Mein erster 450Euro Job als Erwerbsminderungsrentner (Arbeitsmarktrente) Viele Fragen!

von
Bruno

Hallo.
Ich (50) habe mich als Erwerbsminderungsrentner (Arbeitsmarktrente) auf einen Minijob bei einem Discounter beworben.
Ideale Stundenzahl. 3 Tage pro Woche für je 2 Stunden. Ich würde also die Stundenzahl und die Zuverdienstgrenze einhalten.
Auch ist die Arbeit von mir zu schaffen. Also keine gesundheitlichen Problemen bei dieser Tätigkeit.

Meine Fragen:
-Was muß ich tun, wenn ich den Job bekommen würde?
Reicht ein Anruf beim Rententräger mit dem Hinweis, wo ich arbeite? (Stundenzahl, Verdienst etc.)? Oder gibt es hier ein Formblatt?
-Ich habe in der Bewerbung angegeben, dass ich Erwerbsminderungsrentner bin, und diese Tätigkeit ohne Probleme ausüben könnte.
Bin mal gespannt, ob ich genommen werde... Oder ob ich dankend abgelehnt werde...
-Steht mir Urlaub bei 6 Stunden pro Woche zu?
-Was, wenn ich mal wegen Krankheit nicht arbeiten kann? Muß ich dann Krankmeldung vorlegen? Wie wird das geregelt?
-Gibt es sonst noch Ratschläge?

Besten Dank!

von
KSC

Der DRV teilen Sie das am besten formlos und schriftlich mit, dann ist der Mitteilungspflicht genüge getan - selbst wenn Sie es vergessen würden, würde die DRV durch die Anmeldung Ihres Arbeitgebers an die Minizobzentrale informiert werden und solange Sie die Grenzen einhalten ist es eh kein Problem.

Alles andere ist Arbeitsrecht und somit mit dem Arbeitgeber zu klären,

von
Schorsch

Die sogenannten "Arbeitsmarktrenten" werden nur dann gewährt, wenn der regionale Teilzeitarbeitsmarkt als verschlossen gilt.

Wer also einen "Minijob" annimmt, widerlegt diese Vermutung, wenn theoretisch auch mehr als 2 Stunden an 3 Arbeitstagen möglich wären.
Angenommen, die DRV erkundigt sich bei Ihrem Arbeitgeber danach, ob er Sie ggf. auch länger beschäftigen könnte, würde er was antworten?

Von seiner Antwort hängt der Fortbestand Ihrer "Arbeitsmarktrente" ab!

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Von seiner Antwort hängt der Fortbestand Ihrer "Arbeitsmarktrente" ab!
Schorsch,

das entscheidet sicher nicht der AG mit seiner Aussage - mach doch auch mal die positiven Seiten der zulässigen Beschäftigung bei EM-Bezug deutlich / gib diesen Menschen auch ein wenig Hoffnung ...jenseits der Rollator-Olympiade :-)

Bruno,

lesen hier mal den letzten Beitrag und die weiterführenden Links dazu nach - welche Möglichkeiten bestehen, welche 'Gefahren' aber auch lauern können:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=326&tx_typo3forum_pi1[controller]=Topic&tx_typo3forum_pi1[topic]=31281

Gruß
w.

von
Bruno

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Von seiner Antwort hängt der Fortbestand Ihrer "Arbeitsmarktrente" ab!
Schorsch,

das entscheidet sicher nicht der AG mit seiner Aussage - mach doch auch mal die positiven Seiten der zulässigen Beschäftigung bei EM-Bezug deutlich / gib diesen Menschen auch ein wenig Hoffnung ...jenseits der Rollator-Olympiade :-)

Bruno,

lesen hier mal den letzten Beitrag und die weiterführenden Links dazu nach - welche Möglichkeiten bestehen, welche 'Gefahren' aber auch lauern können:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=326&tx_typo3forum_pi1[controller]=Topic&tx_typo3forum_pi1[topic]=31281

Gruß
w.

Aber ich halte mich doch komplett an die Vorgaben!
-Nur 2 Stunden am Tag! Und dies nur 3x pro Woche!
Wenn man da schon Angst haben muß, dass man die Rente entzogen oder gekürzt wird, dann
weiß ich auch nicht mehr!
Und dies ist ja nur eine ganz einfache Tätigkeit!
Hier könnte ich ja gar nicht länger als 2 Stunden pro Tag arbeiten!

Experten-Antwort

Hallo Bruno,

den Ausführungen von KSC darf ich mich anschließen.
Eine Überprüfung des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarktes findet bei Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung regelmäßig nicht statt.

Die übrigen Fragen klären Sie bitte mit Ihrem Arbeitgeber.

von
Schorsch

Zitiert von: Techniker

Eine Überprüfung des verschlossenen Teilzeitarbeitsmarktes findet bei Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung regelmäßig nicht statt.

Und falls doch, kann sich der @Bruno ja ganz einfach auf den "Experten" und @KSC berufen. :-)

MfG

von
Schorsch

Zitiert von: Bruno

Aber ich halte mich doch komplett an die Vorgaben!
-Nur 2 Stunden am Tag! Und dies nur 3x pro Woche!
Wenn man da schon Angst haben muß, dass man die Rente entzogen oder gekürzt wird, dann
weiß ich auch nicht mehr!
Und dies ist ja nur eine ganz einfache Tätigkeit!
Hier könnte ich ja gar nicht länger als 2 Stunden pro Tag arbeiten!

Das wäre bei einer normalen vollen EM-Rente ja auch völlig unproblematisch, da die unabhängig von der Verschlossenheit des Arbeitsmarktes gezahlt wird.

Bezieher einer "Arbeitsmarktrente" sind aber nicht vollständig sondern nur teilweise erwerbsgemindert mit einem Restleistungsvermögen auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt von 3 bis 6 Stunden täglich.
Sie erhalten die volle EM-Rente nur deshalb, weil der regionale Teilzeitarbeitsmarkt angeblich verschlossen ist.

Und sollte die DRV (wie auch immer) davon erfahren, dass Ihr Arbeitgeber ggf. dazu bereit wäre, Sie auch länger als 2 Stunden an 3 Tagen zu beschäftigen, dann wäre damit der Beweis erbracht, dass für Sie der Teilzeitarbeitsmarkt nicht verschlossen sein kann und dass somit auch kein Anspruch mehr auf eine "Arbeitsmarktrente" bestehen könnte.

"Wie auch immer" könnte z.B. bedeuten, dass ein neidischer Arbeitskollege oder Nachbar die DRV darüber informiert, dass Sie durchaus länger als 2 Stunden täglich arbeiten könnten, dass aber nur deshalb nicht machen, weil Sie Ihre "Arbeitsmarktrente" nicht verlieren wollen.

In diesem Fall wäre es völlig unerheblich, ob die DRV bei "Minijob-Aufnahme" von sich aus die Verschlossenheit des Teilzeitarbeitsmarktes überprüft oder nicht.

Sie selbst müssen entscheiden was Sie machen wollen und was nicht.
Ich persönlich würde meine Arbeitsmarktrente genießen und sie nicht wegen waghalsiger Experimente fahrlässig aufs Spiel setzen.
Dafür habe ich zu lange um meine Rente kämpfen müssen.

MfG

von
KSC

Lieber Schorsch,

lassen Sie es doch bitte mal gut sein mit Ihrer Angstmacherei.

Die Aussage des Experten, dass die DRV die Aufnahme einer gfB nicht zum Anlass nimmt einem Arbeitsmarktrentner die halbe Rente zu nehmen, weil der einen Minijob aufnimmt, soll man nicht in Frage stellen.
Ich kenne aus meiner Berufserfahrung als Rentenberatender keinen einzigen Fall, in dem in unserem Landkreis der Regionalträger oder die DRV Bund oder die KBS aus einer vollen Rente wegen des Arbeitsmarktes eine halbe Rente gemacht hat, weil der Rentner einen Minijob aufgenommen hat und damit bewiesen habe, der Teilzeitmarkt wäre offen.

Bitte halten Sie sich mit der Panikmache etwas zurück.

Bestimmt hats Ihren Fall schon mal gegeben

aber:

In meinen Augen ist das genau so wahrscheinlich wie die Tatsache, dass man schon Pferde vor Apotheken beim Kotzen beobachtet hat.....:)

von
Schorsch

Zitiert von: KSC

Lieber Schorsch,

lassen Sie es doch bitte mal gut sein mit Ihrer Angstmacherei.


Sachliche Aufklärung hat nichts mit "Angstmacherei" zu tun.

Wenn ein teilweise Erwerbsgeminderter schon doppelt so viel Rente bekommt als ihm eigentlich zusteht, weil "Arbeitsmarktrenten" nach Ansicht namhafter Experten gar nicht mehr zeitgemäß sind, dann sollte er sich über diesen "Geldsegen" freuen, solange es noch "Arbeitsmarktrenten" gibt.

Mir sind 2 Fälle bekannt, in denen "Arbeitsmarktrenten" verweigert wurden, weil der Teilzeitarbeitsmarkt in deren Region angeblich nicht verschlossen ist.
Arbeitslos sind die beiden aber trotzdem und müssen sich mit einer halben Rente zzgl. Hartz4 begnügen.

Wenn man denen nun erzählt, dass andere teilweise Erwerbsgeminderte nicht nur eine "Arbeitsmarktrente" in Form einer vollen EM-Rente erhalten sondern auch noch bis zu 450 Euro monatlich anrechnungsfrei hinzuverdienen dürfen, dann schütteln die verständnislos mit dem Kopf.
Meines Erachtens völlig zu Recht!

MfG

von
Bruno

Zitiert von: KSC

Lieber Schorsch,

lassen Sie es doch bitte mal gut sein mit Ihrer Angstmacherei.

Die Aussage des Experten, dass die DRV die Aufnahme einer gfB nicht zum Anlass nimmt einem Arbeitsmarktrentner die halbe Rente zu nehmen, weil der einen Minijob aufnimmt, soll man nicht in Frage stellen.
Ich kenne aus meiner Berufserfahrung als Rentenberatender keinen einzigen Fall, in dem in unserem Landkreis der Regionalträger oder die DRV Bund oder die KBS aus einer vollen Rente wegen des Arbeitsmarktes eine halbe Rente gemacht hat, weil der Rentner einen Minijob aufgenommen hat und damit bewiesen habe, der Teilzeitmarkt wäre offen.

Bitte halten Sie sich mit der Panikmache etwas zurück.

Bestimmt hats Ihren Fall schon mal gegeben

aber:

In meinen Augen ist das genau so wahrscheinlich wie die Tatsache, dass man schon Pferde vor Apotheken beim Kotzen beobachtet hat.....:)

Danke KSC!
Meine Ärzte meinen auch, dass ich schauen sollte, ein ganz wenig zu arbeiten.
Also max. 2 Stunden und das nicht mehr als 3 Tage pro Woche.
Das würde mir guttun! Vorallem psychisch!
Es geht mehr darum, ein wenig regelmäßige ganz leichte und kurze Tätigkeiten zu erfüllen,
als irgendetwas auszunutzen!
Deshalb hätte ich auch das ok. der Ärzte, dass ich nicht mehr als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann. Aber 6 Stunden auf 3 Tage pro Woche verteilt halten Sie für akzeptabel!

von
Doretta

Zitiert von: Bruno

Deshalb hätte ich auch das ok. der Ärzte, dass ich nicht mehr als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann. Aber 6 Stunden auf 3 Tage pro Woche verteilt halten Sie für akzeptabel!

Bei einem dermaßen eingeschränkten Leistungsvermögen wären Sie vollständig erwerbsgemindert und hätten Anspruch auf eine reguläre volle EM-Rente völlig unabhängig von der Arbeitsmarktlage.

Da man Sie im Rentenverfahren aber offenbar "nur" für teilweise erwerbsgemindert eingestuft hat, gehen die Meinungen der Sozialmediziner und die Meinungen "Ihrer Ärzte" wohl auseinander.
Wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die eigenen Ärzte im Regelfall nur sehr wenig bis gar keine Ahnung von sozialmedizinischen Leistungsbeurteilungen haben und deren Meinungen daher nicht überbewertet werden sollten.

Sie sollten vielleicht eine erneute Überprüfung Ihrer Erwerbsfähigkeit beantragen, damit man Ihre derzeitige "Arbeitsmarktrente" in eine reguläre Rente wegen voller Erwerbsminderung umwandelt.
Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn Sie tatsächlich nicht mindestens 3 Stunden täglich arbeiten können.
Anderenfalls könnte es passieren, dass Ihre "Arbeitsmarktrente" irgendwann nicht mehr weiterbewilligt wird, da regelmäßig überprüft wird, ob die Voraussetzungen des verschlossenen Arbeitsmarktes noch vorliegen.

LG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Wenn ein teilweise Erwerbsgeminderter schon doppelt so viel Rente bekommt als ihm eigentlich zusteht
...da wissen Sie mehr, als es _eigentlich_ aktuelle Rechtslage ist!

Sie müssen Ihren Fall, denn Sie sicher schwer und letztendlich zurecht gerichtlich zugestanden erkämpft haben, nicht immer als Maßstab nehmen und auf jeden x-beliebigen EM-Fall projizieren und bei jeder zulässigen Beschäftigung Sodom und Gomorra an den Himmel malen. Die Mitteilungspflichten dazu stehen in jedem EM-Bescheid ausführlich drin ...wer die liest/hinterdenkt weiß auch, was zulässig ist und warum trotz zulässiger Grenzen eine Nachricht an die DRV zu erfolgen hat.

Aber, was die Praktiker sagen, widerlegen Sie ja mit statistisch gehärteten Zahlen aus der Nachbarschaft ...da kann man einfach nicht gegen anstinken ;-)

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Wenn ein teilweise Erwerbsgeminderter schon doppelt so viel Rente bekommt als ihm eigentlich zusteht
...da wissen Sie mehr, als es _eigentlich_ aktuelle Rechtslage ist!

Aha, was "Rechtslage" ist, ist also immer gerecht?
Da wissen Sie ja mehr als kompetente Berufsjuristen. ;-)
Zitiert von: W*lfgang

Sie müssen Ihren Fall, denn Sie sicher schwer und letztendlich zurecht gerichtlich zugestanden erkämpft haben, nicht immer als Maßstab nehmen und auf jeden x-beliebigen EM-Fall projizieren...

Ich nehme meinen Fall nicht als Maßstab sondern ich weise lediglich auf mögliche Gefahren hin.
Jeder seriöse Rechtsanwalt würde das Gleiche tun.
[/quote]
Zitiert von: W*lfgang

Aber, was die Praktiker sagen, widerlegen Sie ja mit statistisch gehärteten Zahlen aus der Nachbarschaft ...

Immerhin sind die genannten Beispiele aus meinem Bekanntenkreis real, während Sie "als Praktiker" sich hier auf statistische Wahrscheinlichkeiten berufen, die im Ernstfall keinerlei Beweiskraft haben.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
(...)
Schorsch,

zunächst, ich schätze Ihre Beiträge/Engagement hier sehr ...nur das ewige 'Schwarzmalen' sehe ich als nicht 'zielführend' an.

Sie mögen sagen, der w. malt immer nur in weißen Farben/ist eben DRV-naher-Berater - mitnichten, wenn Sie in der Tiefe lesen (und auch so mancher DRV-Experte wird mich ob kritischer Töne nicht wirklich mögen *g), sehen Sie da viele Grautöne oder auch ein schwarzes Kreuz zusätzlich.

Deswegen, eigenes Individual-Erfahrungswissen ist gut - das breitere/berufliche hat aber mehr Inhalt, um 90 % der 'Standardfälle' zu bedienen - der Rest geht eben in den Rechtsweg. Wenn wir uns darauf einigen könnten, sind wir schon ein Stück weiter ;-)

Gruß
w.

von
Harald W.

Wer ist eigentlich auf diese kuriose Idee gekommen, dass ein 450 Euro-Job kein Teilzeitjob ist?

Im unteren Lohnsektor sind Netto-Löhne von 1.000 Euro völlig normal.
450 Euro Netto können also ohne weiteres der halbe Lohn für eine Ganztagsstelle im Niedriglohnbereich sein.
(Wer als Alleinstehender für den gestzlichen Mindestlohn von 8,50 Brutto ganztags arbeitet, kommt in etwa in diesen Bereich!)

Wie kann es also sein, dass ein teilweise erwerbsgeminderter Frührentner eine volle Erwerbsminderungsrente bekommt, weil der Teilzeitarbeitsmarkt einerseits verschlossen sein soll, wenn der selbe Rentner andererseits (mit dem Segen der DRV) einen halben Vollzeit-Arbeitslohn (450 Euro Netto) in x Arbeitsstunden erzielt?

Dass bei "Minijobs" seitens der DRV nicht gründlicher nachgehakt wird, ist skandalös und dass der Schorsch hier mundtod gemacht werden soll, ebenfalls!

von
Schorsch

Zitiert von: W*lfgang

...nur das ewige 'Schwarzmalen' sehe ich als nicht 'zielführend' an.

Es geht hier nicht um Farben, sondern um sachliche Aufklärung, wozu auch Hinweise auf mögliche Gefahren gehören.

Welche Hinweise für den Fragesteller "zielführend" sind, kann nur er selbst beurteilen.
Es steht ihm frei, meine "Schwarzmalerei" zu ignorieren und völlig unbeschwert seinen Job anzutreten.
Allerdings darf er sich hinterher nicht beklagen, wenn es doch nicht so glatt läuft, wie er sich wünscht.

Ich habe nirgends behauptet, dass es Schwierigkeiten mit der DRV geben wird, sondern lediglich, dass es welche geben KÖNNTE.
Und das ist nun mal Realität.

MfG

von
W*lfgang

Zitiert von: Schorsch
Es geht hier nicht um Farben, sondern um sachliche Aufklärung
...aha! - ich dacht schon, ich sehe das flasch ;-)

Gruß
w.