Rentabilität der Renten

von
Slava

Ich habe von einem Versicherungskaufmann einer privaten Versicherung etwas kurioses über die gesetzliche RV erfahren. Er sagte mir, meine Altersrente beträgt nur 35% (!) von meinem gesamten durchschnittlichen bruto Verdienst, welches ich bis zum 67 Lj. erzilet habe. (Also: z.b. 35 jahre gearbeitet, alles was ich verdient habe zusammenrechnen, einen monatlichen Durchschnitt ermtteln. Davon 35% = meine monatliche Rente).

Stimmt es so? Das kommt mir kommisch vor. Dass die gesetzlichen Renten nicht "perfekt" sind, ist mir schon klar, aber sieht es wirklich so dramatisch aus? Und wenn es nicht stimmt, soll dieser Versicherungskaufmann in irgendeiner Weise bestraft werden? Sollte die gesetzliche RV solche "ehrlichen" Leute nicht unter die Lupe nehmen? (Wenn das was er erzählt hat falsch war).

von
warum?

Nun, über die Rentenhöhe kann man so viel nachlesen, in Broschüren, Zeitschriften, im Internet, z.B.
http://www.focus.de/intern/archiv/rentenformel_aid_12573.html
Wer dann einfach jeden Quatsch glaubt, ist selber schuld!

von
Verkäufer

Warum macht der Vertreter ihnen wohl so eine - zumal noch falsche - Rechnung auf ?

Um entsprechende Argumente zu haben , das Sie nicht ausreichend abgesichert sind fürs Alter und ihnen dann anschließend eine seiner Versicherungen zur Altervorsorge verkaufen.

von
Tipp

Hallo,

Sie können sich ihre Rente selbst ausrechnen und dann mal Ihrem Versicherungsvertreter das Egebnis zeigen (mal sehen, wie dumm er as der Wäsche guckt):

http://www.ihre-vorsorge.de/Finanzrechner-Rentenschaetzer.html

Viel Spaß.

von
Zweifler

Natürlich erzählen viele Versicherungsvertreter sehr oft Dinge, die nicht immer stimmen;. sie wollen ja Geschäfte machen.
Allerdings: Wenn jemand viele Jahre ein BRUTTOGEHALT weit über der BEITRAGSBEMESSUNGSGRENZE hat, dann wird seine spätere Rente ME nicht viel höher als eben 35 - 50 % seines früheren Bruttogehaltes sein. Das ist doch auch logisch, er zahlt ja max. nur den Beitrag für die Beitragsbemessungsgrenze. Die sonst immer genannten Zahlen "spätere Rente von 60 oder 70 % seines Gehaltes" stimmen in solchen Fällen doch gar nicht!

von
Nix

Hallo Slava!
Der Versicherungsvertreter erzählt Ihnen, dass Sie eine sehr niedrige Rente später erhalten werden, da er nur seine private Rentenversicherung an Sie verkaufen möchte.

TIPP: Neuerdings sind Versicherungsvertreter verpflichtet, in Heller und Pfennig - sorry....in Cent und Euro ... die aus dem Versicherungsvertrag resultierende Provision anzugeben.
Fragen Sie also den Versicherungsvertreter direkt: Wieviel Provision erhalten Sie nach Abschluss dieses privaten Rentenversicherungsvertrages?

Er ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen hierzu ein Dokument auszuhändigen.
Seien Sie gespannt auf die Antwort.

TIPP2:
Sämtliche privaten Versicherungsunternehmen korrigieren im Laufe der Jahre die ursprünglich bei Vertragsabschluss versprochene Rentenhöhe...wenn Sie heute EUR 200,--- monatlich einzahlen, dann erhalten Sie XXX Euros Rente...(= Dieser Betrag wird im Laufe der Jahre immerwieder nach unten korrigiert).
Dann folgt der Satz: Wenn Sie die ursprünglich berechnete Rentenhöhe halten wollen, müssen Sie den Vertrag aufstocken (Vorsicht: Zusatzprovision für den Vertreter wird fällig!) um XXX Euros monatlich.

GENAU DIESE SCHILDERUNG SOLLTE IHNEN ZU DENKEN GEBEN!

Daher halte ich selbst von solchen Produkten überhaupt nichts.

Ich bespare selbst nur Aktienfonds...diese fallen auch zeitweilig und schwanken sehr stark. Ich bin mir aber nur mir selbst gegenüber verantwortlich und weiss, was ich an Geld für das Alter habe bzw. was ich nicht habe.

Viele Grüsse
Nix

von
Bruno

Mir haben Versicherungsvertreter meine späteren Rentenansprüche "schlecht gerechnet" und mir anschließend eine Lebensversicherung verkauft.

Von den ursprünglich prognostizierten 25.000 € wurden lediglich rd. 15.000 € ausgezahlt.

Ich möchte an dieser Stelle nicht ausführen, was ich von diesen "Vertretern in Nadelstreifen" halte.

Im Gegensatz dazu, hat meine Rentenversicherung "Wort gehalten". Was mir dort vor Jahren prognostiziert wurde, habe ich auch erhalten !

von
Slava

Danke schön an alle, di geantwortet haben, das hat mich auf jeden Fall weiter gebracht.

Aber welche Rechte habe ich, wenn einer mich so "veräppelt" hat und ich einen Vertrag abgeschlossen habe, von dem ich nicht profitieren kann und nachher sogar nicht mal das versprochene erhalte? Denn Feststellung, dass das nicht wahr ist, kommt ja erst wenn ich 67 Jahre alt bin! Wer muss dann haften würde jemand haften?

von
warum

Stimmt, Zweifler: Ich kenne auch einen mit einem Netto von 5000 EUR, da kommt das hin.

@Slava: Gehen Sie mit Ihrem Vertrag nach Terminabsprache zur Verbraucherzentrale oder einem Anwalt, ohne Kenntnis des genauen Vertrags KANN Ihnen nicht mal jemand hier was sagen. Wenn er jetzt erst abgeschlossen wurde, müssten Sie auch ein Protokoll des Beratungsgesprächs unterschrieben haben usw. usw.