Rente der Hinterbliebenen Ehefrau

von
bairbus

Guten Tag,

aufgrund der Tatsache, dass ich eine Rente wegen einer anerkannten Berufskrankheit (Silikose) beziehe, wurde meine normale Knappschafts-rente gekürzt. Wie ist das nun in meinem Ablebensfall, bekommt meine Frau die Rente berechnet vom ursprünglichen oder vom gekürzten Betrag?

Ich bedanke mich vorab für eine Antwort.

von
Rentendoc

Ob die Hinterbliebenenrente gekürzt wird hängt davon ab, ob eine Unfallhinterbliebenenrente gewährt wird.Sterben sie an den Folgen der Berufskrankheit gewährt die Berufsgenossenschaft auch eine Witwenrente.Diese wird dann auf die Knappschaftsrente angerechnet und es kommt ggfs.zu einer Kürzung.

von
bairbus

Ich bedanke mich für die Antwort. Meine Knappschaftsrente ist aber jetzt schon gekürzt, eben weil ich eine Rente von der BG bekomme. Mal angenommen, ich sterbe an den Folgen eines Autounfalls, bekommt meine Frau dann die Rente berechnet nach dem was ich heute an Knappschaftsrente bekomme oder nach dem, was ich vor dem Bezug der BG Rente an Knappschaftsrente bekam?

von
-_-

Zuerst wird die Unfallrente festgestellt, dann die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung unter Berücksichtigung der Bestimmung in § 93 SGB VI berechnet.

---> http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__93.html

Bei der Hinterbliebenenrente ist das ebenfalls so. Damit beantwortet sich auch Ihre Frage bereits. Um die Berechnung nach § 93 SGB VI vornehmen zu können, muss die Rentenhöhe ohne die Begrenzung zunächst bekannt sein. Es handelt sich also nicht um eine Kürzung, sondern um eine Begrenzung des Anspruchs, weil sich die soziale Sicherungsfunktion (Lohnersatz) beider Leistungen überlagert.

Gleichszeitig hat die Unfall- und Unfallhinterbliebenenrente aber auch eine Entschädigungsfunktion.

Deshalb werden Sie z. B. in Absatz 2 der Bestimmung etwas davon lesen, dass bestimmte Beträge bei der Berechnung unberücksichtigt bleiben, z. B. "ein der Grundrente nach § 31 in Verbindung mit § 84a Satz 1 und 2 des Bundesversorgungsgesetzes entsprechender Betrag". Bei der Leistung nach dem BVG handelt es sich z. B. um die Entschädigung von Soldaten, die im Krieg verletzt worden sind (Kriegsversehrte).

Besteht für denselben Zeitraum Anspruch

1. auf eine Rente aus eigener Versicherung und auf eine Verletztenrente aus der Unfallversicherung oder

2. auf eine Hinterbliebenenrente und eine entsprechende Hinterbliebenenrente aus der Unfallversicherung,

wird die Rente insoweit nicht geleistet, als die Summe der zusammentreffenden Rentenbeträge vor Einkommensanrechnung den jeweiligen Grenzbetrag übersteigt.

Die Darstellung im Rentenbescheid, z. B. die Berechnung des Grenzbetrages, ist glücklicherweise im individuellen Fall wesentlich besser nachvollziehbar, als die gesetzliche Bestimmung für den Laien vermuten lässt, die alle möglichen Varianten im Text berücksichtigen muss.

Experten-Antwort

Hallo bairbus,

die Hinterbliebenenrente wird prozentual von der Versichertenrente im Zeitpunkt des Todes berechnet. Es wird also von der ursprünglichen Versichertenrente vor Anwendung der Anrechnungsvorschrift des § 93 SGB VI ausgegangen.
Eine Hinterbliebenenrente aus der Unfallversicherung wird auch nur dann gewährt, wenn der Tod mit den damaligen Unfallfolgen in Zusammenhang gestanden hat.
Dann erhält der Ehegatte des Verstorbenen ebenfalls eine Unfallhinterbliebenenrente, die ggf. wiederum auf die Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung anzurechnen ist.
Sofern Ihre Frau eigenes Einkommen hat, erfolgt zusätzlich eine Anrechnung des Einkommens. Bei Bestehen eines Anspruchs gegen die gesetzliche Unfallversicherung, erfolgt die Einkommensanrechnung dort vorrangig.

von
bairbus

Ich bedanke mich für die Mühe, die sich die Beantworter/In meiner Frage gemacht haben.

Vor allen Dingen die laiengerechte Darstelung der Expertin, ist für mich verständlich und gut nachvollziehbar.