Rente oder Arbeitslosengeld

von
Jan

Am 01.10.2022 werde ich arbeitslos. Ich könnte dann zum 01.07.2023 in Rente gehen (45 Berufsjahre sind 01.09.2022 erfüllt). Ich bin Jahrgang 1959.
Jetzt habe ich das alles durchgerechnet,
Das Arbeitslosengeld würde höher liegen als die Rente ab 01.07.2023 beginnend. Es sind zwar nur ca. 45 Euro netto, aber immerhin.
Ich könnte doch eigentlich auch bis zum 01.10.2024 arbeitslos bleiben und dann Rente beziehen. Die Rente wäre doch dann auch noch einmal höher.
Das Rentenniveau ist doch von der Regierung bis 2025 zugesichert worden. Oder kann ich dann irgendwelche Nachteile erwarten und sollte möglichst früh in Rente gehen.
Oder werde ich zum 01.07.2023 zwangsverrentet?

von
W°lfgang

Hallo Jan,

Sie können frei entscheiden, ab wann Ihre Rente beginnen soll - ein Zwangsverrentung durch das 'Arbeitsamt' gibt es nicht. Sie haben im Rahmen der Höchstdauer Anspruch auf 2 Jahre ALG, sofern Sie den Forderungen des Arbeitsamtes nachkommen.

Und wenn es sich finanziell rechnet, gibt es erst recht keinen Grund vorzeitig/vor Ende ALG, die Rente zu beantragen. Hintenraus kommt vielleicht noch ein 50er auf die Rente oben drauf, je nach Verdienst vor ALG auch mehr oder weniger. Aber trotzdem ein Mehrbetrag.

> Das Rentenniveau ist doch von der Regierung bis 2025 zugesichert worden.

Das hat mit Ihrem tatsächlichen Rentenbeginn nichts zu tun, würde auch jetzt schon laufende Renten betreffen.

Gruß
w.

von
;-)

Arbeitslos kurz vor der Rente: Was tun?

https://www.ihre-vorsorge.de/magazin/lesen/arbeitslos-kurz-vor-der-rente-was-tun.html

Ihre-Vorsorge.de - Eine Initiative der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Experten-Antwort

Hallo Jan,

wie von W°lfgang bereits zutreffend ausgeführt, können Sie grundsätzlich selbst entscheiden, ob Sie den Anspruch auf Arbeitslosengeld ausschöpfen oder vorzeitig in Altersrente gehen möchten. Eine "Zwangsverrentung" ist nur beim Bezug von Arbeitslosengeld II möglich.
Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis vom Nettorentenbetrag vor Steuern (Bruttorente - Sozialabgaben) zum Nettoeinkommen vor Steuern (Bruttoeinkommen - Sozialabgaben). Dabei wird von einem fiktiven Versicherten ausgegangen, der 45 Jahre lang immer exakt ein Durchschnittseinkommen erzielt hat ("Standardeckrentner"). Das Bedeutet, das Rentenniveau bildet nicht das Verhältnis Ihrer persönlichen Rente zu Ihrem persönlichen Einkommen ab, sondern ist ein rein statistischer Wert. Das Rentenniveau spielt nur bei den Rentenanpassungen eine Rolle, nicht jedoch bei der Berechnung Ihrer individuellen Rente.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.05.2021, 14:54 Uhr]

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