Rente aus Beitragszahlungen oder Grundbewertung ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Nils Holger Son
Zitiert von: Rentenuschi
Zitiert von: Jässas*mariah

Kann es sein, dass das Rentenrecht mittlerweile so komplex und unübersichtlich geworden ist, als dass selbst die DRV Mitarbeiter größte Probleme haben, es mit Rechtssicherheit anzuwenden?

Kann nicht verstehen, warum die beiden Antworten, die genau das bestätigt haben, gelöscht wurden.

"Größte Probleme" ist übertrieben, aber ja... es kann nicht mehr jede Auskunft ohne Blick ins Gesetz oder die RAA erteilt werden.

Bestes Beispiel: Rentenbeginn... konnte man früher an 2 Fingern abzählen. Heute braucht man lange Tabellen oder besser den Computer um den frühestmöglichen RB und die möglichen Abschläge auszurechnen.

Noch ein schönes Beispiel für immer komplizierter werdende Gesetze sind die Kindererziehunsgzeiten:

bis Ende 1991 : 1 Jahr KEZ

ab 1992: 1 Jahr KEZ für vor 92 geborene Kinder, 3 Jahre für nach 92 geborene Kinder und 10 Jahre BÜZ

ab 2014: 2. Jahr KEZ, bzw. Zuschlag an Entgeltpunkten (für Rentenbezieher) für vor 92 geborene Kinder, 3 Jahre für nach 92 geborene Kinder und 10 Jahre BÜZ

ab 2019?: 2. Jahr KEZ, bzw. Zuschlag an Entgeltpunkten (für Rentenbezieher) für vor 92 geborene Kinder, 3 Jahre KEZ. bzw. Zuschlag an Entgeltpunkten (für Rentenbezieher) bei 3 Kindern und mehr, 3 Jahre für nach 92 geborene Kinder und 10 Jahre BÜZ

Ist jetzt etwas weit vom Ursprungsthema weg, macht aber nachvollziehbar, dass Fehler eben passieren können.

MfG

Seltsames Löschverhalten, in der Tat.

An Red.:

19:20, Beitrag von @Sozial, kein Text im Thread - wenns hilft/jetzt 20:45. Ok, letzter Beitrag von mir zu diesem Phänomen.

Gruß
w.

von
Rente_Suchender

Guten Abend zusammen,

vielen Dank für die weiter gegebenen Antworten, um möglichst doch die Aufklärung zu erhalten. Eigentlich jetzt auch mehr für Neu-Antragsteller bzw. zur rechtzeitigen Vorab-Klärung des Versicherungsverlaufs, als noch für mich selbst.

@experten_antwort:
Zitat: "Das Pflichtpraktikum ist keine Zeit der beruflichen Ausbildung". Zitat Ende.
Im Moment muss ich das mal so sehen, auch wenn da ja noch andere Meinungen kamen.

@Jonny:
Sie haben geschrieben:
"SGB6_48 Anl1.
Bei Praktikanten liegt Ausbildung vor, wenn
– die für den Beruf beziehungsweise für einen schulisch-theoretischen Ausbildungsgang maßgebenden Ausbildungsbestimmungen die Praktikantenzeit zwingend vorschreiben (Praktikum im Rahmen der Ausbildung)". Zitat Ende.

Also gegensätzlich zu oben. Mein vorsichtiges Recherchieren dieses Paragraphen führte mich in die Zwickmühle. Ist es nicht so, dass dieser SGB6_48 nur zum Waisenrecht gehört ?

@Rentenuschi:
So ist es wohl, die wissen es gar nicht.

@Wolfgang (Antwort 24.08.):
Also die Beratungsstelle bei uns in der Kleinstadt hat leider nur 1x im Monat Sprechstunde (dazu nur mit Termin). Für einen Widerspruch also ungeeignet (wobei bei mir die Frist allerdings sowieso schon lange rum wäre; ....seehr lange). Ich habe auch keine allzu guten Erfahrungen von einer Beratung früher einmal (mit Falschaussage). Und ist es nicht so, dass der Sinn eines Forums genau darin liegt, Unklarheiten über mehrere Meinungen genau hier zu lösen statt auf eine Einzelmeinung angewiesen zu sein ?

@alle:
Wenn solche Fragen auch für Experten schwierig zu beantworten sind und eine komplizierte Rechts- oder Gesetzeslage beklagt wird, warum steht man dann nicht einfach dazu statt Beiträge zu löschen ?
Auch ich verstehe das jetzt nicht so ganz. Nach meiner Erinnerung hat sich u.a. DRV hier über den Gesetzgeber beschwert, der alles so kompliziert gemacht hat. Das kann man doch stehen lassen und würde beantworten, warum ich jetzt noch immer keine wirkliche Sicherheit über die Antwort auf meine Frage habe.

Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass ich nun keine Beratungsstelle aufsuchen werde, aber auch kein Schreiben an die DRV in dieser Sache schicken werde.

Die Angst ist zu groß, dass dann schwerwiegende Fehler ganz anderen Kalibers gemacht werden. Diese Erfahrung musste ich gerade mit einer Nachzahlung machen (der Widerspruch läuft derzeit).

Viele Grüße
Uwe

Experten-Antwort

Liebe Leser,

wir wurden wegen einzelner Löschungen kritisiert. Wenn wir löschen, dann unsinnige Beiträge, politische Diskussionen, Entgleisungen und manchmal auch Dopplungen (der Übersicht wegen). Mischen sich in einem Post wertvolle Informationen mit Verstößen, müssen wir dennoch löschen. Sollten wir versehentlich einen hilfreichen und regelkonformen Post gelöscht haben, entschuldigen wir uns hiermit dafür in aller Form.

Mit vielen Grüßen
Ihr Admin

von
Jonny

@von Rente_Suchender
„Also gegensätzlich zu oben. Mein vorsichtiges Recherchieren dieses Paragraphen führte mich in die Zwickmühle. Ist es nicht so, dass dieser SGB6_48 nur zum Waisenrecht gehört ?“

Ja, den Anschein erweckt es tatsächliche. Aber auf diese Vorschrift verweist ja gerade die Arbeitsanweisung zu § 54 SGB VI mit einem gesonderten Hinweis zu „Praktikanten“.

R3.1 Zeiten der tatsächlichen („echten“) Berufsausbildung
Als Zeiten der Berufsausbildung sind alle Zeiten mit Pflichtbeiträgen anzuerkennen, die für Zeiten einer tatsächlichen („echten“) Berufsausbildung gezahlt sind. ….
Aus der Berufsausbildung müssen Pflichtbeitragszeiten resultieren. ….
Zeiten aufgrund einer tatsächlichen Berufsausbildung liegen zum Beispiel in folgen-den Fällen vor:
– Die Ausbildung erfolgt im Rahmen eines Berufspraktikums (vergleiche Anlage der GRA zu § 48 SGB VI unter dem Stichwort „Praktikanten“).
- ….
Und das nicht zu Unrecht. Denn sonst würde ja in ein und demselben Gesetz „Berufsausbildung“ einmal so und ein anderes Mal so definiert.

Wenn das Praktikum damals ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum für das Studium (Maschinenbau) war, würde ich mich mit entsprechenden Nachweisen doch einmal schriftlich bei der DRV erkundigen, warum die 5 Monate nicht einen Zuschlag auf den Wert von 0,0625 EP bekommen haben.