Rente als Hausfrau

von
Daniela

Sehr geehrte Experten,

zuerst möchte ich Ihnen ein großes Lob zu Ihrem werken in diesem Forum aussprechen.

Des Weiteren bitte ich Sie bei folgendem Fall um Hilfe:

Person A, geb. 27.10.56, Hausfrau seit über 7 Jahren möchte aus verschiedenen Gründen frühzeitig in Rente gehen.

Arbeiten kann A nicht, da sie weder Ausbildung, noch ausreichende Deutschkenntnisse besitzt. Außerdem leidet A an psychischen bzw. nervlichen Problemen, die ärztlich dokumentiert sind und die ein arbeiten unmöglich machen.

Welche Möglichkeiten bzw. hat A die Möglichkeit frühzeitig in Rente zu gehen.

Für guten Rat und entsprechende Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Experten-Antwort

Bei einer Geburt am 27.10.56 kommt derzeit nur eine Erwerbsminderungsrente in Frage.
Für die Gewährung einer Erwerbsminderungsrente ist es unter anderem erforderlich, dass in den 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge vorhanden sind. Diese Voraussetzung scheint im vorliegenden Fall nicht erfüllt zu sein.
Ob die Beantragung einer Erwerbsminderungsrente hier dennoch sinnvoll sein kann, sollte in einem Beratungsgespräch mit der Deutschen Rentenversicherung abgeklärt werden.
Denkbar wäre z.B.: dass die Erwerbsminderung bereits zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit eingetreten ist, bei welchen die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente noch erfüllt waren.

von
Daniela

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Fazit: Sie würden empfehlen, dass A zu einem Beratungsgespräch geht und sich dort über ihre Möglichkeiten informiert?

Können Sie mir kurz erläutern, wie Sie das meinen, dass die Rente zu "einem früheren Zeitpunkt" eintritt?

Viele Grüße
Daniela

von
Heinerich

Es geht nicht darum, dass die Rente zu einem früheren Zeitpunkt eintritt, sondern, dass die Krankheit schon in der Vergangenheit vorlag zu einem Zeitpunkt, wo die Voraussetzungen für die Rente erfüllt waren.

von
Aha

Bei einer Rente wegen Erwerbsminderung braucht man außer den sog. versicherungsrechtlichen Voraussetzungen auch einen sog. 'Leistungsfall' (Erkrankung). Dieser kann evtl. auch schon vor längerer Zeit eingetreten sein, ohne dass die Betroffene sich dessen bewußt war bzw. die notwendigen Schritte für eine Rente (Antrag!) eingeleitet hätte. Unter Umständen liegt der 'Leistungsfall' also zu einem Zeitpunkt vor, als auch der Schutz aus der Versicherung noch gegeben war! Der Beginn einer solchen Rente würde sich jedoch am Tag der Antragstellung orientieren - also eine echt rückwirkende Zahlung wird es nicht geben (außer ein früherer Antrag wäre zu Unrecht abgelehnt worden, eine Umdeutung einer Reha wäre nicht verfolgt worden etc. - das führt im Moment aber zu weit...!).

Psych.Erkrankungen haben i.d.R. einen schwankenden Verlauf, so dass hier oft hilfsweise der Tag der Antragstellung hilfsweise als Eintritt des Leistungsfalles 'konstruiert' wird - anders: es liegt ein konkret fassbares Ereignis in der Vergangenheit vor, z.B. Unfall, tätlicher Übergriff, OP etc.)

von
Daniela

Was sollte A jetzt tun?

von
raten

"Person A, geb. 27.10.56, Hausfrau seit über 7 Jahren möchte aus verschiedenen Gründen frühzeitig in Rente gehen.
Arbeiten kann A nicht, da sie weder Ausbildung, noch ausreichende Deutschkenntnisse besitzt. Außerdem leidet A an psychischen bzw. nervlichen Problemen, die ärztlich dokumentiert sind und die ein arbeiten unmöglich machen."
Nun, die "verschiedenen Gründe, aus denen jemand in Rente will (ausgenommen gesundheitliche), dürften für die DRV nicht relevant sein, ebenso Deutschkenntnisse und Vorbildung. Erst mal sollte sie die behandelnden Ärzte fragen, ob die eine drastische Erwerbsminderung sehen und seit wann, hier im Forum weiß das keiner!

von
Daniela

Angenommen die besteht...was tun?

von
uwe

Rente beantragen

Experten-Antwort

Wegen der versicherungsrechtl. Voraussetzungen verweise ich auf die Expertenantwort von 7:09 Uhr.
Sind diese zum Zeitpunkt der Erwerbsminderung nicht erfüllt, bekommt Kundin A (egal wie gesund oder krank) keine Rente, weil sie einfach für das Risiko der Erwerbsminderung nicht versichert war....
Alternativen wären dann:
Leben vom Ersparten
Einkommen des Mannes
wie immer geartete Sozialleistungen, etc.

Die andere Frage ist, ob überhaupt vom medizinischen Standpunkt Erwerbsminderung vorliegt.

Das wäre auf Anraten der Ärzte ggfls. über einen Rentenantrag zu prüfen, wobei dieser "relativ witzlos" ist, wenn die Versicherungszeiten fehlen.

Kundin A soll einen Beratungstermin in ihrer nächstgelegenen DRV Beratungsstelle vereinbaren.