Rente + dazu verdienen

von
Lieselotte

nächstes Jahr werde ich 65 (davon 40 Jahre gearbeitet) und möchte im Anschluss bei meinem Arbeitgeber 3 Tage in der Woche weiterarbeiten. Ist es sinnvoller die Rente zu beantragen und einen Vertrag über die 3 Tage zu machen oder einfach vermindert auf 3 Tage weiterarbeiten ohne die Rente zu beantragen?
Danke für die Antworten, L.

Experten-Antwort

Wenn Sie nächstes Jahr 65 werden können Sie beides, entweder Rente plus Arbeitsverdienst (hier gibt es keine Hinzuverdienstgrenze) oder keine Rente und Arbeitsverdienst. Es ist eine Milchmädchenrechnung. Durch den Verdienst (ohne Rente) erhöht sich Ihre Rente und zusätzlich jeden Monat nach dem 65.erhöht sich Ihr Zugangsfaktor um 0,0005. Dafür "verschenken" Sie jeden Monat Ihre Rente, die Sie nicht beantragt haben. Sie sollten zu Probeberechnungen eine Auskunfts- und Beratungsstelle der DRV aufsuchen. Adressen hier im Forum.

von
Wolfgang

> erhöht sich Ihr Zugangsfaktor um 0,0005

Deutsch: für jeden Monat späteren Rentenbeginn nach 65 gibt es einen Zuschlag von 0,5 % zur Rente. Bei Rentenbeginn mit z. B. 66 wird die Rente um 6 % erhöht.

Gruß
w.

von
Schiko.

Respekt, dass sie als frau nächstes jahr 40 jahre bei-
tragszeit nachweisen können.

Als weißer jahrgang können sie die rente mit 65 jahren
ohne abschlag beantragen, sind also von der herauf-
setzung bis 67 keinen monat betroffen.

Dies bedeutet, wenn sie mit ihrer freizeit als rentnerin
nicht zurecht kommen können sie weiterarbeiten und
rentenunschädlich unbeschränkt dazu verdienen.

Berücksichtigen sie aber dabei, von ihrer bruttorente,
beginnend im jahre 2009 sind 58% steuerpflichtig.

Sicher wissen sie auch, genügt ihnen ein 400 eurojob
-brutto für netto- trägt der arbeitgeber steuer und lohn-
nebenkosten alleine. Der betrag spielt bei der einkommen-
steuererklärung keine rolle.
Arbeiten sie noch ein jahr weiter ohne die rente zu be-
antragen, werden natürlich für dieses jahr beiträge zur
rentenversicherung abgeführt.

Ist die bruttorente 2009 1.000 euro , erhöht sich diese
mit 66 jahren um 6 % lebenslang, statt 1.000, auf 1066
euro monatlich.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schiko.

Jetzt aber schnell, entschul-
digung, 1060 natürlich.

von
CARLOTTA

das stimmt nur bedingt. ich habe einen 400€ job und mir werden steuern abgezogen ?

von
Rosanna

Hallo Carlotta,

dann läuft da aber was falsch. Bei einem Mini-Job bis 400,- € muss der ARBEITGEBER die pauschalen Sozialabgaben UND die Steuern entrichten und darf diese nicht von Ihrem Gehalt abziehen.

@Lieselotte

Wie bereits vom Experten dargelegt, ist es in der Regel eine Milchmädchenrechnung, auf die Regelaltersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres zu "verzichten", um die 0,5 % pro Monat mehr zu bekommen. Sicherlich kommen dann auch noch die nach dem 65. LJ. entrichteten Beiträge hinzu, aber das macht in der Regel "den Kohl nicht fett".

Arbeiten Sie neben der Regelaltersrente weiter (egal, ob auf Minijob-Basis oder mehr), hat nur der Arbeitgeber RV-Beiträge zu entrichten, Sie nicht mehr. Da es dann keine Hinzuverdienstgrenze mehr gibt, können Sie sich nach Lust und Laune Ihre Beschäftigung ausüben. Unterm Strich dürfte eigentlich mehr dabei herauskommen, als wenn Sie den Rentenbeginn der R.-Altersrente verschieben.

MfG Rosanna.

von
Knut Rassmussen

Der Arbeitgeber muss nicht pauschal versteuern!

von
Schiko.

Wie immer - mach ich ja auch so- jeder hat ein bischen
recht.
Es ist doch tatsache, für einen geringverdiener job, der
arbeitgeber erhält keine steuerkarte, sind bei den 30%
auch 2% steuer enthalten.
Schlaue arbeitgeber wissen es, diese kürzen diese 2%
und überweisen an den berechtigten statt 400, 392 euro,
dies ist zulässig.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Schwarzwälder

Muß man dann am Ende des Jahres trotzdem die 400 Euro nochmal versteuern oder ist dies mit der Pauschalsteuer abgegolten? Oder unterliegt der Betrag dann dem Progressionsvorbehalt? Zumindest wird im Steuerformular nach pauschal versteuertem Einkommen gefragt.

von
Schiko.

Nein, durch die 2 % ist der
betrag für den arbeitnehmer
vollkommen steuerfrei.
Nur, der arbeitgeber holt sich
beim arbeitnehmer den betrag
den er für steuer abgeführt
hat.
Schon garnicht hat dies mit
progressionsvorbehalt zu tun,
darunter fallen ja die ver-
schiedenen lohnersatz-
leistungen.

MfG.

von
-

Ohne Vorlage der Steuerkarte beim Mini-Job-Arbeitgeber: 2% Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber - Arbeitnehmer erhält Brutto=Netto

Wenn Steuerkarte beim Mini-Job-Arbeitgeber eingereicht wird (manche verlangen es sogar), wird nicht nur pauschald versteuert und vom Brutto abgezogen, sondern nach der individuellen Steuerklasse versteuert und vom Brutto abgezogen.

von
Schiko.

Dann ist es doch kein minijob
sondern
ein normaler, geringer
arbeitsverdienst.
In diesem falle ist die vorlage
der steuerkarte zwingend,
als zweitjob neben dem haupt
verdienst mit steuerklasse VI.
Die steuer trägt der AN., die
sozialversicherung wird
paritätisch verrechnet.

MfG.

von
CARLOTTA

ich arbeite für ein reinigungsunternehmen in norddeutschland mit sitz in lübeck. diese firma arbeitet hauptsächlich mit bis zu 400€ reinigungskräften. ohne lohnsteuerkarte. vom lohn werden 2 prozent steuern einbehalten. es werden auch unterkünfte in den bundeswehrkasernen sowie büros in den einzelnen standorten gereinigt.
MfG CARLOTTA

von
-

Zitat von der Internetseite der Mini-Job-Zentrale zum Thema Steuerrecht bei Mini-Jobs:

"Besteuerung des Arbeitsentgelts aus geringfügigen Beschäftigungen

Das Arbeitsentgelt von Minijobbern ist stets steuerpflichtig. Die Lohnsteuer kann pauschal oder nach den Merkmalen der Lohnsteuerkarte erhoben werden.

Im Falle der pauschalen Besteuerung ist der Arbeitgeber Steuerschuldner. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, die Steuer auf den Arbeitnehmer abzuwälzen. Der pauschal versteuerte Lohn bleibt in jedem Fall bei der persönlichen Einkommensteuerveranlagung des Arbeitnehmers unberücksichtigt.

Wählt der Arbeitgeber für einen Minijob nicht die pauschale Lohnsteuererhebung, so ist die Lohnsteuer vom Arbeitsentgelt nach Maßgabe der vorgelegten Lohnsteuerkarte zu erheben. Die Höhe des Lohnsteuerabzugs hängt von der Lohnsteuerklasse ab. Bei den Lohnsteuerklassen I (Alleinstehende), II (bestimmte Alleinerziehende mit Kind) oder III und IV (verheiratete Arbeitnehmer/innen) fällt für das Arbeitsentgelt bis 400 Euro keine Lohnsteuer an; bei den Lohnsteuerklassen V oder VI erfolgt hingegen schon bei geringen Arbeitsentgelten ein Steuerabzug.

Unabhängig von der Steuerklasse - und damit auch in den Fällen der Steuerklassen I bis IV, in denen es im 400-Euro-Bereich noch keinen monatlichen Steuerabzug gibt - ist der in der Lohnsteuerkarte eingetragene Lohn bei der jährlichen Einkommensveranlagung zu berücksichtigen.

Einheitliche Pauschsteuer von 2 Prozent

Verzichtet der Arbeitgeber auf die Vorlage einer Lohnsteuerkarte, ist die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer für einen 400-Euro-Minijob mit einem einheitlichen Pauschsteuersatz von insgesamt 2 Prozent des Arbeitsentgelts zu erheben. Voraussetzung ist allerdings, dass er für diese Beschäftigung Rentenversicherungsbeiträge (Pauschalbeitrag mit oder ohne Aufstockungsbetrag des Arbeitnehmers) zahlt. In dieser einheitlichen Pauschsteuer ist neben der Lohnsteuer auch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer enthalten. Der einheitliche Pauschsteuersatz beträgt auch 2 Prozent, wenn der Arbeitnehmer keiner erhebungsberechtigten Religionsgemeinschaft angehört. Die einheitliche Pauschsteuer wird zusammen mit den sonstigen Abgaben für Minijobs ausschließlich an die Minijob-Zentrale gezahlt

von
Schiko.

Ich irre mich öfters.Weiß nicht
wo meine kurzfassung so sehr
abweicht von den langen aus-
führungen.
Trotzdem vielen dank.

MfG.

von
-

es ist und bleibt trotzdem ein Mini-Job. Und Sozialversicherungsbeiträge fallen für den AN trotz der Versteuerung per Lohnsteuerkarte NICHT an.

von
Schiko.

Auch da haben sie recht, wenn keine hauptbeschäf-
tigung besteht.
Bei steuerklasse I/IV steuer-
anfall erst bei 900, steuer-
klasse III erst über 1700 mtl.

MfG.