Rehaabbruch möglich und Folgen?

von
Unbekannt

Ich schreibe hier für meinen Bruder. Er hatte sich bei einem Autounfall vor 4 Monaten eine komplizierte Knieverletzung zugezogen, die mehrfach operiert werden musste. Außerdem besteht bei ihm eine bestimmte Migräneform, welche schwer zu diagnostizieren und auch jahrelang schwer zu behandeln war. Mittlerweile ist er aber shr gut medikamentös einegstellt und hat fast gar keine Anfälle mehr. Damit er nach seiner Knieverletzung schneller wieder arbeiten kann, hat er nach Rücksprache mit seinem Arzt eine Reha beantragt. Diese wurde nach langem hin- und her auch genehmigt. Zwar ist er nicht in die Wunschklinik seiner Ärzte gekommen, aber er dachte sich, dass die Klinik wohl sorgfältig ausgewählt wurde und er dort auch gut aufgehoben ist. Nun ist er seit 10 Tagen dort und sehr unzufrieden mit der Behandlung. Zunächst einmal hat er nicht jeden Tag Therapien für sein Knie, sondern nur alle 2 Tage und dann auch nur 30 Minuten. Die restliche Zeit soll er an Rheumaschulungen, Therapien an Geräten und Nordic Walking teilnehmen. Er geht allerdings immer noch an Krücken, wobei er gehofft hat, diese in der Reha loszuwerden. Die Therapeuten sagen, dass dazu die Behandlungszeiten natürlich nicht ausreichen. Auch die Gruppentherapie an Geräten kann er nicht mitmachen. Dies sehen die Therapeuten auch so und er kann nur zu sehen. Rheuma hat er definitiv nicht. Ein Gespräch mit dem Sationsarzt hat auch nichts genützt. Die Therapiepläne werden von der Klinikleitung (Chefarzt) vorgegeben und weder die andren Ärzte noch die Therapeuten können etwas ändern. Das haben ihm andere Patienten auch bestätigt. Den Chefarzt hat er selber noch nie geshen.
Die Pläne werden immer freitags gemacht und er hat heute einen neuen Plan bekommen, der genauso ist wie der alte. Daraufhin hat er versucht ein Gespräch mit der Klinikleitung zu suchen, aber vom Vorzimmer hieß es nur der Plan wäre doch vollkommen in Ordnung und ein Gesprächstermin wäre erst in zwei Wochen frei. Hinzu kommt, dass man ihm gleich bei der Aufnahme alle Medikamente abgenommen hat. Auch die Diagnose seiner Migräne wurde in Frage gestellt und seine Prophylaxemedikamente wurden umgestellt, so dass er wieder vermehrt Anfälle hat.
Nun hat er bei der RV angerufen, ob er die eha abbrechen kann. Sein Berater ist allerdings im Moment krank und der Vertreter, sagte nur ein Abbruch sein generell nicht möglich. Auch bei der KV hat er nachgefragt, da die ja das Krankengeld zahlen. Die Sachbearbeiterin da sagt, dass ein Abbruch in seinem Fall sehr wohl möglich sei, und dass die RV dann eine neue Klinik aussuchen müsste.
Ich selber hatte eine ähnlich Situation vor 3 Jahren, allerdings lief die Reha über die BG und die haben sich sofort um eine neue Klinik bemüht.
Jetzt ist meine Frage, darf man eine Reha über die RV wirklich nicht ebbrechen? Und falls doch, welche Folgen hätte das? Die Dame vom Qualitätsmanagement der Rehaklinik meinte, dann müsste mein Bruder die Rehakosten voll zahlen, das Krankengeld würde gestrichen und er müsste auch gleich wieder arbeiten gehen.

Experten-Antwort

Hallo Unbekannt,

bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir in diesem Forum keine Entscheidung zu einem Einzelfall treffen können.

Bitte setzen Sie sich zur Lösung des individuellen Falles direkt mit dem betreffenden Rentenversicherungsträger (bei Eilbedürftigkeit z.B. auch persönlich oder im Normallfall schriftlich in Verbindung). Auch können wir die möglichen Konsequenzen für Ihren Bruder nicht aufzeigen, da wir die Details im Einzelfall nicht kennen und in diesem Forum aus Gründen des Datenschutzes auch nicht weiter einschätzen könnten. Die Gründe für eine vorzeitige Beendigung einer Reha-Maßnahme können sehr unterschiedlich sein und stellen sich generell unterschiedlich dar. Eine Rückforderung einer erbrachten Leistungen ist grundsätzlich zwar nicht ausgeschlossen, würde aber nur bei gravierendem Verschulden des Patienten/Versicherten geprüft.

von
User

Also: die Kosten für die Reha muss ihr Bruder in keinem Fall selbst übernehmen, auch wenn er abbricht!

Ein Abbruch ist mit Absprache mit der Rehaklinik immer möglich. Die Folgen? Die Reha geht dann nur bis zum Abbruchtag. Das Übergangsgeld wird dann mit diesem Tag eingestellt.

Ob dann eine neuen Klinik gesucht wird, oder ob ihr Bruder einen neuen Antrag stellen muss für eine neue Reha in einer anderen Reha, ist glaube ich Auslegungssache des RV-Trägers, da unterscheidet sich die Bearbeitungsweise.

Also ihr Bruder soll mit seinem Arzt dort sprechen, dann kann er die Reha abbrechen. Der RV kann er dann sagen dass er die Reha in einer neuen Klinik durchführen möchte, die werden ihm dann schon sagen ob er nen neuen Antrag braucht oder ob die gleich ne neuen Klinik aussuchen.

von
Nix

Ihr Bruder sollte sich unverzüglich mit dem Stationsarzt verständigen und die Reha abbrechen. Finanzielle Nachteile hierdurch entstehen ihm nicht. Übergangsgeld wird bis zum letzten Tag der Maßnahme(Abbruchtag) gezahlt.
Danach sollte er sich unverzüglich bei der Krankenkasse melden und Krankengeld beantragen.
Dafür benötigt er die Verdienstbescheinigung, aus welcher das Übergangsgeld berechnet wurde, falls er vor der Reha kein Krankengeld, sondern ggf. nur Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber erhalten hat.(das sei hier sicherheitshalber erwähnt).

Er kann jederzeit eine neue Reha beantragen oder direkt nach dem Abbruch sich an den RV-Träger wenden und eine neue Reha in einem anderem - geeigneten- Haus/Rehaklinik beantragen.

Viele Grüße
Nix

von
Unbekannt

Danke für die Antworten. Am Wochenende haben wir meinen Bruder besucht. Seine Knieschmerzen haben sich deutlich verschlimmert. Natürlich war am Wochenende kein Arzt zu sprechen und Anwendungen fanden gar nicht statt. Mein anderer Bruder ist noch da geblieben und hat mit ihm heute stundenlang gewartet bis sie mit dem Oberarzt sprechen konnten. Nach langen Diskussionen und mit Hilfe der Patientinbeauftragten hat er dann einem Rehaabruch aus medizinischen Gründen zugestimmt. Da der Chefarzt in den nächsten 3 Tagen nicht da ist, hat er gleich einen entlassungsbrief fertig gemacht. Mit der KV haben sie auch gesprochen und die waren auch einverstanden. Allerdings stellt sich der Sachbearbeiter von der RV noch quer. Er meinte, ein Abbruch sei nicht so einfach möglich und der Chefarzt müsste dies schon entscheiden. Sie haben ihm dann zwar mitgeteilt, dass dieser nicht da ist und der Oberarzt hat ihm das ganze auch noch mal dagelegt, aber er blieb stur. Die beiden fahren jetzt aber nach Hause. Der oberarzt hat sich sogar so einsichtig gezeigt, dass er in seinem Schreiben empfiehlt die Reha in einer anderen Klinik, welche eher auf Knie spezialisiert ist, nachzuholen.
Morgen fahr ich dann mit meinem Bruder zu seinem Arzt und zu der RV-Beratungsstelle hier in der Nähe. Die sind zwar nicht für die Bearbeitung seiner Anträge zuständig, aber auf Anraten meiner Kollegin hab ich mich heute schon mal mit denen in Verbindung gesetzt. Sie wollen ihm helfen mit seinem Schaverständigen über das weitere Vorgehen zu sprechen.