Rente nach Arbeitslosigkeit

von
Hans

Nach 18 Monaten Arbeitslosigkeit bin ich in der glücklichen Lage, mit 57 Jahren bis zur Rente nicht mehr arbeiten zu müssen. Ich bin dann nicht mehr beim Arbeitsamt gemelden und muss mich selber versorgen. Hat dies Auswirkungen auf meine schon angesammelten Rentenpunkte oder sonstige ?

von
W*lfgang

Zitiert von: Hans

Nach 18 Monaten Arbeitslosigkeit bin ich in der glücklichen Lage, mit 57 Jahren bis zur Rente nicht mehr arbeiten zu müssen. Ich bin dann nicht mehr beim Arbeitsamt gemelden und muss mich selber versorgen. Hat dies Auswirkungen auf meine schon angesammelten Rentenpunkte oder sonstige ?

Hallo Hans,

'Glückwunsch', dass Sie einfach so bis zur Rente (63?) durchhalten können ...

Die bisherigen Entgeltpunkte *können' von der folgenden Lücke bis zum Rentenbeginn beeinflusst werden. Das hängt davon ab, welche Rentenzeiten diversen Sonderbewertungen unterliegen - vom Durchschnittswert (fachlich: Gesamtleistungswert) abhängen. Das sind z. B. Zeiten wie die Lehre, beitragsfreie Zeiten wie Arbeitslosigkeit und Krankheit in bestimmten Jahren, aber auch Fachschulausbildungen und und und ...

Anhaltspunkt Ihrer Punkte ist der mittlere Betrag der letzten Renteninformation - eine ungekürzte Rente ab 65 + xx (Jahrgang 53 nehm ich an, damit Regelaltersgrenze 65 + 7) aus allen bisher gemeldeten/gespeicherten Zeiten. Da ist auch die 'Lücke' bis 65 + 7 als Null-Wert berücksichtigt und für etwaige Durchschnittswerte für besonders zu bewertende Zeiten schon drin ...einfach gesagt, der Punktwert kann nicht mehr kleiner werden (wenn 'die da oben' sich bis zu Ihrem Rentenbeginn nicht noch kleinere/größere Schweinereien für die Bewertung nicht vollwertiger Beitragszeiten einfallen lassen ;-)

Die 35 Jahre haben Sie als Mindestversicherungszeit erreicht? Auch das könnte dann ein Thema zur intensiveren Betrachtung sein.

Ich hoffe, Sie bleiben bis zum Beginn der Altersrente gesund, sonst sieht es nämlich im Falle einer Erwerbsminderung nach Ablauf von 24 nach Ende der Alo düster aus. Sinnvoll könnte es sein, die Zeit bis an die Altersrente (wenigstens bis 60) mit freiwilligen Beiträgen zur Anwartschaftssicherung der EM-Rente zu füllen. Näheres und individuell erklärt es Ihnen die nächste Beratungsstelle.

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Zeit zwischen Arbeitslosigkeit und Rentenbeginn wäre keine Rentenzeit, sondern eine Lücke. Wären Sie hingegen weiterhin arbeitslos gemeldet, würde Ihnen eine sogenannte Anrechnungszeit gutgeschrieben. Diese wird zwar selbst nicht mit Entgeltpunkten bewertet, führt aber dazu, dass Ihr Versicherungskonto für diese Zeit keine Lücke aufweist.

Das hat zwei Folgen:
1) Zum einen kann sich die sogenannte Gesamtleistungsbewertung verändern. Das ist - wie W*lfgang Ihnen schon erklärt hat - die Bewertung von beitragsfreien Zeiten wie z. B. Krankheit oder Studium. Ohne Lücke würden sich hier wahrscheinlich geringfügig höhere Entgeltpunkte ergeben.

2) Wichtiger erscheint mir jedoch der zweite Punkt, den W*lfgang ebenfalls bereits erwähnt hat. Sobald nach dem Ende der Arbeitslosigkeit 24 Monate vergangen sind, erfüllen Sie wegen der "Lücke" die Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente nicht mehr. Diesen Schutz könnten Sie entweder erhalten, indem Sie weiter arbeitslos gemeldet sind (mit allen damit verbundenen Konsequenzen seitens der Arbeitsagentur/ARGE) oder mit der Zahlung von freiwilligen Beiträgen (aber nur, wenn Sie vor 1984 schon 5 Jahre mit Beitragszeiten hatten und seitdem jeder Monat mit einer Rentenzeit belegt ist).

Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich dazu individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle beraten zu lassen.