Reha/Rentenantrag gestellt. Nochmals neuen Job versuchen?Probleme dadurch?

von
franzi

guten Tag.

Ich bin zur Zeit im Krankenstand (Krankengeld) und ohne Job (Kündigung während Krankheit und Probezeit).
Nun habe ich einen Antrag auf teilhabe am Arbeitsleben mit dem Ziel einer Umschulung oder halben EM-Rente gestellt.
Bin gelernter Kaufmann (40, 25 Jahre sozialversichert) und kam wg. meinem Rheuma + psychischen problemen zuletzte nicht mehr zurecht im Job.

Nun hätte ich die Möglichkeit, bei einem anderen Arbeitgeber eine neue Vollzeitstelle zu beginnen. Ich glaube, dass ich es dort evtl. packen könnte.
Da ja der Reha/Rentenbescheid sicherlich 6 Monate dauern wird, könnte ich es doch nochmals versuchen?

Meine Frage:
-Darf ich einen neuen Job annehmen mich also "gesundschreiben" lassen?
-Gibt es dadurch Probleme mit meinem Reha/Rentenantrag?
-Wie sollte ich mich in dieser Situation verhalten?

PS: Ich hoffe, Sie verstehen mein Problem. Ich möchte es einfach nochmals probieren. Ich sehe evtl. Chancen, dass es bei diesem Arbeitgeber klappt.
Jedoch möchte ich mir die Chance einer Reha bzw. EM-Rente nicht nehmen.
Wer weiß, ob es wirklich in diesem Job klappt!

Danke!!!

von
Sozialröchler?

Der Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird durch die Anwendung des § 96a SGB 6 dem Grunde nach zwar nicht berührt, bei unzulässigem Überschreiten der maßgeblichen Hinzuverdienstgrenzen ruht die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit jedoch teilweise oder vollständig.

Vor Anwendung des § 96a SGB 6 ist zunächst zu prüfen, ob auf Grund der ausgeübten Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit (weiterhin) der Leistungsfall für die Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit vorliegt. Sofern der Grundanspruch durch die Aufnahme einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit berührt wird, ist ggf. eine Entziehung der Rente zu prüfen.

In Ihrem Fall könnte die Beschäftigung beweisen, dass Erwerbsminderung nicht vorliegt.

In jedem Fall sind Sie verpflichtet die Aufnahme einer Beschäftigung beim Rentenversicherungsträger anzuzeigen.

von
KSC

Wer sollte es Ihnen verbieten einen Vollzeitjob anzunehmen, wenn Sie glauben das zu packen?

Teilen Sie der DRV mit, dass Sie ab xx.xx.xxxx wieder in Vollzeit arbeiten und ziehen Ihre Anträge zurück.
Ein EM Antrag dürfte eh abgelehnt werden, wenn Sie Vollzeit arbeiten können, eine LTA dürfte auch überflüssig sein, wenn Sie eine geeignete Vollzeitstelle selbst gefunden haben.

Und wenn sich später herausstellen sollte, dass es nicht geklappt hat, stellen Sie Ihre Anträge halt erneut; das sollte kein Problem darstellen.

Ich wünsche alles Gute.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Franzi,

Sie geben Ihr Alter mit 40 Jahren an. Jetzt bietet sich Ihnen die Chance auf einen Vollzeitjob, von dem Sie annehmen, dass Sie ihn schaffen. Ich denke, da sollte es bei Ihrem Alter keine Frage geben - oder?
Nehmen Sie die Arbeit zunächst an und versuchen Sie es!

Die Anträge können Sie durchaus auch nebenher weiterverfolgen. Hier rate ich Ihnen zu einer engen Zusammenarbeit mit Ihrem Rentenversicherungsträger. Sagen Sie doch dort einfach bescheid und schildern Sie Ihre Situation. Vielleicht bieten sich ja auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben an, die die Ausübung bzw. Aufnahme Ihrer Vollzeitarbeit unterstützen können. Hier wird sich sicherlich ein Weg finden lassen.

Die Rentenversicherungsträger sind bemüht jeden so lange im Arbeitsprozess zu halten, wie es möglich und sinnvoll ist. Ihr Rentenversicherungsträger ist in diesem Sinne Ihr Partner und nicht Ihr Gegner.

Suchen Sie das vertrauensvolle Gespräch.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!!!

Ihr Experte