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Rente bei geringem Einkommen

von
Lotus

Guten Tag!

Ich habe eine Frage zu meiner momentanen Situation:

Ich bin alleinerziehende Studentin, BAföG und Studienkredit wurden kürzlich eingestellt, Anspruch auf ALG2 habe ich selber nicht. Meine Tochter erhält Sozial- und Kindergeld.

Um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, habe ich begonnen, neben dem Studium 20 Std. pro Woche selbständig als Tagesmutter zu arbeiten. Damit verdiene ich 680€. Abzüglich 80€ Kranken- und 130€ Rentenversicherung blieben ca. 470€ übrig, was zum Leben absolut nicht reicht.

Wenn ich mehr arbeite, kann ich nicht mehr studieren, was einen Auszug aus unserer Wohnung zur Folge hätte (Studentenwohnheim) und somit noch mehr Schulden verursachen würde (Umzug, Kaution, teurere Miete usw.).

Mir leuchtet der Sinn von Pflichtbeiträgen ein, aber ich frage mich dennoch, ob es in solchen Situationen nicht doch eine Ausnahmeregelung bzw. Möglichkeit gibt, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen?

von
=//=

Natürlich gibt es keine Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Da die Beschäftigung an 20 Std. pro Woche mit einem Verdienst über der Geringfügigkeitsgrenze ausgeübt wird, ist sie von Gesetzes wegen grundsätzlich versicherungspflichtig (§ 1 SGB VI). Ausnahmen hierfür gibt es nicht.

von
Herz1952

Hallo Lotus,

nicht verzagen, Herz1952 fragen (smile):

Wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber nicht weiterkommen, nehmen Sie diesen Vordruck und schicken ihn an die KK, an die die Beiträge abgeführt worden sind:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_antraege/_pdf/V8225.html

Sie beantworten nur die Fragen, die für Sie als Arbeitnehmer gelten - der AG muss nicht beteiligt werden.

von
Lotus

Danke für die Antworten!

@Herz1952

Ich verstehe nicht, wie mir das Formular helfen könnte? Ich bin als selbständige Tagesmutter bei einem Einkommen über 450€ rentenversicherungspflichtig, würde also nicht "zu Unrecht" zahlen.

Bei einem Einkommen, das sogar unterhalb des ALG2-Regelsatzes liegt, ist man mMn jedoch in keinster Weise zahlungsfähig, Pflicht hin oder her. In vielen Fällen hätte man Anspruch auf aufstockende Sozialleistungen, die zu leistenden Versicherungsbeiträge würden dann bei der Einkommensbereinigung berücksichtigt werden. Bei mir als Studentin ist das aber nicht gegeben. Weder übernimmt ein Arbeitgeber oder Sozialleistungsträger meine Beiträge, noch kann ich das für meinen Lebensunterhalt fehlende Geld in Form von ALG2 o.ä. beantragen.

An dem Punkt verstehe ich dann nicht, dass die Rente mehr Priorität als das momentane Überleben hat. Mit 783€ BAföG habe ich bisher auch keine RV gezahlt. Nun habe ich sogar weniger Einkommen und bin verpflichtet, 18,7% RV zu zahlen.

von
=//=

Nochmal: Es gibt KEINE gesetzliche Regelung, die Sie versicherungsfrei macht, auch wenn Ihr Gesamteinkommen zum Leben nicht ausreicht. Sie sind garantiert nicht die Einzige hier im Land, die Pflichtbeiträge zahlen muß, auch wenn das Bruttoeinkommen aus selbständiger Tätigkeit niedrig ist. Außerdem ist dieses Einkommen ja nicht das Einzige, sondern Sie erhalten BAFÖG 783 EUR, für Ihre Tochter Sozial- und Kindergeld plus netto 470 EUR. Somit liegen Sie mit Ihrem Gesamteinkommen (minimum 1300 EUR) sicherlich nicht unter dem Hartz IV-Satz!

Der Beitrag von Herz1952 ist ja mal wieder völlig daneben. :-(

von
=//=

Sorry, habe überlesen, dass das BAFÖG eingestellt wurde. Weshalb eigentlich? Dies ändert aber nichts an den Fakten.

von
herzstein

Zitiert von: Herz1952

Hallo Lotus,

nicht verzagen, Herz1952 fragen (smile):

Wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber nicht weiterkommen, nehmen Sie diesen Vordruck und schicken ihn an die KK, an die die Beiträge abgeführt worden sind:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/de/Inhalt/5_Services/04_formulare_antraege/_pdf/V8225.html

Sie beantworten nur die Fragen, die für Sie als Arbeitnehmer gelten - der AG muss nicht beteiligt werden.


Was versprechen Sie sich davon wenn Sie Fragesteller in die Irre Führen?
Ist das Boshaftigkeit oder sind sie einfach nur Dumm?

von
Herz1952

ergänzend zu den beiden Vorrednern beiliegende Broschüre für Selbständige

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/selbstaendig_wie_rv_schuetzt_aktuell.pdf?__blob=publicationFile&v=20

Seite 8
Wer ist Kraft Gesetzes Versicherungspflichtig - Wenn Sie in die Beratungsstelle gehen, wird auch ein "Prüfauftrag" für die Rentenversicherung bzw. KSK eingeleitet. Das Ergebnis erhalten Sie in Form eines Bescheides.

ab Seite 16 ff
Wenn Sie nicht Kraft Gesetzes versicherungspflichtig sind, können Sie - müssen aber nicht - einen Antrag auf Versicherungspflicht stellen. Durch die Zahlung von PFLICHTbeiträgen kann der Erwerbsminderungsschutz aufrecht gehalten werden. Die Alternative dazu, die Freiwillige Beitragszahlung, hilft Ihnen eine bestimmte Wartezeit für eine Altersrente zu erfüllen, um ggf. vorzeitig (mit/ohne) Abschlag in Rente zu gehen und erhöht die Altersrente in ihrem Zahlbetrag. Letzteres sollte allerdings nicht der Grund für eine freiwllige Beitragszahlung sein. Freiwillige Beiträge sind aber keine PFLICHTbeiträge. Da bleibt dann der EM-Schutz auf der Strecke.

Alles weitere dann in der Beratungsstelle oder beim örtlichen Versicherungsamt (smile)

von
=//=

Tagesmütter sind seit ein paar Jahren auf jeden Fall rentenversicherungspflichtig, da beißt die Maus kein Faden ab! Da muss nichts geprüft werden.

von
Herz1952

Zitiert von: =//=

Tagesmütter sind seit ein paar Jahren auf jeden Fall rentenversicherungspflichtig, da beißt die Maus kein Faden ab! Da muss nichts geprüft werden.

Hallo = // =,

Sie unterschätzen die Möglichkeiten eines Rentenberaters bzw. Rechtsanwalts. Ich selber habe auch schon Fälle erlebt, die aussichtslos sein sollten. Dank meines Rentenberaters habe ich aber vor Gericht recht bekommen.

"Recht haben" oder "Recht bekommen" sind halt zwei paar Schuhe (smile)

von
Herz1952

Zitiert von: Herz1952

Sie unterschätzen die Möglichkeiten eines Rentenberaters bzw. Rechtsanwalts. Ich selber habe auch schon Fälle erlebt, die aussichtslos sein sollten. Dank meines Rentenberaters habe ich aber vor Gericht recht bekommen.

.....und die DRV musste den auch noch bezahlen. (smile)

Experten-Antwort

Tagesmütter können zu den versicherungspflichtigen Selbständigen des § 2 SGB VI (Erzieher) gehören. Die Möglichkeit der Befreiung von der Versicherungspflicht besteht aber nur für einen kleinen Personenkreis, der die Voraussetzungen des § 6 SGB VI erfüllt. Selbständige Tagesmütter gehören nicht dazu.

von
Herz1952

Hallo Lotus,

lassen Sie sich von den "anderen" Herzen nicht irreführen.

Rentenmäßig ist alles geklärt.

Was ich Ihnen noch empfehlen könnte ist, dass Sie "Hilfe zum Lebensunterhalt" beantragen.

von
Herz1952

Hallo Lotus,

Die Krankenversicherungsbeiträge werden bei Hilfe zum Lebensunterhalt praktisch übernommen, wenn Sie trotz eigenen Einkommen noch bedürftig wären. Die Rentenbeiträge müssten dabei auch berücksichtigt werden, nämlich einkommensmindernd, so dass dadurch "Bedürftigkeit" entstehen könnte.

Erkundigen Sie sich bitte genauer beim Sozialamt.

von
=//=

Zitiert von: Herz1952

Zitiert von: =//=

Tagesmütter sind seit ein paar Jahren auf jeden Fall rentenversicherungspflichtig, da beißt die Maus kein Faden ab! Da muss nichts geprüft werden.

Hallo = // =,

Sie unterschätzen die Möglichkeiten eines Rentenberaters bzw. Rechtsanwalts. Ich selber habe auch schon Fälle erlebt, die aussichtslos sein sollten. Dank meines Rentenberaters habe ich aber vor Gericht recht bekommen.

"Recht haben" oder "Recht bekommen" sind halt zwei paar Schuhe (smile)

Ach so, ein Rentenberater oder Rechtsanwalt kann also per Gericht Gesetze der Rentenversicherung außer Kraft setzen? DAS wußte ich allerdings nicht. 10 x smile :-)

von
W*lfgang

Zitiert von: Herz1952
Was ich Ihnen noch empfehlen könnte ist, dass Sie "Hilfe zum Lebensunterhalt" beantragen.
...wer nicht voll erwerbsgemindert ist, hat mit dem Sozialamt nichts zu tun! Und dass das ALG 2 eingestellt worden ist, wird seinen Grund haben - wahrscheinlich Unterhalt des Kindsvaters, so auch die BAföG-Einstellung.

Da ist mehr da, als Lotus hier bekannt gibt.

Gruß
w.

von
Lotus

Herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten.
Scheinbar gibt es da wirklich keine Möglichkeit, mehr wollte ich auch nicht wissen.

Nochmal, um Missverständnisse zu vermeiden:

Ich habe BISHER BAföG und einen kleinen Studienkredit erhalten. Diese wurden beide im April eingestellt, da ich eine Prüfung nicht komplett bestanden habe und daher den erforderlichen Leistungsnachweis nicht in der vorgesehenen Frist erbringen konnte.

ALG2 wurde nicht EINGESTELLT, sondern immatrikulierte Studenten haben GRUNDSÄTZLICH keinen Anspruch darauf. Für Wohngeld fehlt mir das erforderliche Mindesteinkommen. Unterhalt für meine Tochter erhalte ich auch nicht.

Bedeutet:
680€ Tagespflege-Gehalt
320€ Sozialgeld für meine Tochter
50€ Mehrbedarf für Alleinerziehende
190€ Kindergeld für meine Tochter
- 80€ KV
- 130€ RV
_____________
1030€

Regelbedarf ALG2 wäre:
404€ für mich
270€ für meine Tochter
50€ Mehrbedarf für Alleinerziehende
475€ Warmmiete
__________
1199€

von
W*lfgang

Zitiert von: Lotus
ALG2 wurde nicht EINGESTELLT, sondern immatrikulierte Studenten haben GRUNDSÄTZLICH keinen Anspruch darauf. Für Wohngeld fehlt mir das erforderliche Mindesteinkommen.
Lotus,

ich gehe davon aus, dass Sie mangels Wohngeldanspruch dann doch zum Sozialamt wegen Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) verwiesen worden sind - insofern revidiere ich meine Aussage in dieser besonderen Situation. Die Leistungssätze dürften ähnlich ALG 2, aber auch nach deren Kriterien zu beurteilen sein. Nebenbei, von HLU / Wohngeld / BAföG/ ALG 2 habe nur Randkenntnisse ...

Ansonsten versuchen Sie es mal in diesen Foren:

http://www.sozialhilfe24.de/forum/
http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/

Gruß
w.

von
Lotus

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Lotus
ALG2 wurde nicht EINGESTELLT, sondern immatrikulierte Studenten haben GRUNDSÄTZLICH keinen Anspruch darauf. Für Wohngeld fehlt mir das erforderliche Mindesteinkommen.
Lotus,

ich gehe davon aus, dass Sie mangels Wohngeldanspruch dann doch zum Sozialamt wegen Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU) verwiesen worden sind - insofern revidiere ich meine Aussage in dieser besonderen Situation. Die Leistungssätze dürften ähnlich ALG 2, aber auch nach deren Kriterien zu beurteilen sein. Nebenbei, von HLU / Wohngeld / BAföG/ ALG 2 habe nur Randkenntnisse ...

Ansonsten versuchen Sie es mal in diesen Foren:

http://www.sozialhilfe24.de/forum/
http://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/

Gruß
w.

Nein, bin ich nicht. Von HLU höre ich hier zum ersten Mal.
Aber die Anspruchsvoraussetzungen treffen doch auch in diesem Fall gar nicht auf mich zu? (Ich bin uneingeschränkt erwerbsfähig und befinde mich in einer dem Grunde nach BAföG-förderungsfähiger Ausbildung, auch bin ich nicht schwer erkrankt o.ä. Oder würde ich als Härtefall durchgehen?)

von
W*lfgang

Zitiert von: Lotus
Oder würde ich als Härtefall durchgehen?
Lotus,

ist HIER/in diesem Forum nicht lösbar - da müssen Sie sich an die einschlägigen Stellen/Sozialamt wenden ...oder/und Erstinformationen in den genannten Foren einholen.

Gruß
w.