Rente auf Zeit wegen voller Erwerbsminderung - frühzeitige Beendigung

von
Niana

Hallo :)

Ich habe 2007 Rente auf Zeit wegen voller Erwerbsminderung beantragt, diese wurde mir genehmigt und läuft nun offiziell im März 2010 aus. Der Grund war eine psychische Erkrankung. Mittlerweile hat sich mein Zustand so verbessert, das ich ich mich wieder komplett in der Lage sehe normal zu arbeiten. Meine Frage ist nun, hat es für mich irgendwelche Nachteile von mir selbst aus früher aus der Erwerbsminderungsrente zu gehen? Desweiteren wäre wichtig für mich, ob ich auch dann wenn ich selbst diesen Wunsch äußere, ein Gutachten durch einen Arzt erfolgen muss. ((Ich denke ich hab in den letzten Jahren einfach zuviele Ärzte gesehen))

Vielen herzlichen Dank schonmal für eine Antwort :)

Viele Grüße...

von
Auskenner

Teilen Sie der Rentenversicherung schriftlich mit, das Sie ab dem xx.xx.xx. wieder voll arbeiten werden.

Dann ist die Sache erledigt.

von
Aha

Mit der Aufnahme einer Beschäftigung wird ein Einkommen verbunden sein. Bis zum Ablauf der Bewilligung gilt dieses Einkommen als Hinzuverdienst. Entsprechend wird die Rente gekürzt - ggf. kommt die Zahlung zum Ruhen! Der Anspruch besteht dem Grunde nach weiter - schon allein aus Kostengründen wird die DRV keinen Gutachter einschalten um die Rente aus medizinischen Gründen vorzeitig zu beenden.

Wenn Ihre Beschäftigung funktioniert, dann werden Sie keine Weitergewährung beantragen und das Thema Rente ist mit Ablauf der Befristung vorerst erledigt.

Experten-Antwort

Sofern die Rente wegen voller Erwerbsminderung auf Zeit aus Arbeitsmarktgründen gezahlt wird, würde der Anspruch hierauf mit Aufnahme der Beschäftigung entfallen.

Erhalten Sie die Rente wegen voller Erwerbsminderung allein aus medizinischen Gründen, würde in der Regel durch den RV-Träger geprüft, ob ab Aufnahme der Beschäftigung weiterhin volle Erwerbsminderung besteht. Wird dies bejaht, ist das erzielte Entgelt nach § 96a SGB VI auf die Rente anzurechnen.

Beantragen Sie die Weiterzahlung der Rente wegen voller Erwerbsminderung über März 2010 nicht, fällt diese, ohne dass es eines weiteren Bescheides bedarf, mit Ablauf des Monats März 2010 weg.

Die Beschäftigungsaufnahme müssten Sie Ihrem RV-Träger auf jeden Fall mitteilen. Inwieweit dieser aufgrund des nahenden Zeitrentenendes in eine medizinischen Sachaufklärung einsteigt, kann von hier allerdings nicht beurteilt werden.

von
Auskenner

Auch wenn Sie selbst
" meinen " Sie könnten wieder arbeiten, sollten Sie dies auf jeden Fall v o r h e r mit ihrem behandelndem Pyschiater besprechen, inwieweit er auch diese Auffassung vertritt.

Nicht selten ist man während einer psychischen Erkrankung nicht oder noch nicht in der Lage eine wirklich realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit vorzunehmen.

Sollte der Psychiater der Auffassung sein, das der Wiedereinstieg in das Erwerbsleben für Sie derzeit und bis auf weiteres nicht ratsam ist, würde ich dies sehr ernst nehmen und
- vorerst - davon Abstand nehmen.

Es nützt ihnen nämlich gar nichts, wenn Sie nach und vor allem durch die Arbeitsaufnahme wieder einen gesundheitlichen Rückschlag erleiden.

Dann haben Sie nicht nur ihre EM-Rente verloren , sondern auch noch ihre Gesundheit weiter geschädigt....

Überlegen Sie sich darum ihr Vorhaben der Arbeitsaufnahme vor Ende der Berentung sehr sehr genau.

Ich spreche im Übrigen aus eigener Erfahrung.

von
Kranke

"Mittlerweile hat sich mein Zustand so verbessert, das ich ich mich wieder komplett in der Lage sehe normal zu arbeiten."
Sprechen Sie erst mit den behandelnden Ärzten, ob die das auch so sehen. Und, wenn die Sie für wieder arbeitsfähig halten, ob nicht eine stufenweise Wiedereingliederung sinnvoll wäre.

von
Jack

Psychische Erkrankungen sind üblicherweise Schwankungen unterworfen. Es nützt Ihnen jetzt gar nichts, voreilig auf die Rente zu verzichten, wenn es Ihnen z. B. in einigen Monaten (oder auch bei Arbeitsbelastung) wieder schlechter geht und Sie dann für eine erneute Rentenbewilligung kämpfen müssen, bzw. diese gar nicht mehr so einfach zu realisieren ist.
Ich kann mich daher den 'Vor-Rednern' anschließen und Ihnen dringend empfehllen, dies mit Ihrem Arzt / Psychotherapeuten / Neurologen, usw. abzusprechen und z. B. im Rahmen eines Minijobs zu beginnen. Dieser ist renten unschädlich und Sie könne im Rahmen von bis zu 15 Stunden wöchentlich / 400,00 Euro monatlich Ihre Belastbarkeit über einen längeren Zeitraum testen.