Rehabeginn verschieben

von
GKS

Ich bin Vollzeit berufstätig. War und bin auch nicht krankgeschrieben. Nach dem überraschenden Tod meines Manns vor drei Monaten habe ich therapeutische Hilfe in Anspruch genommen und dieser möchte dass ich eine psychosomatische Reha mache. Ich denke auch dass diese mir gut tut, auch wenn ich mich im Alltag jetzt gut organisiert habe und einen großen, helfenden Freundeskreis habe, so hat mich der Tod meines Mannes doch sehr stark getroffen und erschüttert.

Als wir gemeinsam die Reha beantragt haben, bin ich von einem Zeitraum von ca. drei Wochen ausgegangen. Dieser Zeitraum ist für mich planbar, auch arbeitstechnisch. Jetzt ist heute der Bescheid gekommen und zwar über 5 Wochen!

Ich bin jetzt total schockiert. Zum einen weiß ich nicht, wann in absehbarer Zeit fünf Wochen am Stück möglich sein sollen. Der wichtigste Punkt ist aber, dass mir eine solch lange Abwesenheit von zu Hause gerade sehr viel Angst macht. Mein AG wird mir keine Steine in den Weg legen.

Ich habe Ende November einen besuch bei der Familie meines Mannes geplant, alles ist organisiert, ich möchte versuchen den Kontakt zu halten. Sie freuen sich. Ein wichtiger Schritt für mich. Danach wäre ein rehaantritt möglich, aber maximal für drei Wochen. Heiligabend fliege ich nämlich in einen viertägigen Kurzurlaub - wie der Therapeut es mir empfohlen hat, habe ich die Feiertage verplant (und hatte die DRV auch darüner informiert). Um fünf Wochen zusammenhängend auf reha zu gehen, könnte ich also frühestens Ende Dezember die Reha antreten.

Auch organisatorisch gibt es ein problem - ich habe eine Schäferhündin, für die ich nach dem Tode meines Mannes alleine verantwortlich bin. Für die geplanten drei Wochen kann ich sie zu meinen Eltern geben, aber nicht für fünf Wochen.

Daher meine Frage: Kann ich soweit Einfluss auf den Beginn der Reha nehmen, dass ich erst Ende Dezember gehe? Oder diese erst einmal auf drei Wochen verkürzen? Ein zeitraum, der auch organisatorisch in Ordnung ist? Ich weiß, dass ich die Reha brauche und mir die gut tun wird in der Trauerbewältigung, aber fünf Wochen sind sicher gut gemeint, aber für mich kaum realisierbar. Meine Hausärztin war auch erstaunt.

Was mache ich jetzt? ich weiß, dass mir das gut tun würde, aber fünf Wochen sind mir definitiv zu viel. Ich könnte gerade weinen.

Ich möchte am liebsten alles absagen aber was passiert dann...

von
Hannes

Hallo GKS,

Es sollte kein Problem sein die Reha zu verschieben.
Es ist aber so das es eigentlich eine Mindestdauer von 5 Wochen gibt im Psychosomatischen Bereich. Es ist sogar eher so das man auf 6-10 Wochen verlängert.
Und glauben sie mir, sie brauchen die Zeit!
Wenn es irgendwie möglich ist versuchen sie einen Platz für ihren Hund zu finden.
Es tut ihnen sicher sehr gut alles zu verarbeiten und eine Auszeit von 5 Wochen ist schnell vorbei.
Falls sie der Meinung sind sie kommen dort nicht zu Recht, können sie jederzeit ohne Konsequenzen die Reha abbrechen.
Ich wünsche ihnen alles Gute und würde mich im Vorfeld mit der Rehaeinrichtung telefonisch beraten was terminlich möglich ist. Denke aber wenn sie erfolgreich sein soll sind die 5 Wochen schon erforderlich.

von
GKS

Hallo Hannes,

danke für die Antwort. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie eine Reha hatte und ich daher nicht wusste, dass eine psychosomatische Reha soviel länger dauert. Nach der (missglückten) OP sollte mein Mann auf Reha gehen und wir hatten eine gemeinsame Reha beantragt, eben weil mich das ganze auch sehr belastet hat (mein Mann war seit 2 Jahren an der Dialyse, die letzten zwei Jahre waren nicht leicht). Damals waren wir von drei Wochen ausgegangen.

Nach dem Tod wurde mein Rehaantrag für die gemeinsame Reha zurückgezogen. Dann brachte der Therapeut das Thema psychosomatische Reha auf den Plan und ich bin immer davon ausgegangen, dass die Zeiten dieselben sind (und habe das auch nicht angesprochen). Wie gesagt habe ich selber keine Rehaerfahrung.

Ich will auch nicht undankbar sein - ich bin sehr dankbar, dass die Rentenkasse mir die Reha genehmigt hat. Nur die Dauer schockiert mich. Ich werde kommende Woche mit dem Therapeuten sprechen. Prompt kann ich jetzt vor Dienstag wegen des anstehenden Feiertags auch niemanden erreichen.

von
Hannes

Hallo GKS,
Ja da gibs Unterschiede.
Die Regel bei ner ortophädischen Reha sind 3 Wochen plus etwaige Verlängerung und bei der
Psychosomatischen halt 5 Wochen plus etwaige Verlängerung.
Aber machen sie sich keinen Kopf, sie werden ja zu nix gezwungen und man kann viel im Vorfeld
mit der Rehaeinrichtung abklären......abreisen können sie jederzeit!!
Ich hatte auch erst Bedenken und hab dann auf 10 Wochen verlängert, was vorher für mich unverstellbar war.
Hatte Gott sei Dank auch gute Freunde die sich um die Wohnung usw gekümmert haben.

Viel Erfolg und alles Gute!!

von
Ria

Hallo GKS würde wie Hannes sagt die Zeit versuchen zu planen,
wird Dir gut tun und benötigt einfach auch mehr Zeit.Da ich Jahrzehnte im Rehabereich
Neurologie und Psychosomatik arbeitete kann ich sagen 5 bis 7 Wochen in Deinem Fall kann man planen ,wobei Du aber frei entscheiden kannst.Neurologie ist meist deutlich kürzer begonnen in der Regel mit 3 Wochen.
Wünsche Dir alles Gute,Ria

von
Ria

Nochmal, kurzfristige Verschiebungen dürften nach Absprache
mit RV und Klinik kein Problem sein.
Gruß, Ria

Experten-Antwort

Hallo GKS,

wie bereits ausgeführt worden ist, beträgt die Regeldauer bei einer psychosomatischen Reha 5 Wochen. Bitte setzen Sie sich zwecks Terminabsprache mit der Klinik in Verbindung.