Reicht ein Arztbericht ans Versorgungsamt??

von
Christiane

Guten Morgen,

kann ein Antrag auf EM-Rente anhand eines eiinzigen Arztberichtes an das Versorgungsamt, ohne weitere Begutachtung, entschieden werden? Die Frage stelle ich vor dem Hintergrund, daß ja immer gesagt wird, die Richtlinien Versorgungsamt/DRV seien völlig unterschiedlich und hätten gar nichts miteinander zu tun.....Oder wird dieser Arztbericht unabhängig, für welches "Amt" er verfasst wurde, gewertet?
Danke für eine Antwort!

von
Schade

Das hängt einzig und allein davon ab, was in diesem Bericht steht.

Wäre ich Arzt der DRV und im Bericht würde stehen, dass der Patient infolge eines Autounfalls auf unbestimmte Zeit im Wachkoma liegt, darüber hinaus querschnittsgelähmt ist, und zusätzlich die Sehkraft verloren hat und völlig blind sein wird, dann würde mir das als Entscheidungsgrundlage reichen, wenn der Patient bislang als Feinmechaniker gearbeitet hat und 58 Jahre alt ist.

Ob eingereichte Berichte ausreichen oder nicht entscheidet im jeweiligen Einzelfall der ärztliche Dienst der DRV - darüber im Forum zu spekulieren ist müsig.

von Experte/in Experten-Antwort

Sie benennen im Rentenantrag die behandelnden Ärzte, Krankenhausaufenthalte, Reha-Maßnahmen, medizinische Untersuchungen von anderen Leistungsträgern und entbinden, bei Ihrer Zustimmung, diese von der gesetzlichen Schweigepflicht. Ob somit lediglich die Unterlagen vom Amt für soziale Angelegenheiten mit in das Rentenverfahren einfließen, hängt einmal von Ihren Angaben ab und kann im Zweifelsfall auch genügend Aussagekraft besitzen. Die Begrifflichkeiten Erwerbsminderung und Schwerbehinderung weichen zwar voneinander ab aber die Benennung der Erkrankung ist medizinisch betrachtet identisch.

von
Christiane

Vielen Dank für die Antworten! Es ist richtig, daß ich im Antrag alle behandelnden Ärzte benannt und Schweigepflichtentbindung gegeben habe.
Es erfolgte keine Anfrage seitens der DRV an diese Ärzte. Nur der Bericht einer dieser Ärzte an das Versorgungsamt wurde zu einer Entscheidung herangezogen......Die Entscheidung kenne ich noch nicht und mache mir hier so meine Gedanken.....Ich weiss, die Wartezeit muss ich durchlaufen.....oder bekommt man auch telefonisch Auskunft über den Ausgang?
Nochmals vielen Dank!

von Experte/in Experten-Antwort

Natürlich können Sie bei Ihrem zuständigen Rententräger versuchen Auskunft über die Sachstandslage zu bekommen.

von
Christiane

Vielen Dank, dann werde ich mich mal trauen...

von
Klaus-Peter

Natürlich KÖNNEN ( nicht müssen .. ) auch Arztberichte die im Rahmen eines Schwerbehindertenverfahrens erstellt und/oder vom Versorgungsamt angefordert werden in einem EM-Verfahren von der RV berücksichtigt werden. Allerdings kann man nie vorher sagen, ob diese dann auch wirklich aussagekräftig genug und/oder sogar ausschlagend für die Entscheidung zur EM-Rente sind. Diese Bewertung nimmt alleine der med. Dienst der RV dann vor und entscheidet dann.

Insofern ist es durchaus möglich, das eine EM-Rente auch ohne jegliche Begutachtung und nur nach Aktenlage zuerkannt wird. Dies ist allerdings sicher nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.