Rente jetzt noch möglich?

von
Frost

Hallo,
also ich Frage für eine andere Person. Bei der ist es so das sie nach Abschluss einer Ausbildung erkrankt ist und daraufhin 72 Wochen Krankengeld erhielt. Innerhalb von diesen 72 Wochen wurde bei der RV eine Reha-Kosten-Übername beantragt und genehmigt. Die Reha die erst viel später folgte ist noch am laufen aber sie wird voraussichtlich nicht zur Arbeitsfähigkeit führen.

Also es geht mir jetzt darum ob man mit einer Rente zu 100% rechnen kann, vorausgesetzt diese wird beantragt und eine Leistungsfähigkeit unter 3 Stunden wird ärztlich begutachtet.

Es ist oder war ja so mit der Wartezeit 3 Jahre Pflichtbeitragszeit in den Letzten 5 Jahren oder 1 Jahr Pflichtbeitragszeit in den Letzten 2 Jahren und dabei eine Ausbildung Beendet haben.

Also ich denke die Wartezeit ist erfüllt ich bin mir jetzt nur nicht sicher ob in diesem Fall der Reha-Antrag umgewandelt wird in ein Rentenantrag?

Was gibt es hierbei im speziellen für Voraussetzungen?

Muss man dabei den normalen Ranten-Antrag stellen, oder bedarf es in diesem Fall ein spezielles Renten-Antragsformular?

*keine Trolle bitte*

von
Heinerich

Hallo,

als erstes wird im Rahmen der Reha im Abschlussgutachten eine Aussage getroffen, wie groß das (Rest-)Leistungsvermögen ist. Kommt man darin zum Schluss, dass eine Erwerbsminderung besteht, wird der Rehaantrag von Amts wegen zur Umdeutung an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Von dort erhöt der Versicherte dann weitere Nachricht.

Sollte nur festgestellt werden, dass der Versicherte AU ist, erfolgt keine Umdeutung, da sich die AU nur auf den zuletzt ausgeübten Beruf bezieht.

Ansonsten haben Sie Recht, dass es Sonderregelungen gibt, wo zum einen die allgemeine Wartezeit, als auch die 3 in 5 Jahre mit Pflichtbeiträgen nicht vorliegen müssen.

Für Ihren Fall könnte folgendes Zutreffen:

versicherungsrechtliche Voraussetzungen EM-Rente - § 43 Abs. 5 SGB VI (3 in 5 Jahre) sind nicht zu erfüllen, wenn:

Ist der Leistungsfall eingetreten wegen
1. eines Arbeitsunfalls oder einer Berufserkrankung im Sinne des SGB VII,

2. einer Wehrdienstbeschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz als Wehrdienstleistender oder Soldat auf Zeit?

3. einer Zivildienstbeschädigung nach dem Zivildienstgesetz als Zivildienstleistender?

oder

4 eines Gewahrsams im Sinne des § 1 Häftlingshilfegesetz?

--oder--

Ist der Versicherte vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden?

Wenn eines von beiden zu bejahren ist, gilt 3 in 5 als erfüllt.

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Sollte die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt sein (5 Jahre) ergibt sich folgendes:

1. War der Betreffende zum Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsminderung oder des Todes „Versicherter“, d.h. war zumindest ein wirksamer Beitrag entrichtet?

und

2. Ist der Leistungsfall eingetreten wegen

2.1 eines Arbeitsunfalls oder einer Berufserkrankung im Sinne des SGB VII,

2.2 einer Wehrdienstbeschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz als Wehrdienstleistender oder Soldat auf Zeit?

2.3 einer Zivildienstbeschädigung nach dem Zivildienstgesetz als Zivildienstleistender?

oder

2.4 eines Gewahrsams im Sinne des § 1 Häftlingshilfegesetz?

und

3.1
Besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem schädigenden Ereignis unter Punkt 3 und dem Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit / des Todes?
---WENN NEIN WEITER BEI 4.

3.2
War der Versicherte zu dem unter Punkt 5 genannten Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses versicherungspflichtig?

3.3
Hat der Versichert in einem Zwei-Jahres-Zeitraum vor dem Zeitpunkt des Eintitts der Erwerbsminderung ein Jahr Pflichtbeiträge?

Wenn alles mit Ja zu beantworten liegt diese vor.

4. Ist der Versicherte vor Ablauf von 6 Jahren nach Beendigung einer Ausbildung voll erwerbsgemindert / verstorben?
und
Hat der Versicherte in den letzten zwei Jahren vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung bzw. des Todes mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt?

Wenn alles bis 2 mit Ja zu beantworten und 3.1 vernein und 4.zu bejahen ist, liegt diese vor.

Ich hoffe es ist verständlich.

Experten-Antwort

Hallo Frost,

aus meiner Sicht wurde Ihre Frage bereits von User Heinerich umfassend beantwortet.