Reha(Kur)- Antrag im Widerspruchsverfahren?

von
Annette

nochmal Hallo,

vielleicht kann ich noch mal Hilfe zu einer meiner vielen Fragen weiter unten, bekommen.

Vielen Dank erst einmal an den Experten, dass ich so schnell Antwort von Ihnen bekommen habe.

Macht es denn Sinn, in einem laufenden Widerspruchverfahren zeitgleich einen Kur-antrag zu stellen?

Mein Antrag vor 2 Jahren (während Rentenbezug volle EM) wurde abgelehnt mit der Begründung das es nicht zu erwarten sei, mich ins Erwerbsleben einzugliedern und ich daher keinen Anspruch habe. :-(

Nun wurde, für mich widersprüchlich, mein Folgeantrag abgelehnt.

Habe ich jetzt wieder Anspruch auf eine Reha?
Ich gehe zwar davon aus, dass abermals nicht dauerhaft erwerbsfähig entlassen werde, jedoch würde es mir vorrübergehend Linderung verschaffen.

Vielleicht wäre die Med. Einschätzung nach der Reha auch hilfreich im Widerspruchsverfahren? Oder ich könnte dann einen neuen Rentenantrag stellen? Wäre das Verfahren so herum einfacher bzw. nicht so langwierig?

Zumal ich mir eine Linderung meiner Erkrankung für ein paar Monate davon verspreche.
Aber darum geht es ja wahrscheinlich nicht. :-(

von
KSC

Ob das im Einzelfall sinvoll oder völlig sinnfrei ist, kann kein Forenteilnehmer beurteilen.

Wenn Ihre Ärzte eine medizinische Reha befürworten, beantragen Sie diese mit der durch die Ärzte gelieferten Begründung.

Dann heißt es abzuwarten, was weiter passiert, da ist letzlich vieles denkbar (Rehabewilligung oder Ablehnung, Rentenbewilligung oder Ablehnung.

Das ist wieder mal eine Fragestellung die sich m.E. einfach nicht für ein Forum eignet.

von
Gast.

Menschen, die so gut für sich sorgen können wie Sie, fallen immer wieder auf die Beine, egal wie, Hauptsache andere für eigene Belange einspannen.
O.K. meine Antwort ist nicht gefragt und das wird mir sicher auch gleich gesagt, dennoch möchte ich mal darauf hinweisen, dass wirklich kranke kaum fähig sind, derart für sich zu sorgen.

von
Gast.

Menschen, die so gut für sich sorgen können wie Sie, fallen immer wieder auf die Beine, egal wie, Hauptsache andere für eigene Belange einspannen.
O.K. meine Antwort ist nicht gefragt und das wird mir sicher auch gleich gesagt, dennoch möchte ich mal darauf hinweisen, dass wirklich kranke kaum fähig sind, derart für sich zu sorgen.

von Experte/in Experten-Antwort

Einen Antrag auf eine medizinische Rehabilitations-Maßnahme steht ein laufendes Widerspruchsverfahren nicht entgegen. Inwiefern die Erfolgsaussichten gegeben sind, lässt sich nicht absehen. Wenn Sie sich von der Reha, wenn auch nur kurzfristig, eine Linderung versprechen, so beantragen Sie diese. Nachteile werden Ihnen daraus nicht entstehen.

von
Annette

sorry,

dass ich nicht wissen kann, ob vielleicht jemand von den vielen Usern hier schon einmal in ähnlicher Lage gesteckt hat und Erfahrungen mitteilen könnte.

Sie haben vermutlich diese Fähigkeit, das bewundere ich sehr.

Danke für Ihre hilfreiche Antwort, auch damit hätte ich hier nicht gerechnet.

Annette

von
Annette

Danke an den Experten, die Antwort hilft mir weiter.

Mit freundlichen Grüßen
Annette

von
Annette

Zitiert von: Gast.

Menschen, die so gut für sich sorgen können wie Sie, fallen immer wieder auf die Beine, egal wie, Hauptsache andere für eigene Belange einspannen.
O.K. meine Antwort ist nicht gefragt und das wird mir sicher auch gleich gesagt, dennoch möchte ich mal darauf hinweisen, dass wirklich kranke kaum fähig sind, derart für sich zu sorgen.

Vielen Dank fürs Mutmachen, ich glaube auch das ich nicht in Zukunft unter einer Brücke schlafen muss.

Menschen wie ich, haben das große Glück, dass das Gehirn und das Einfühlungsvermögen nicht in Mitleidenschaft gezogen sind.

Ich hoffe sehr das bleibt noch eine Weile so, trotz schwerwiegender körperlicher Beeinträchtigungen.

Annette

von
arni

anette, also wenn die reha vor 2 jahren abgelehnt wurde mit der begründung dass keine erwerbsfähigkeit mehr hergestellt werden kann, dann haben sie doch noch mehr begründung für einen ev. widerspruch!!!

ich sage ihnen nochmals, sie sollten erstmal den rentenbescheid abwarten was dort wirklich steht!!!!

einen rehaantrag zu stellen zeigt der drv doch ihre ev. besserung ihrer leiden.

ich glaube sie wissen nicht eas sie wollen.

von
Annette

Hallo Arni,

für mich zeigt ein Kurantrag eher, dass ich krank bin und auf Besserung hoffe.
Aber, vielleicht könnte mir das wirklich genau andersherum ausgelegt werden. ????

Im moment weiß ich gar nichts mehr...

Gestern ist der Bescheid gekommen. Ablehnung nach 8,5 Jahren voller Rente.

Man könnte meinen, die haben mich verwechselt. Da sind Erkrankungen die mich sehr beeinträchtigen, neben einem Mb. Bechterew gar nicht aufgeführt und der Zusatz mit axialer und peripherer Gelenkbeteiligung fehlt auch.
Ich bin ab sofort auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für mind. 6 Stunden OHNE Einschränkungen einsetzbar. Ich könnte jede sich auf dem Arbeitsmarkt bietende Tätigkeit annehmen.

Dem entgegen steht das neue med. Gutachten der Arge = erwerbsunfähig.
Bekomme das zugeschickt und muss nächste Woche noch zum Gutachter vom Jobcenter.

Muss jetzt erst einmal schnell Sozialgeld beantragen. :-(

Annette

von
Gast.

Zitiert von: Annette

...neben einem Mb. Bechterew gar nicht aufgeführt und der Zusatz mit axialer und peripherer Gelenkbeteiligung...

[ ....dass sie unter einer ungeheuren Angst, einen Fehler zu machen, schuldig zu sein, andere zu enttäuschen, leiden. Und diese permanente Angst, die dann wiederum eine permanente Anspannung bewirkt, wird dann bei diesen Leuten in Kombination mit einer genetischen Vorbehandlung in den Morbus Bechterew umgesetzt.
... Erst als er über mehrere Monate hinweg er die Erfahrung machte, dass all dies nicht eintrat, bildeten sich seine Beschwerden auch zurück.]

Einfach mal aussprobieren, wie arbeiten geht, dann verliert sich die Angst, Vertrauen wächst und die Erkrankung kann sich verabschieden!

von
Annette

was sie da schreiben, lieber gast, hat durchaus seine berechtigung das weiß ich.
vielen menschen geht das so, die durch eine erkrankung ihr leben umkrempeln mussten und damit sehr unzufrieden sind.

ich habe vor meiner erkrankung, einschließlich mehreren abgeschlossenen berufsausbildungen, darunter eine 3 jährige reha-berufsausbildung, 20 jahre lang vollzeit gearbeitet. und war sehr zufrieden damit.
großartige fehler mache ich keine, sonst wäre ich wohl nicht soweit gekommen.

die ursache der erkrankung liegt nicht in der psyche, die sie natürlich negativ beeinflussen kann, sondern ist familiär bedingt.

damit möchte ich das hier abschließen, außer es hat noch jemand einen anderen rat in meiner situation, als das ich es mit arbeiten versuchen soll.

wenn mir jemand einen arbeitgeber nennen kann, der mich mit 50 gdb und monatlichen krankenscheinen für mind. 1 woche (nicht nur wegen knochenleiden) DAUERERHAFT einstellt, dann wäre ich die letzte die es nicht zum wiederholten male mit arbeiten versuchen würde.

Annette

von
Herz1952

Annette,

an Ihrer Stelle würde ich sofort Widerspruch einlegen und natürlich auch zum Sozialamt gehen.

Nach über 8 Jahren aus dem Job, sind sie praktisch nur noch Hilfskraft und in der Zwischenzeit hat sich sehr vieles verändert. Mit einem GdB 50 mach sich die Arge erst gar nicht die Mühe, Sie zu vermitteln. Mit Behinderten können die nämlich ihre Quote nicht mehr erfüllen und es warten noch genug andere auf Vermittlung.

Falls Sie doch die Chance haben selbst einen Arbeitsplatz zu finden, beachten Sie bitte folgendes: Werden Sie im ersten Monat krank, zahlt die Lohnfortzahlung die Krankenkasse. Das wissen die meisten AG nicht und mir ist auch nicht bekannt, dass diese Regelung abgeschafft wurde.

Ich kenne einen Fall, der hatte ebenfalls MB mit 30 % GdB, er war erst knapp 30. Er bekam vom Personalleiter den Rat, in Rente zu gehen, er hätte nicht mehr die geringste Chance.

Ein anderer bekam seinen MB durch Krankengymnastik weg.

So wie Sie das schildern hatte es plötzlich auch ein Freiberufler, er bekam noch eine Typische Augenentzündung (Irititis) dazu. Aufgrund seiner Selbständigkeit konnte er weiter arbeiten (Web-Designer, IT Bereich). Es gab Tage, da konnte er sich nicht bewegen und am nächsten Tag stand er wieder auf der Skipiste. Er kam sich dabei selbst komisch vor.

Das Arbeitsamt hält Sie wahrscheinlich wegen Ihrer Behinderung und vorheriger Rente nicht für Vermittlungsfähig. Sie werden dann rumgereicht, wie eine heiße Kartoffel an der sich niemand die Finger verbrennen will.

Dann kenne ich jemand - ich habe ihn um seinen sicheren, gut bezahlten Bankjob beneidet - die Bank hat "umstrukturiert" mit vielen Entlassungen. Er, 45 Jahre, kein Job mehr bekommen, verzweifelt, stationäre psychische Behandlung.

Aber wie bereits gesagt, vielleicht haben Sie Glück und finden doch noch was.

Jetzt noch eine Möglichkeit, nämlich Verwechselung. Es bestand Namensgleichheit, Ortswechsel und "etwas falsches" (na ja, wird wohl Schreibfehler sein)
Geburtsdatum. Kann vorkommen, war eine zähe Angelegenheit, das zu berichtigen.

Ich hoffe, dass ich Sie nicht zu sehr negativ beeinflusst habe und dass sich alles zu Ihrer Zufriedenheit klärt.

Herz1952

von
Annette

Vielen Dank, Herz, für Ihren Beitrag,

ja, so verschieden kann diese Erkrankung ablaufen. Auch die typische Regenbogenhautentzündung der Augen sind mir nicht unbekannt. Mit zusätzlichen Gelenkentzündungen außerhalb der Wirbelsäule hat man dann noch den absoluten Hauptgewinn. Bei mir sind es beide Schultern, Hüfte und Kniegelenke.

Ich spritze seit vielen Jahren ein Biologika, welches die Entzündungen wenigstens niedriger hält so das ich nur noch selten Krücken brauche.
und auch ich habe ab zu Tage, an denen ich - wenn ich mich körperlich nicht belaste - fast normal, wenn auch mit viel mehr Energieaufwand als gesunde und mit kleinem Buckel, laufen kann.
Von der Skipiste u.ä. wurde mir abgeraten. Ich habe Bandscheibenverkalkungen und Wirbelschädigungen.

Mein Bruder hingegen, ebenfalls Rentner aber vor 1961 geboren so das er eine Arbeitsmarktrente bekommt, quält sich auch. Jedoch kann er noch deutlich mehr machen. Er konnte sein kleines Stückchen Garten behalten und fährt auch gut und gern Fahrrad.
Während mir da keine Unebenheiten auf der Straße kommen dürften.

Ich habe noch einige Erkrankungen neben dem Bechti, die mich regelmäßig flach legen, die wurden diesmal jedoch gar nicht aufgeführt im Bescheid. Obwohl mich beide Gutachter der RV darüber befragt hatten.

Der Stand ist jetzt so, dass das Jobcenter vorrübergehend Leistungen bewilligt, zum Widerspruch geraten hat und ich noch einen Termin beim Amtsgutachter bekomme. Die wollen ihr eigenes Gutachten haben, das neue von der Arge findet zwar Beachtung aber die brauchen ein eigenes.

Nach dem Gutachten, wäre dann das Sozialamt für mich zuständig.

Ich werde mir zum Widerspruch am besten gleich anwaltliche Hilfe holen und hoffe sehr das mit ein Klageverfahren erspart bleibt.

Freundliche Grüße
Annette

von
Herz1952

Hallo Anette,

hier ist noch ein Link, der Ihnen bzw. Ihrem Anwalt weiterhelfen kann. Ihre Äußerung, dass nicht alle Krankheiten im Gutachten aufgeführt worden sind, hat mich darauf gebracht. Vielleicht kennt ihn Ihr Anwalt schon:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/208286/publicationFile/2121/aerzliches_gutachten_hinweise_begutachtung_.pdf

Muss in Befehlszeile einkopiert werden. Hat 80 Seiten. Solche Publikationen sind eigentlich nur über die Homepage der DRV mit Passwort zu erreichen. Irgendjemand hat ihn vielleicht im Internet "verloren".

Da Sie im Widerspruchsverfahren sind, müsste die Privat-Rechts-Schutz-Versicherung (falls vorhanden) die Kosten übernehmen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

Herz1952

von
Herz1952

Hier noch mal der Link. Da ist was schiefgelaufen:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/208286/publicationFile/2121/aerzliches_gutachten_hinweise_begutachtung_.pdf

Hoffentlich klappt es jetzt

Herz 1952

von
Herz1952

Bitte googlen:

Das ärztliche Gutachten für die gesetzliche Rentenversicherung

[pdf.datei] steht vor dem Link

Herz1952

von
Annette

es hat geklappt....

Versicherung habe ich leider keine, aber ich versuche es über Beratungs- bzw. Prozesskostenhilfe.

Kurantrag lasse ich sein, ich schaff das nicht alles auf einmal. Aber es ist gut zu wissen, dass es nicht zum Nachteil wäre, falls sich das Verfahren ewig lange hinziehen sollte.

vielen dank