Rente für langjährig Versicherte - Rückwirkender Rentenantrag zum 1.11. möglich?

von
Thorsten58

Ich bin im Mai 63 Jahre geworden.
Frage: Wenn ich jetzt (im November) eine Altersrente für langjährig Versicherte beantrage - kann ich den Antrag rückwirkend zum 1.11. stellen? Oder geht das erst zum 1.12.?

von
KSC

Ja geht problemlos, Sie werden natürlich die Novemberrente nicht am 30.11. auf dem Konto haben - aber die wird ja nachgezahlt.

von
KSC Ergänzung

Und Sie dürfen natürlich vom 01.11. bis 31.12.21 noch bis maximal 46.060 € zuverdienen.

Und 2022 ist wohl auch ein ähnlicher Zuverdienst möglich.

Nach Informationen des Bundesverbandes der privaten Rentenberater soll das am Donnerstag im Bundestag so beschlossen werden, dass der erhöhte Zuverdienst auch auf 2022 ausgedehnt werden soll.

Es lebe die Flexirente!

von
ICKE

Zitiert von: KSC Ergänzung

Und 2022 ist wohl auch ein ähnlicher Zuverdienst möglich.

Nach Informationen des Bundesverbandes der privaten Rentenberater soll das am Donnerstag im Bundestag so beschlossen werden, dass der erhöhte Zuverdienst auch auf 2022 ausgedehnt werden soll.

Und wo steht das? Auf der Internetseite des Bundesverbandes der privaten Rentenberater steht nur, dass diese auch für 2022 eine Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze fordert.

Tatsächlich hat sich die Regierung noch überhaupt gar nicht dazu geäußert und es ist alles andere als sicher, wie das nächstes Jahr geregelt sein wird!

Experten-Antwort

Hallo Thorsten58,
gemäß § 99 SGB VI muss der Rentenantrag innerhalb von 3 Monaten ab Erfüllung der Voraussetzungen für die Rente beantragt werden, damit diese pünktlich beginnen kann. Diese Regelung gilt solange wie Sie eine abschlagsbehaftete Rente beantragen wollen.
Bei Beantragung einer regulären abschlagsfreien Rente und Antragstellung außerhalb der drei-Monatsfrist beginnt die Rente erst mit dem Antragsmonat.
D.h. für Ihr Beispiel: Wenn Sie die Rente im November beantragen kann diese zum 01.11.2021 beginnen. Eine Beantragung im Dezember ist für einen Rentenbeginn 01.11. nur ausreichend, wenn die Altersrente abschlagsbehaftet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Thorsten58

Vielen Dank für die Antworten.
Ich habe noch einmal eine Nachfrage um sicherzugehen, dass ich es richtig verstanden habe.

Ich bin im Mai dieses Jahres 63 geworden. Es geht um eine Altersrente mit Abschlägen. Hätte ich schon im August einen Rentenantrag gestellt, wäre das nach meinem Wissen 3 Monate rückwirkend möglich gewesen, also zum 1.6.
Wenn ich jetzt, also noch vor Ende November den Antrag stelle, kann ich diesen nur rückwirkend zum 1.11. stellen. Ist das so richtig?

von
Thomas Neumann

Zitiert von: ICKE

Und wo steht das? Auf der Internetseite des Bundesverbandes der privaten Rentenberater steht nur, dass diese auch für 2022 eine Erhöhung der Hinzuverdienstgrenze fordert.

Tatsächlich hat sich die Regierung noch überhaupt gar nicht dazu geäußert und es ist alles andere als sicher, wie das nächstes Jahr geregelt sein wird!

Siehe
https://dserver.bundestag.de/btd/20/000/2000078.pdf

In der Beschlussempfehlung des BT-Hauptausschusses wurde eine entsprechende Ergänzung angeregt, die die Verlängerung des § 302 Abs. 8 SGB VI bis Ende 2022 vorsieht. Ich gehe davon aus, dass dies auch so vom Bundestag beschlossen wird (morgen).

Thomas Neumann
Präsident
Bundesverband der Rentenberater e.V.

von
KSC

Ergänzung: heute hat "meine DRV" die Mitarbeiter informiert, dass dies morgen wohl so auf dem Bundestagsprogramm stehen wird.

Damit dürfte das Ganze ziemlich "save" sein.

PS: auch im Dezember 2020 kam die Info aus dem Verband der Rentenberater ein paar Tage bevor man bei der DRV davon wusste.

Lobbyarbeit halt.......

von
W°lfgang

Zitiert von: Thorsten58
Ich bin im Mai 63 Jahre geworden.
Frage: Wenn ich jetzt (im November) eine Altersrente für langjährig Versicherte beantrage - kann ich den Antrag rückwirkend zum 1.11. stellen? Oder geht das erst zum 1.12.?

Hallo Thorsten58,

diese Rente können Sie jetzt auch noch ab 01.09. rückwirkend beginnen lassen - und, wie von @KSC bereits ausgeführt - die hohe Hinzuverdienstgrenze in diesem Jahr ausnutzen.

Natürlich fällt der Abschlag damit um 0,6 % höher aus, statt zum 01.11. Die Beiträge/die Rente aus den EP aus der Zeit ab 01.09. werden nach Erreichen der Regelaltersrente ohne Abschlag ontop draufgelegt.

Die bei 'Flexi-Rente' entstehende Gemengelage aus

- extra Steuern nachzahlen/für die Rente
- vorerst zusätzlich/parallel volle Rente, ggf. schon Betriebsrente
- etwas höherer Abschlag, wann kippt der Vorteil der früheren Rentenzahlung zugunsten späterem/höherem Rentenbeginn um
- ggf. rückwirkend auch noch freiwillige KV zu 'installieren'
- ggf. rückwirkend Entfall von Sozialleistungsbezug (Krankengeld/Kurzarbeitergeld)
- und was ein *Scheißverwaltungsaufwand rückwirkend für alle Beteiligten/außer bei Ihnen

ist schon eine besondere, nicht zuletzt um den max. möglichen finanziellen Vorteil mittelfristig bewerten zu können (holen Sie selbst mal Ihren alten Rechenschieber raus ;-)). Bei schon abschlagsfreiem Rentenbeginn sehe das alles etwas einfacher aus, liegt leider nicht vor.

Wählen Sie den 01.11. als Rentenbeginn, ist der wahrscheinlich einfachste Verfahrensweg.

Eine Terminvereinbarung für den Rentenantrag bei der nächsten Beratungsstelle sichert Ihnen bereits die Einhaltung der Fristen, auch wenn der Antrag formell erst im nächsten Jahr aufgenommen werden kann.

Online können Sie das/den Antrag auch selbst stellen:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Online-Dienste/online-dienste_node.html

Gruß
w.

von
W°lfgang

[quote=378484](...)
In der Beschlussempfehlung des BT-Hauptausschusses wurde eine entsprechende Ergänzung angeregt, die die Verlängerung des § 302 Abs. 8 SGB VI bis Ende 2022 vorsieht. Ich gehe davon aus, dass dies auch so vom Bundestag beschlossen wird (morgen)./quote]

Hallo Thomas Neumann,

Danke auch Ihnen für den ergänzenden/bestätigenden Hinweis, so hatte ich es auch gefunden.

Da Behörden nicht spekulieren - und von oben nach unten rechtssicher immer ein paar Tage länger dauert - kann man das bis zum Gesetz schon mal spekulativ für Beratungen verwenden/in aller Vorsicht zunächst ...die noch folgenden nächtlichen Beratungstermine werde ich wohl um ein paar Std. verschieben müssen ;-)

Gruß
w.

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