Rehaentlassungsbericht nur an Arzt?

von
Dieter

Eine Freundin von mir war in einer psychosomatischen Reha. Den Bericht forderte sie von der DRV an. Die verweigert die Herausgabe an Sie mit der Begründung, man könne ihn nur an einen Arzt ihres Vertrauens schicken.

Auch wenn unangenehme Dinge für sie drinnenstehen könnten, möchte sie diesen Bericht haben. Kann die DRV die Herausgabe an sie verweigern? Was tun? RA einschalten?

Gruss Dieter

von
-_-

Bei problematischen Diagnosen wird man zum Schutz des Patienten die Übermittlung nur an den behandelnden Arzt vornehmen. Diese Vorgehensweise ist auch ausdrücklich durch § 25 Abs. 2 SGB 10 gedeckt.

Nähere Informationen zu § 25 Sozialgesetzbuch 10 finden Sie unter

http://bundesrecht.juris.de/sgb_10/__25.html

und unter

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB10_25R3.1

von
Corletto

Offensichtlich scheint die RV der Meinung zu sein , das ihre Freundin derzeit zu krank ist, um den Bericht richtig verstehen , einschätzen und werten zu können.

Ob diese Einschätzung gerechtfertig ist, lässt sich natürlich ohne Kenntnis der Erkrankung und des Einzelfalles nicht sagen.

Es gibt aber sicherlich in dieser Hinsicht sehr häufig Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Patienten und der Rentenversicherung.

Gerade bei psychiatrischen Rehaberichten ist dies oft der Fall und die Kenntnis des Berichtes KÖNNTE für den Patienten gefährlich sein und ihn zu falschen bis fatalen Schlußfolgerungen anleiten.

Darum wird so ein Bericht dann - auf Wunsch - dem behandelndem Arzt zugesandt, der wiederum diesen Bericht dem Patienten in aller Ruhe , verständlich und vor allem dem aktuellen Gesundheitszustand angemessen erklären wird.

Ob allerdings der Arzt dann eine Kopie des Rehaberichtes dem Patienten aushändigen wird, liegt alleine im Ermessen des Arztes und an dem aktuellen Gesundheitszustand des Patienten und dessen ärztlicher Einschätzung.

Im Zweifel und bei Gefährdung der Patientin wird der Arzt den Bericht nicht in Kopie aushändigen !

Da die RV die Herausgabe des Rehaberichtes ja bereits verweigert hat, wird ihnen wirklich nur der Weg über einen Rechtsanwalt oder dem VDK/SoVD übrig bleiben.

Diese werden den Rehabericht auf jeden Fall dann erhalten und ihrer Freundin dann auch zukommen lassen.

Also wenn man den Rehabericht wirklich haben will, bekommt man ihn auch.

von
Ajax

Wenn der Reha-Bericht "unter Verschluss" ist, wird der behandelnde Arzt ihn auch nicht in Kopie aushändigen.

von
Dieter

Danke für die Antworten.

Der Bericht wird u.a. zur Vorlage bei einer Behörde wegen schon vorhandener Schwerbehinderung und weiterer Versorgungsleistungen benötigt. Und sie will selbst bestimmen, was sie an wen weiterleitet oder nicht.

Gruss von Dieter

von
-_-

Die Versorgungsverwaltung wird im Rahmen der Durchführung des Verfahrens z. B. nach dem Schwerbehindertenrecht möglicherweise die medizinischen Teilakten beim Rentenversicherungsträger ohnehin anfordern. Nach § 69 SGB 10 besteht eine entsprechende Offenbarungsbefugnis. Insofern ist die Aussage: "Sie will selbst bestimmen, was sie an wen weiterleitet oder nicht" unverständlich. Die Behörde ist befugt, die betreffenden Unterlagen auch ohne Mitwirkung des Antragstellers beim Rentenversicherungsträger zu beschaffen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB10_69R2.3&a=true

von
Dieter

Und sie will trotzdem sehen, was an eine Behörde weitergeleitet wird.

Sie erhält Leistungen nach dem BVG. Die DRV hat die Leistungen zur med. Reha gewährleistet, weil mal vor Jahren dort eingezahlt wurde und Pflichtmitgliedschaft bestand.

Gruss von Dieter

von Experte/in Experten-Antwort

§ 25 Abs. 2 S. 2 SGB X: Die Behörde soll den Inhalt der Akten durch einen Arzt vermitteln lassen, soweit zu befürchten ist, dass die Akteneinsicht dem Beteiligten einen unverhältnismäßigen Nachteil, insbesondere an der Gesundheit, zufügen würde. Ob diese Voraussetzungen in dem beschriebenen Fall vorliegen, kann von hier aus nicht beurteilt werden.