Rente mit 60, Ersatzzeiten

von
Klaus

Hallo und vielen Dank an die Experten.
An meinen Fall ist nichts konstruiert, er ist Realität. Habe bei der Rentenberatung M-Perlach mit 3 Terminen nicht annähernd vergleichbare Infos bekommen. War vor meiner Selbstständigkeit auch bei der Beratung der RV sowie in Seminaren der Arbeitsagentur und bekam keinerlei "Vorwarnungen" wg. Rentenproblemen.
Zum Abschluß eine letzte Frage:

In den letzten Monaten meiner lehrenden
Selbstständigkeit habe ich über 400€ verdient und habe meine Versicherungsfreiheit widerrufen um dafür RV-Plichtbeiträge entrichten. Habe noch kein Feedback von der RV.
Wird sich das positiv auf die Anrechnungszeiten auswirken?
Nochmals dieses Forum ist Glücksfall für mich. Diese Situation der letzten Wochen war für mich extrem belastend.

von
Rosanna

Hallo Klaus,

oh je, da tun sich ja ganz neue Dinge auf!

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, sind Sie selbständiger Lehrer (oder Dozent).

Wenn das Einkommen über 400,- € liegt, stellt sich gar nicht die Frage der VersicherungsFREIHEIT! Denn als solcher sind Sie nach § 2 Abs. 1 Ziffer 1 SGB VI grundsätzlich VERSICHERUNGSPFLICHTIG! Gleichgültig, ob Sie für einen oder mehrere Auftraggeber tätig sind.

Vielleicht können Sie hierzu noch weitere Angaben machen?

Danke auch für´s Kompliment an alle beteiligten User.

MfG Rosanna.

von
Klaus

Hallo
Habe bisher nahezu keine Verdienste erziehlt. Seit Anfang des Jahres sind vorübergehend zusätzliche Kunden dazu gekommen, sodaß erstmals die 400€- Grenze überschritten ist. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich mich auf Anraten des Existenzgünderkurses von der Rv_Plicht befreien lassen und somit keine Beiträge bezahlt. Nachträglich gesehen, bedaure ich das. Hätte mir viel Ärger sparen können.
Mfg
Klaus

von
Rosanna

Hallo Klaus,

leider geht aus Ihrem jetzigen Beitrag nicht hervor, ob meine Vermutung, dass Sie selbständiger Lehrer (Dozent) sind, zutrifft.

Wenn Sie jetzt ein Einkommen von mehr als 400,- € haben, sind Sie versicherungspflichtig. Wie oben erwähnt.

Auch bei einer abhängigen Beschäftigung (als Arbeitnehmer) gibt es keine Versicherungsfreiheit mehr, wenn das Arbeitsentgelt über der Minijob-Grenze liegt. Somit auch kein Verzicht auf die Versicherungsfreiheit. Das ist bei Lehrern nicht anders.

Und ein kleiner Tipp von mir: Es nützt Ihnen absolut nichts, jetzt noch den Versäumnissen der letzten Jahre nachzutrauern. Passiert ist passiert. Versuchen Sie, aus der jetzigen Situation das Beste zu machen. Und wenn Sie JETZT tatsächlich versicherungspflichtig kraft Gesetzes sind/werden, ist der 1. Schritt doch schon getan.
:-)

Viel Erfolg und ein schönes WE.
Rosanna

von
Klaus

Hallo,
ich selbstsändiger Nachhilfelehrer-kein Dozent. Nach Ihren Aussagen gehe ich davon aus, daß mir die Rente mit 60 gelingt.
Vielen Dank für die Hilfe
Klaus

von
Rosanna

Nur noch mal zur Klarstellung:

Auch "Nachhilfelehrer" sind nach § 2 Abs. 1 Ziff. 1 SGB VI VERSICHERUNGSPFLICHTIG, wenn sie über 400,- € verdienen. Sie müssen diese Tatsache der DRV melden. Von dort wird über die Versicherungspflicht entschieden.

MfG Rosanna.

von
Klaus

Hallo
war gerade bei meinen ehrenamtlichen Versicherungsberater(Versicherungsältesten). Der teilte mir mit, daß in meinem Falle keine Anerkennungszeiten aufgrund der Rentenreform 2008 genehmigt werden. Kann das sein?
Viele Grüße
Claus

von
Rosanna

Sorry, ich kann mir nicht vorstellen, was der Versichertenberater gemeint hat! Was sind denn bitte Anerkennungszeiten? Und was hat das mit einer "Rentenreform 2008" zu tun?

Ich persönlich würde Ihnen wirklich empfehlen, sich direkt mit der DRV in Verbindung zu setzen. Sie wissen ja jetzt schon ein bißchen mehr als letzte Woche :-)).

Und die Versicherungspflicht als Lehrer steht in keinem Zusammenhang mit irgendwelchen Anrechnungszeiten (wegen Arbeitslosigkeit).

Ich möchte wirklich keinem Versichertenberater zu nahe treten. Es gibt mit Sicherheit auch Clevere. Aber es sind halt mal keine Fachkräfte der DRV mit Ausbildung. Vor kurzem ging es schon einmal um das Thema "Vers.Berater/Vers.Ältester". Vielleicht lesen Sie die dort gemachten Beiträge einmal durch.

Ich kann nur spekulieren: Vielleicht meinte er die Arbeitslosigkeit der über 58-Jährigen??? Keine Ahnung.

MfG Rosanna.

von
Klaus

Hallo, war am 17.03. bei der Rentenberatung in München-Viktualienmarkt. Alles wurde bestätigt, wie hier gesagt. Heute bekam ich über meinen Versicherungsältesten folgendes Schreiben aus Berlin, welches ich jetzt überhaupt nicht verstehe.:
§ 237: Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
Seite l von l
8.2.5 Zeiten der Arbeitslosigkeit, die nur aufgrund des fehlenden Unterbrechungstatbestands keine

Anrechnungszeiten sind.
Auch Zeiten, in denen Versicherte nach Vollendung des 58. Lebensjahres bei einer Agentur für Arbeit
gemeldet waren und die Erklärung nach §428 SGB III nicht abgegeben haben, verlängern den
10-Jahreszeitraum.
Diese Zeiten werden zwar nicht in § 237 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI als Verlängerungstatbestände
aufgeführt. Die Rentenversicherungsträger legen die Vorschrift jedoch dahingehend aus, dass auch
solche Zeiten den 10-Jahreszeitraum verlängern. Denn Versicherte, die die Erklärung nach
§_428_SGBIII nicht abgegeben haben, sich also uneingeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung
gestellt haben, sollen nicht schlechter gestellt werden als die Versicherten, die sich nur noch eingeschränkt
dem Arbeitsmarkt zur Verfügung gestellt haben.
Zeiten der Arbeitslosigkeit nach dem 58. Lebensjahr, die nur deshalb keine Anrechnungszeiten sind, weil
der Unterbrechungstatbestand nach § 58 Abs. 2 SGB VI nicht erfüllt ist, verlängern daher ebenfalls den
10-Jahreszeitraum.
Die genannten Zeiten verlängern den 10-Jahreszeitraum nur, sofern keine weiteren Sachverhalte (wie
zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit) vorliegen, die dem Vorliegen von Arbeitslosigkeit entgegenstehen.
Beachte:
Aufgrund der Befristung der Sonderregelung des § 237 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI führen diese Zeiten
vom 01.01.2008 an nur noch zur Verlängerung des 10-Jahreszeitraumes, wenn die Arbeitslosigkeit vor
dem 01.01.2008 begonnen hat und der Versicherte vor dem 02.01.1950 geboren ist (§ 237 Abs. 2 Satz
3 SGB VI). Die Vorschrift findet auch Anwendung, wenn die Arbeitslosigkeit vor dem 01.01.2008 erstmals
begonnen hat, dann durch eine Arbeitsunfähigkeit unterbrochen wird und die (weitere) Arbeitslosigkeit
nach dem 31.12.2007 beginnt.
http://intranet.prod.bfa/rvliteratur/raa/00602370rh/00602370rh_b37.htm?CT^
14.03.2008
Wer kann mir hier weiterhelfen. Der früheste Termin bei der RV-berarutung 5.4.08. Die zeit wird mir knapp.
Vielen Dank
Klaus