Rente abgelehnt, Arbeitsversuch, Schmerzen

von
B2000

Hallo
Ich bin wegen langer Arbeitsunfähigkeit bereits von der Krankenkasse ausgesteuert. Auch Arbeitslosengeld1, welches nach Aussteuerung folgte ist ausgeschöpft. Arbeitslosengeld 2 erhalte ich fast nichts wegen Bezug von Witwenrente.
Einen Erwerbsminderungsrentenantrag hatte ich bereits vor 2 Jahren, nach Reha, gestellt. Dieser Rentenantrag wurde nach 3 Gutachterterminen und Klageverfahren abgelehnt.
Die Gutachter sind der Meinung ich kann mehr als 6 Std arbeiten. Dieses zwar mit Einschränkungen, dh. wechselnd stehen, gehen, sitzen,keine Schichtarbeit.
Meinen Arbeitgeber habe ich noch, dieser hat aber keinen solchen Arbeitsplatz wo ich abwechselnde Körperhaltungen habe. Und mein Arbeitgeber kann mir nur Schichtarbeit anbieten.
Nun habe ich stufenweise Wiedereingliederung an meinen früheren Arbeitsplatz begonnen incl Schichtarbeit.
Leider habe ich bereits nach kurzer Zeit wieder Schmerzen und ich hab grosse Schlafprobleme.
Was kann ich denn nun machen? Ich erhalte keine finanzielle Unterstützung mehr und die Rentenversicherung/Gutachter meint ich kann 8 Std arbeiten.

von
Valzuun

Letztendlich bleiben wohl nicht viele realistische Möglichkeiten:

- einen Arbeitsplatz suchen der Ihren von den Gutachtern beschriebenen Einschränkungen gerecht - natürlich mit Unterstützung des Jobcenters, und eventuell mit Hilfe einer LTA-Maßnahme der Rentenversicherung,

- einen Minijob annehmen und somit die finanzielle Situation etwas aufbessern oder

- sich mit der Situation arrangieren und von der Witwenrente zzgl. Arbeitslosengeld leben

von
Jana

Wie lange arbeiten Sie denn wieder?

Ich hatte nach einer Bandscheiben OP auch durch Wiederaufnahme der Tätigkeit auch verstärkt Schmerzen. Es gab sich aber mit der Zeit.

Ansonsten sehe ich nur Kündigung als Möglichkeit, wenn der AG das nicht mittragen kann.

Und es nochmal mit der EMR versuchen.

von
Tipp

Da eine Rentengewährung unwahrscheinlich ist, sollten Sie sich besser an ein Forum für Lebenshilfe wenden.

http://lebenshilfe.xobor.de/

Experten-Antwort

Hallo, B2000,

wir gehen davon aus, dass die Begutachtung, von der Sie im letzten Satz reden, bereits zum letzten Rentenverfahren vor zwei Jahren gehörte, weswegen der damalige Antrag auf Erwerbsminderungsrente abgelehnt wurde. Sollte sich Ihrer Meinung nach Ihr gesundheitlicher Zustand nun aktuell verschlechtert haben, können Sie jederzeit erneut einen Antrag stellen.
Möglich wären evtl. auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Dies wäre auch Gegenstand der Prüfung im Rentenverfahren (d.h., ob statt einer Rente eine Unterstützung bei der Gestaltung der zukünftigen beruflichen Situation, z.B. Umschulung in Frage kommen würde).
Auch die weiteren, von „Valzuun“ gemachten Vorschläge, könnten Ihnen in der momentanen Situation weiterhelfen, sofern es gesundheitlich überhaupt möglich ist. Wenn Sie einen Rentenantrag stellen wollen, könne Sie dies gerne bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV in Ihrer Nähe tun. Wo Sie unsere Beratungsstellen finden, können Sie auf folgendem Link ermitteln:
https://www.ihre-vorsorge.de/expertenforum/forum/action/show.html

von
B2000

Wäre denn so eine Umschulung auch innerhalb einer Firma möglich?
Ich bin seit 37 Jahren bei meinen Arbeitgeber, allerdings nur immer in der Fertigung. Ich würde gerne bei meinem Arbeitgeber bleiben. Und, in meinem Alter würde ich sehr sehr schwer einen neuen Arbeitgeber finden.
Das Thema LTA ist für mich sehr fremd und ich kenne die Möglichkeiten nicht. Vor allem in meinem Fall.

von
Valzuun

Das Zauberwort heißt in diesem Fall „BEM“ (betriebliches Eingliederungshilfe Management). Üblicherweise ist dies durch (oder wenigstens beim) Arbeitgeber anzustoßen. Der kann dann weitere Stellen, z.B. die DRV ins Boot holen.

Eventuell klappe das auch im Rahmen eines LTA-Antrages nach einem Beratungsgespräch mit Ihrem Reha-Berater, der dann auf den Arbeitgeber zugeht. Macht es aber nicht unbedingt einfacher.

Gibt es bei Ihrem Arbeitgeber eventuell sogar eine Abteilung dafür, oder einen Betriebsrat?

von
Immer

Zitiert von: Valzuun
Das Zauberwort heißt in diesem Fall „BEM“ (betriebliches Eingliederungshilfe Management). Üblicherweise ist dies durch (oder wenigstens beim) Arbeitgeber anzustoßen. Der kann dann weitere Stellen, z.B. die DRV ins Boot holen.

Eventuell klappe das auch im Rahmen eines LTA-Antrages nach einem Beratungsgespräch mit Ihrem Reha-Berater, der dann auf den Arbeitgeber zugeht. Macht es aber nicht unbedingt einfacher.

Gibt es bei Ihrem Arbeitgeber eventuell sogar eine Abteilung dafür, oder einen Betriebsrat?

... wenn ich sowas lese, denke ich, dass der Arbeitsmarkt eine Schäfchenwiese ist und Arbeitsplätze zum Spaß an der Freude generiert werden. Diese entstehen jedoch nur dann, wenn der AG ordentlich Gewinn einfahren kann. So ein bisschen krank und ein bisschen rumfriemeln im Betrieb, never!!!

von
Valzuun

Glücklicherweise gibt es auch Arbeitgeber die erkannt haben, dass eine Investition in den Erhalt eines (langjährigen) Beschäftigungsverhältnisse, ggf. mit anderen Aufgaben, nicht zwingend im Widerspruch zum -im privatwirtschaftlichen Bereich zweifelsohne nötigen- „Einfahren von Gewinn“ stehen muss.

Das es auf der anderen Seite auch Arbeitgeber gibt die dies nicht so sehen oder schlicht entsprechend Arbeitsplätze nicht zur Verfügung stellen können bleibt dabei unbestritten.

Zu welcher Kategorie der Arbeitgeber von B2000 gehört entzieht sich aber schlicht meiner Kenntnis.

von
Immer

Zitiert von: Valzuun
Glücklicherweise gibt es auch Arbeitgeber die erkannt haben, dass eine Investition in den Erhalt eines (langjährigen) Beschäftigungsverhältnisse, ggf. mit anderen Aufgaben, nicht zwingend im Widerspruch zum -im privatwirtschaftlichen Bereich zweifelsohne nötigen- „Einfahren von Gewinn“ stehen muss.

Das es auf der anderen Seite auch Arbeitgeber gibt die dies nicht so sehen oder schlicht entsprechend Arbeitsplätze nicht zur Verfügung stellen können bleibt dabei unbestritten.

Zu welcher Kategorie der Arbeitgeber von B2000 gehört entzieht sich aber schlicht meiner Kenntnis.

... bin ich da bei Ihnen. Ich habe als SB im Schütze eines großen Konzerns gearbeitet. Da war bspw. der Zusatzurlaub kein Problem. Sein Blick auf sind mitunter eingeschränkt in der Vielfalt des Tuens, aber was sie können, machen sie verlässlich und gewissenhaft. Es sind nicht die schlechtesten Mitarbeiter. M. W. gibt es in Berlin sogar ein großes Hotel, in dem sogar nur SBe tätig sind. Dennoch schrecken viele Arbeitgeber zurück,was sehr schade und unbegründet ist.