch bestimmt regeln lassen und ist kein Grund für einen Rehaabruch nach 24 Stunden....

Und das Kind während der Behandlungszeiten ( Gespräche mit dem Psychiater etc. ) der Mutter in die Kita muß und nicht anwesend sein kann bzw. darf , dürfte doch wohl auch allen klar sein.

Der so frühzeitige Abbruch deutet - bei aller zurückhaltung - doch daraufhin, das diese Reha schon mit einer sehr negativen Einstellung überhaupt angetreten wurde.

Entweder weil ihre Freundin nicht die gewünchte Mutter und Kind Kur erhalten hat oder - was ich persönlich für wahrscheinlicher halte - der Abbruch aufgrund ihrer psychiatrischen Erkrankung erfolgt ist.

Das die Krankenkasse jetzt natürlich mit der Einstellung der KK-Geld Zahlung droht, ist natürlich aus deren Sichtweise verständlich und absolut nicht unüblich.

Sie sollten hier auf jeden Fall
schrifttlich dagegen sofort Widerspruch einlegen und die Umstände des Abbruches schildern ( am besten auch gleich ein ärztliches Attest der Pychiaterin beilegen, die die Gründe des Abbruches aus Krankheitsgründen untermauert ! )

Es wäre nicht sehr klug, hier das wohlbefinden des Kindes als Grund für den Rehaabbruch anzugeben, sondern die Abbruchsbegündung sollte sich in aller erster Linie auf die psychiatrische Erkrankung beziehen.

Ob die KK dann weiter KK-Geld zahlt oder es wirklich einstellt , kann niemand natürlich im Voraus sagen.

Sollte die Krankengeldzahlung wirklich eingestellt werden, würde ich in jedem Falle Sozialanwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

von
Freundin

Die Psychologin hatte sie in der Antragsphase nur darauf hingewiesen, dass der Kleine nicht mit angemeldet war und er noch nachgetragen werden mußte.
Aber das es eine Reha ist und wird wurde nie gesagt. Es hieß immer :Mutter-Kind-Kur.

Die KK hat sich noch nicht gemeldet.
Kann man das noch ändern auf
Mutter-Kind Kur bzw. auf amulante Reha?

Ihre Pychologin hilft auch nicht sehr weiter.
Im Vorfeld ist nicht viel passiert.
Sollte Sie diese noch wechseln?

Danke Corletto für den Tip-
werden alles schriftlich Einreichen, mal sehen ob Ihre Pychologin da mitmacht- falls sie kurzfristig da ein Termin bekommt.

von
Corletto

In ihrem ersten Posting schrieben Sie von der behandelnden Psychiaterin - jetzt von einer Psychologin.

Das ist insofern ein grosser Unterschied, da eine Psychiaterin eine Ärztin ist und eine Psychologin meitens nicht.

Atteste/Bericht von Ärzten haben - leider - eine weitaus grössere Wertschätzung und Anerkennung bei den Krankénkassen/Rentenversicherungen in solchen Verfahren , als welche von nicht ärztlichen Therapeuten wie eben Pyschologen.

Hoffe für ihre Freundin, das Sie also bei einer Psychiaterin in Behandlung ist...

Wenn die Krankenkasse die Einstellung der KK-Geldes bisher nur mündlich angedroht hat, hat dies keinerlei rechtliche Bedeutung, da so eine schwerwiegende Entscheidung immer schriftlich
dem Patienten zuugestellt werden muß ( mit Rechtsbehelfsbelehrung, Fristen für den Widerspruch etc. )

Hier sollte mann also abwarten bis was schriftliches kommt.

Dann jedoch sofort darauf antworten und Widerspruch gegen den Einstellungsbescheid einlegen ( eben dann auch gleich mit einem ärztlichen Attest )

Und natürlich würde ich jetzt auch gleich einen neuen Antrag auf eine Mutter und Kind Kur stellen, denn die KK weiß ja jetzt nun wohl auch , das die Entscheidung für eine " normale " Rehamassnahme wohl nicht so ganz glücklich war.

p.s.
Weigert sich die Psychiaterin/Psychologin ein Attest auszustellen, denke ich ist ihre Freundin dort nicht besonders gut aufgehoben...

von
Freundin

Es ist eine Psychaterin nicht Psychologin. Habe nachgefragt.
Wir schauen mal ob Sie nicht eine neue bekommen kann.

werden auch ein Antrag auf Mutter-Kind-kur stellen.

Sie ist jetzt schon etwas beruhigter. Habe ihr deine Hinweise eben vorgelesen.
Danke

von
Corletto

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