Rente Ausland/Inland

von
rosenspatz

Hallo,
ich arbeite im Angestelltenverhältnis in Deutschland 3 Wochen/Monat und 1 Woche in der Schweiz, Hauptwohnsitz Deutschland. Wo werden Sozialabgaben fällig? Welcher Arbeitgeber zahlt die Krankenversicherung?
Mfg

Experten-Antwort

Eine Person, die gewöhnlich in zwei oder mehr EU-Mitgliedstaaten (auch Schweiz) abhängig beschäftigt ist, und nicht zum fahrenden oder fliegenden Personal eines Unternehmens gehört, unterliegt den Rechtsvorschriften des EU-Mitgliedstaats (auch Schweiz), in dessen Gebiet sie wohnt, wenn sie ihre Tätigkeit zum Teil im Wohnstaat ausübt (Art. 14 Abs. 2 Buchst. b) i) der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71).

Für Sie müssten also die deutschen Rechtsvorschriften gelten. Sie werden so behandelt, als ob Sie die gesamten Erwerbstätigkeiten in Deutschland ausüben (Art. 14d Abs. 1 VO (EWG) Nr. 1408/71).

Zuständig für die Feststellung der Versicherungspflicht und die Einziehung der Beiträge sind auf deutscher Seite die Einzugsstellen, d. h. die Krankenkassen, bei denen die Beschäftigten versichert sind. Die Einzugsstelle ist auch für die Feststellung zuständig, ob die deutschen Rechtsvorschriften gelten.

Ihre Arbeitgeber müssen sich im Rahmen der nach deutschem Recht bestehenden Arbeitgeberpflichten an Ihre Krankenkasse wenden. Abzuführen ist in Deutschland ein Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die jeweilige Krankenkasse. Der ausländische Arbeitgeber kann mit Ihnen unter Umständen eine Vereinbarung nach Art. 109 VO (EWG) Nr. 574/72 treffen, mit der er Ihnen die Arbeitgeberpflichten überträgt. Wegen der Abwicklung sollten Sie aber insgesamt mit Ihrer Krankenkasse sprechen.

von
KSC

die Expertin hat Ihnen die richtige Grundlage genannt.

In der Praxis bin ich aber überzeugt, dass zumindest für die Rentenversicherung Ihr CH Arbeitgeber nicht sehr begeistert sein wird, wenn er den CH Lohn nach deutschen Grundsätzen mit deutschen Stellen abrechnen und bezahlen soll.
Wieso nicht einfach "schweigen und keine schlafenden Hunde wecken" und den deutschen Lohn in D und den schweizer Lohn in CH verbeitragen?
So wird das in der Praxis nach meiner Kenntnis i.d.R. gemacht....und bislang hat das auch keine Probleme bereitet.

Ich befürchte, dass Sie den CH Job schnell los sind, wenn Ihr AG ihn nach dt. Kriterien behandel soll - da stellt der doch lieber jemand ein, der dieses "unendlich bürokratische Problem" nicht hat :-))

von
H

Die vom user "KSC" vorgeschlagene sogenannte unbürokratische Verfahrensweise führt in der Regel dazu, dass der andere EU/EWR Leistungsträger sich fast immer weigert, aus diesen Zeiten Leistungen zu erbringen. Er ersieht nämlich aus dem deutschen E 205, dass während der zurückglegten Zeit auch deutsche Pflichtbeitragszeiten liegen,ersieht den Wohnsitz und stellt dann seinen E 205 ohne Versicherungszeiten aus, zahlt auch keine Rente. Dann soll in diesen Fällen -manchmal bis zu 10 Jahre rückwirkend- die Krankenkasse Beiträge einfordern, macht jedoch Verjährungsvorschriften geltend.
Es kann also vor derartigen (rechtswidrigen) Verfahrensweisen nur gewarnt werden.

von
KSC

habe ich aber im Verhältnis zur Schweiz noch nie gehört, dass das ein Problem war....