Rente-PKV-GKV

von
Werner

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgende Frage: Ich gehe in 14 Monaten in Altersrente. Seit ca. 18 Jahren bin ich privat krankenversichert und zahle ca. 400 €. Meine Altersrente beträgt ca. 550 €. Ich weis, ich wurde einmal schlecht beraten- aber dann war es zu spät zu wechseln. Muss ich als Rentner nun von meinen 500 € monatlicher Altersrente für diese private Krankenversicherung 400 € monatlich bezahlen oder gibt es hier auch einen Regelsatz (maximum %) für Rentner?

Vielen Dank für Ihre Info

Werner

von
F U N

Hallo Werner,
zuerst einmal erhalten sie zu ihrer Rente einen Zuschuß von 7 % zur Bruttorente hinzu, weil sie privat Krankenversichert sind.
Diese 7 % sind die Beitragsanteile, die die Rentenversicherung bei einem Pflichtversicherten in der gKV sonst übernehmen würde.

Die Pflegeversicherung ist jedoch immer allein vom Versicherten zu zahlen.

Sie sollten auf jeden Fall mit ihrer privaten KV sprechen, welche Leistungen sie zukünftig dort abgesichert haben möchten, denn danach richten sich die monatlichen Beiträge die sie zu zahlen haben ( je mehr, je besser = je teurer ).

von
Werner

Hallo Fun,

vielen Dank für deine Antwort.
Naja, ich habe ja schon alles überflüssige rausgenommen in den letzten Jahren...

Müsste ich mich auch noch privat versichern, wenn ich als Rentner einen Halbtagsjob (versicherungspflichtig) annehme? Oder kann ich das auch nicht ?

Viele Grüße

Werner

von
F U N

Die gesetzliche KV wird sie nicht mehr aufnehmen, auch wenn sie als Rentner eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen würden, da sie bereits das 55 Lbj. vollendet haben, und danach ist eine Rückkehr in die gKV ausgeschlossen.
(§6 Abs.3a SGB V:
(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren....

D.h., die gKV ist für sie tabu.

von
Werner

Hallo FUN,

das
(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren....

verstehe ich nicht ganz.

Ich müsste mich also nicht versichern...
Wie ist denn das mit der Ehegattenversicherung? Wäre ich bei meiner Frau mitversichert, wenn meine Rente nicht ausreicht?

Danke

Werner

von
F U N

die gesetzliche KV ist kein Thema mehr für sie , egal was in der Zukunft passiert bzw. was sie machen oder nicht machen, sie sind und bleiben immer in der privaten Krankenversicherung, solange sie immer brav ihre Beiträge zahlen.
Sollten sie dies nicht tun, aus welchen Gründen auch immer, dann kann ihnen natürlich die pKV kündigen, jedoch ist ein "Unterschlupf" in die gKV über die Familienversicherung ihrer Frau ausgeschlossen.

Bei der privaten KV richten sich die Beiträge allerdings immer nur nach dem Tarif den sie selbst abschließen. Sollten sie während ihres Rentenbezugs eine Beschäftigung ausüben, dann sind sie zwar verpflichtet dies ihrer Krankenkasse mitzuteilen, aber welchen Krankenversicherungsschutz sie haben wollen, das entscheiden schließlich immer noch sie ( bis zu einem Mindestmaß an Absicherung ).

von
andjessi

Gegebenenfalls ist es sinnvoll in den sogenannten Standard-Tarif Ihrer PKV für Rentner zu wechseln. Durch Ihre Vorversicherungszeit von 18 Jahren mit entsprechenden Altersrückstellungen ist der Beitrag möglicherweise geringer als 400,- EUR. http://www.pkv-netz.com/stantarif-f.htm

von
Wolfgang

Hallo andjessi,

der Standart-Tarif (besser: Basis-Tarif) dürfte generell bei fix 570 EUR liegen. Wahltarife bieten da für 'normal' Versicherte mehr Spielraum - aber auch da ist irgendwann Schluss.

F U N sagte es schon, der Zugang zur GKV ist leider verwehrt. Richtig ist aber auch, die PKV kann/darf nicht kündigen - sie ist zur Wiederaufnahme/Weiterversicherung verpflichtet ...muss sich ggf. im Rahmen privatrechtlicher Beitrags'beitreibung' selbst kümmern.

Rat an Werner: Suchmaschine der Wahl "Forum private Krankenversicherung".

Gedanke: ...Grundsicherung/Sozialhilfe dürfe für Werner kein/ein Thema sein, dann halber Basis-Tarif (gab's da nicht grad ein Urteil zu wegen Benachteilung des Restbetrages ?) Aber, wegen Familieneinkommen/Ehefrau wohl nur Theorie.

Gruß
w.

von
Werner

Dankeschön für die Informationen !

Liebe Grüße

Werner

von
andjessi

Hallo Wolfgang,

Basis-Tarif und Standard-Tarif (vor Gesundheitsreform 2007) sind zwei verschiedene Dinge.

Für die PKV-Versicherten mit Vertragsbeginn vor dem 01.01.2009 gibt es weiterhin auch den Standardtarif!

Eine Zwangsüberführung in den Basistarif gab es meines Wissens nur für die bisher Nichtversicherten, die im Zuge der Gesundheitsreform 2007 sich erstmalig versichern durften. Die Tarifbeiträge im "alten" Standardtarif sind niedriger als im Basistarif und liegen aufgrund der Altersrückstellungen meist keinesfalls bei 570,- EUR.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Werner,

da Sie in den letzten Jahren Mitglied einer privaten Krankenversicherung waren, haben Sie nicht die Möglichkeit als Rentner in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Um Mitglied der Krankenversicherung der Rentner zu sein, müssen Sie ein gewisse Zeit (Vorversicherungszeit)
gesetzlich krankenversichert gewesen sein, und zwar in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens zu neun Zehnteln.
Setzten Sie sich mit Ihrer privaten Krankenkasse in Verbindung und besprechen dort Ihre Situation ab Rentenbeginn. Evtl. ist eine Einstufung in den Standarttarif möglich. Vom Rentenversicherungsträger erhalten Sie ab Rentenbeginn eine Beitragszuschuss zur Krankenversicherung in Höhe von z.Zt. 7 % Ihrer mtl. Bruttorente. Den Beitrag zur Pflegeversicherung müssen Sie alleine tragen.
Da der Rentenversicherungsträger keine Entscheidungen im Krankenkassenrecht trifft, empfehlen wir Ihnen, sich mit der gesetzlichen Krankenkasse Ihrer Frau in Verbindung zu setzten, falls noch Nachfragen zum gesetzlichen Krankenversicherungsrecht bestehen.